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Bedingungsloses Grundeinkommen gegen die Corona-Krise?

Bedingungsloses Grundeinkommen in der Corona-Krise

Hotels, Bars und Restaurants haben geschlossen, Angestellte ziehen ins Home-Office um und selbst die Produktionsstraßen großer Unternehmen stehen still – das Coronavirus hat zu einer Wirtschaftskrise geführt. Um langfristige Schäden zu verhindern, hat sich die Politik bereit erklärt, Industrien mit Krediten unter die Arme zu greifen und auf Kurzarbeit umzustellen. Nun erfährt auch eine alte Debatte neuerlichen Aufwind: Ist bedingungsloses Grundeinkommen gegen die Corona-Krise eine sinnvolle Lösung? Wir haben uns diese Frage in diesem Artikel gestellt.

Was ist bedingungsloses Grundeinkommen?

In den sozialen Medien wird seit der Corona-Krise der Ruf nach bedingungslosem Grundeinkommen wieder lauter. Doch was bedeutet bedingungsloses Grundeinkommen eigentlich? Bei diesem Konzept zur Sicherung des Existenzminimums erhält ausnahmslos jeder Bürger einen festen Geldbetrag vom Staat und das monatlich. Das bedingungslose Grundeinkommen ist also im Gegensatz zu Hartz IV nicht daran gekoppelt, ob ein Bürger gerade auf Arbeitssuche ist oder nicht. Das Grundeinkommen ist an keinerlei Bedingungen geknüpft: So ist es auch nicht erheblich, ob der Bürger das Geld benötigt oder ob der Partner eventuell genügend für den gesamten Haushalt erwirtschaftet. Die Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen ist bereits sehr alt: Die Idee hat erstmals der englische Revolutionär Thomas Spence im 18. Jahrhundert aufgeworfen.¹ Nachdem dieser Idee lange Zeit keine Beachtung geschenkt wurde, wird sie in den letzten Jahren aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung und der Angst, dass zahlreiche Jobs in Zukunft wegfallen könnten, wieder häufiger diskutiert. Bedingungsloses Grundeinkommen gegen die Corona-Krise scheint nun für viele die Lösung zu sein.

Wie kann bedingungsloses Grundeinkommen gegen die Corona-Krise helfen?

In jeder Krise liegen bekanntlich Chancen. Auch in Zeiten von Corona. Zahlreiche Menschen sind von der Wirtschaftskrise, die mit dem Coronavirus einhergeht, betroffen. Zwar möchte die Regierung mit unbegrenzten Krediten der Industrie unter die Arme greifen, allerdings wurden dabei etliche andere Berufsgruppen nicht angesprochen oder schlicht vergessen. Unzählige Selbstständige trifft die Krise besonders hart. Dazu zählen Freelancer, Kreative, Musiker und Künstler, deren Auftragslage nun komplett einbricht. Aufgrund der Corona-Krise haben außerdem viele Bürger ihren Arbeitsplatz verloren. Gerade diese Menschen benötigen jetzt finanzielle Unterstützung vom Staat. Für viele Selbstständige ist es trotz der vielen Arbeit relativ schwer, Rücklagen zu bilden. Diese Menschen benötigen sofortige Hilfen in Form von Zuschüssen und nicht in Form eines Kredits.

Folgendes Szenario wäre denkbar

Bedingungsloses Grundeinkommen gegen die Corona-Krise könnte folgendermaßen aussehen: Das Konzept zur Sicherung des Existenzminimums wird auf Bundesebene eingeführt und Bürger erhalten zum Beispiel ein Grundeinkommen in Höhe von 1.000EUR pro Person für die Dauer von 6 Monaten. Auf diese Weise würde der Staat auch die Kaufkraft der Konsumenten am Leben erhalten und die Wirtschaft würde angekurbelt werden. Dadurch würden sich freie Arbeitnehmer auch nicht verschulden und würden nicht Gefahr laufen, Kredite nicht mehr bedienen zu können.

Welche Chancen ergeben sich aus dem bedingungslosen Einkommen?

Bedingungsloses Grundeinkommen gegen die Corona-Krise birgt viele Chancen und Risiken. Komplexe Sozialsysteme wie das Rentensystem oder die soziale Hilfe wären damit überflüssig. Jeder Mensch ist existenziell abgesichert. Somit hätten auch alle Menschen die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen und jener Arbeit nachzugehen, die sie wirklich erfüllt. Die Möglichkeit für mehr ehrenamtliches Engagement, kreative Entfaltungsmöglichkeiten und vieles mehr stünde den Bürgern offen. Menschen hätten die freie Wahl, ob sie arbeiten gehen, um mehr Geld zu verdienen oder nicht. Mütter oder Väter könnten dadurch auch mehr Zeit in die Erziehung ihrer Kinder investieren.

Gibt es beim bedingungslosen Einkommen auch Risiken?

Bedingungsloses Grundeinkommen gegen die Corona-Krise birgt jedoch auch Risiken. Armutsforscher warnen vor der Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens im großen Stil. Bereits in einem Jahr würden Kosten in Höhe von 500 Milliarden Euro entstehen. Ein weiteres Risiko wäre, dass Menschen kaum noch arbeiten gehen wollen und die Wirtschaft dadurch Schaden nehmen könnte. Beim Grundeinkommen stellt sich stets die Frage wie man mit unattraktiven Jobs umgeht, die trotzdem erledigt werden müssen. Anstrengende Tätigkeiten wie das Reinigen von Toiletten wären nur noch schwer zu besetzen.

Bedingungsloses Grundeinkommen wird wohl nicht in der Corona-Zeit eingeführt

Beim bedingungslosen Grundeinkommen erhält jeder Bürger monatlich einen festen Geldbetrag vom Staat und ist somit finanziell abgesichert. Bedingungsloses Grundeinkommen gegen die Corona-Krise birgt große Chancen. Gerade Freelancer, Künstler, Kreative und Musiker müssten sich so keine Sorgen mehr machen, falls Aufträge wie jetzt aufgrund des Coronavirus, wegfallen. Bürger würden die Chance erhalten, sich frei zu entfalten ohne sich Sorgen um Geld machen zu müssen. Bedingungsloses Grundeinkommen birgt jedoch auch Risiken: Für den Staat würden sehr hohe Kosten entstehen und anstrengende Tätigkeiten würden kaum noch ausgeführt werden. Und ob dieses Einkommen wirklich in der Corona-Krise langfristig helfen würde, steht auch in den Sternen. Ein schnelle Entscheidung wird es hier in der Politik nicht geben.

Weitere Informationen auf Wikipedia zu „Bedingungsloses Einkommen“ (Stand: 23.03.2020)

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