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EU-Kommission plant Sanierungszwang für Altbauten – Was bedeutet das für Hauseigentümer?

Sanierungszwang

In den nächsten Jahren könnten Immobilieneigentümer, die ein schlecht gedämmtes Haus besitzen, zur Sanierung gezwungen werden. Das betrifft besonders Altbauten, die häufig die Anforderungen der EU-Kommission nicht erfüllen. Mit dem Sanierungszwang soll das Ziel verfolgt werden, dass sämtliche Gebäude bis 2050 klimaneutral sein soll. Der Gebäudesektor ist neben der Energiewirtschaft, der Industrie und der Verkehr, die besonders dem Klima schaden. Bis wann die Immobilieneigentümer Zeit haben, sich um die Sanierungen zu kümmern und welche Gebäude es betreffen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Welche Gebäude sind von der neuen Gebäuderichtlinie betroffen?

In der neuen Gebäuderichtlinie „Fit for 55 Paket“ sollen zunächst die „schlechtesten“ Gebäude saniert werden.1 Damit ist die Energieeffizienz-Kategorie G gemeint. Hier sollen private Eigentümer dazu verpflichtet werden, diesen Wert auf mindestens Energieeffizienz-Klasse F zu bringen. Dazu haben die Eigentümer bis 2030 Zeit, um Modernisierungen vorzunehmen und damit die Anforderungen der EU-Kommission zu erfüllen. Öffentliche Gebäude sollen hingegen schon bis 2027 saniert werden. Aktuell sind knapp 15 Prozent der insgesamt rund 220 Millionen in der EU betroffen. Wie viele Hauseigentümer vom Sanierungszwang betroffen sind, lässt sich aktuell nicht ganz sicher sagen, da die Klassifizierung in der EU nicht einheitlich ist. Vermutlich wird es viele Häuser betreffen, da fast die Hälfte aller Heizungen mit Erdgas betrieben wird und knapp ein Drittel sogar mit Öl.

Nicht nur die Finanzierung wird für Immobilieneigentümer ein Problem

Private Immobilieneigentümer müssen die Sanierungsarbeiten auf eigene Kosten tragen. Wenn Sie das Geld für die Modernisierung nicht selber finanzieren können, können diese häufig noch auf kostengünstige KFW-Kredite zurückgreifen. Das bedeutet Mehrkosten für den Immobilieneigentümer. Allerdings stellt die Finanzierung nicht die einzige Herausforderung dar. In Deutschland haben wir einen Fachkräftemangel, sodass Handwerkertermine nur schwer zu bekommen sind. Wenn Sie jetzt neue Fenster benötigen, eine neue Heizungsanlage oder neue Elektronik verbauen müssen, benötigen Sie hierfür unterschiedliche Handwerksbetriebe. Auch durch Materialmangel wie z.B. Dämmplatten wird dieses Unterfangen nicht leichter machen, sodass Sie auch mit höheren Preisen rechnen müssen. Dadurch können sich die Umbauarbeiten enorm verzögern.

Was bedeutet der Sanierungszwang für aktuelle und zukünftige Hauseigentümer?

Wenn Sie ein Haus bauen wollen oder eine bestehende Immobilien kaufen, die erst vor kurzem saniert wurde, müssen Sie mit einem deutlich höheren Kaufpreis rechnen. Mit der neuen Gebäuderichtlinie zum Sanierungszwang könnte es für viele Deutsche das Aus vom Traum der eigenen vier Wände bedeuten. Aber auch für aktuelle Hauseigentümer ist eine Sanierung keine Option, da diese mit hohen Kosten und viel Zeit verbunden ist. Bei manchen Gebäuden lohnt sich die Sanierung wirtschaftlich nicht. Hier könnten daher durch die neue Gebäuderichtlinie viele Immobilien auf dem Markt kommen, die zukünftig saniert werden müssen.

EU-Kommission will mit der neuen Gebäuderichtlinie den Klimaschutz vorantreiben

Bereits die Forderung der Ampel nach der Teilwarmmiete ist bei Immobilieneigentümern auf Gegenwehr gestoßen. Jetzt soll es sogar eine Sanierungspflicht für Altbauten kommen. Damit will die EU-Kommission die Klimaziele vorantreiben. Allerdings sind diese Maßnahmen meist für Immobilienbesitzer mit hohen Modernisierungskosten verbunden. Eine Förderung vom Staat wird es hier vermutlich nicht geben. Einzig auf günstige KFW-Kredite können die Immobilieneigentümer hoffen. Eine noch größere Herausforderung könnte es sein, Handwerkstermine zu bekommen, da in Deutschland ein Fachkräftemangel herrscht. Die neue Gebäuderichtlinie könnte dazu führen, dass viele Immobilieneigentümer Ihre Immobilie verkaufen, da sich die Modernisierungsarbeiten wirtschaftlich nicht lohnen. Er bleibt abzuwarten, wie sich der Immobilienmarkt dadurch entwickeln wird.

Ich heiße Quang Lam und arbeite bei der Hegner & Möller GmbH als Marketing Director. Ich interessiere mich sehr stark für die Themen Finanzen und Sport. In meiner Freizeit gehe ich gerne laufen und betreibe auch einen Laufblog. Ich schreibe für den creditSUN Blog nur über die Themen, die mich auch wirklich interessieren.

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