Diese Fehler sollten Sie beim Kreditantrag vermeiden

Kredit beantragen

Wer sich eine größere Summe Geld leihen muss, kann bei seiner Bank einfach einen Kredit beantragen und sich dank des aktuellen Niedrigzinsniveaus günstige Konditionen sichern. Das klingt einfach. Allerdings ist die Gefahr groß, beim Abschluss eines Kreditvertrages in die ein oder andere Falle zu tappen. Worauf Kreditantragsteller achten sollten und welche Fehler unbedingt vermieden werden sollten, zeigen wir Ihnen im folgenden Beitrag.

Gute Vorbereitung

Insbesondere, wenn der Kredit bei der Filialbank beantragt wird, ist eine gute Vorbereitung auf das Gespräch mit dem Bankberater unabdingbar. Wer keine oder nur unvollständige Unterlagen dabei hat, tut weder sich noch seinem Bankberater einen Gefallen. Denn Ihr Gegenüber muss sich ein genaues Bild Ihrer finanziellen Situation machen, um zu entscheiden, ob er Ihnen einen Kredit geben kann und sie in der Lage sind, diesen auch wieder zurückzubezahlen. Die meisten Ratenkredite sind bonitätsabhängig. D.h. der Zinssatz, den Sie als Kreditnehmer bekommen, hängt unmittelbar mit Ihrer Bonität zusammen. Diese zu bewerten ist die Aufgabe des Bankberaters. Selbst wenn Sie alle relevanten Daten und Zahlen bzgl. Ihrer Einnahmen und monatlichen Ausgaben im Kopf haben, werden im Rahmen der Kreditprüfung entsprechende Belege und Nachweise benötigt. Vergessen Sie neben Ihren Kontoauszügen und Gehaltsnachweisen (zumindest der letzten drei Monate) auch nicht Ihren Personalausweis. Im Idealfall haben Sie sogar ein Haushaltsbuch vorzuweisen, welches Sie bereits einen gewissen Zeitraum pflegen. Dieses verschafft dem Bankberater einen sehr guten Überblick über Ihre Einnahmen-Ausgaben-Situation und kann zu einer schnelleren Kreditentscheidung führen – vorausgesetzt, das Haushaltsbuch belegt einen monatlichen Überschuss, der für die Bedienung einer Kreditrate genutzt werden kann.

Recherche im Vorfeld

Machen Sie sich bereits vor dem Gespräch mit Ihrer Bank Gedanken über den genauen Finanzierungsbedarf für Ihr Vorhaben. Gerade bei komplexeren Vorhaben wie beispielsweise dem Erwerb eines Eigenheims übersieht man leicht Kostenbestandteile, die eigentlich mitfinanziert werden müssen. So kommen zum reinen Kaufpreis einer Immobilie beispielsweise noch die Nebenkosten für Notar oder die Grunderwerbssteuer dazu. Auch die Innenausstattung oder ggf. Änderungsarbeiten an einer bestehenden Immobilie sollten mit der Finanzierung abgedeckt sein. Es ist keine Seltenheit, dass sich Immobilienkäufer bei der Berechnung der Gesamtkosten verkalkulieren. Lassen Sie sich bei einem geplanten Erwerb einer Immobilie in jedem Fall umfassend von Experten beraten. Zudem ist es ratsam, sich einen genauen Kostenplan zu erstellen sowie für Notfälle einen gewissen Puffer einzukalkulieren.

Liegt Ihnen bereits ein Kreditangebot Ihrer Hausbank vor, vergessen Sie nicht, mit Ihrem Berater zu verhandeln. Wenn Sie im Vorfeld bereits recherchiert und Konditionen unterschiedlicher Anbieter verglichen haben, verbessern Sie deutlich Ihre Verhandlungsposition. Idealerweise haben Sie sogar bereits ein, zwei konkrete Angebote von anderen Kreditgebern dabei, was die Verhandlung mit Ihrem Bankberater für Sie noch einmal deutlich leichter macht.

Was Ihre Verhandlungsposition dagegen verschlechtern kann, ist Zeitdruck. Wenn der Bankberater merkt, dass Sie sehr dringend einen Kredit brauchen, wird er Ihnen wahrscheinlich weniger entgegen kommen als wenn er das Gefühl hat, dass sein Angebot nur eines von drei guten Alternativen ist. Lassen Sie sich also nicht vom Makler oder vom Immobilienverkäufer unter Druck setzen.

Vertragliche Regelungen

Auch wenn es mühsam ist – es führt kein Weg daran vorbei, sich den kompletten Kreditvertrag samt Kleingedrucktem genau durchzulesen. Oft sind gerade im Kleingedruckten wesentliche Informationen versteckt. Häufig sind Kreditsuchende auch zu bequem, Sachverhalte, die sie im Vertrag nicht verstehen, bei der Bank nachzufragen und sich noch einmal erläutern zu lassen. Doch beim Kreditvertrag sollten Sie nicht die „Katze im Sack kaufen“ – schließlich geht es um Ihre Finanzen. Denken Sie daran, dass Sie je nach gewählter Kreditlaufzeit für die nächsten paar Jahre an diesen Vertrag gebunden sind.

Achten Sie im Vertrag neben dem Zinssatz Ihres Kredites vor allem auf Sonderregelungen wie z.B. die Möglichkeit, Ihren Kredit kostenlos vorzeitig tilgen zu können. Viele Kreditgeber räumen Ihren Kunden auch Ratenpausen ein. Das bedeutet, dass Sie Ihre Monatsrate nach Absprache mit der Bank einfach aussetzen können, sofern Sie einmal höhere monatlichen Ausgaben oder niedrigere Einnahmen als geplant haben.

Überflüssige Versicherungen

Manche Bankberater drängen Ihre Kunden ganz gerne zum Abschluss einer Restschuldversicherung. Lassen Sie sich jedoch nichts aufs Auge drücken, was Sie nicht wirklich benötigen. Oft führen Restschuldversicherungen nur zu einer Verteuerung Ihres Kredites, ohne dass Sie die Versicherungsleistung überhaupt beanspruchen. Prüfen Sie also vor Abschluss des Vertrages genau, ob Sie derartige Versicherungsleistungen tatsächlich benötigen.

Einfluss auf Kreditkonditionen

Viele Kreditnehmer wissen gar nicht, dass Sie in gewissem Maße auch selbst Einfluss darauf nehmen können, wie hoch der Zinssatz Ihres Kredites ausfällt. Bereits vor der Kreditbeantragung sollten Kreditsuchende in Erfahrung bringen, wie es um ihre Bonität steht. Neben der Einnahmen-Ausgaben-Situation, welche im Idealfall mit Hilfe eines gepflegten Haushaltsbuches dargelegt werden kann, nimmt vor allem der SCHUFA-Score maßgeblich Einfluss auf die Kreditentscheidung und die Höhe des Zinssatzes. Ihren aktuellen SCHUFA-Score können Sie zwar nicht direkt verändern. Sie können jedoch Sorge dafür tragen, dass dieser nicht fälschlicherweise auf Basis von veralteten Daten berechnet wird. Daher sollten Sie einmal pro Jahr eine Selbstauskunft bei der SCHUFA anfragen. Diese ist einmal im Jahr kostenlos und verschafft Ihnen einen guten Überblick über die Informationen, die die SCHUFA über Ihre Verträge und Ihr Zahlungsverhalten gespeichert hat. Sollten Sie falsche oder nicht mehr aktuelle Daten vorfinden, können Sie diese von der SCHUFA korrigieren oder löschen lassen. So stellen Sie sicher, dass Ihr SCHUFA-Score immer auf einer korrekten Datenbasis ermittelt wird.

Auch bei der Beantragung Ihres Kredites können Sie niedrigere Kreditzinsen begünstigen – so z.B. wenn Sie einen zweiten Kreditantragsteller mit eigenem Einkommen angeben. Dadurch setzt die Bank das Gesamteinkommen beider Antragsteller an, was wiederum die Bonität verbessert.

Die Angabe des Verwendungszweckes kann unter Umständen zu günstigeren Konditionen führen. Wenn mit dem Kredit beispielsweise ein Auto finanziert werden soll, sind Banken oft bereit, günstigere Zinsen zu gewähren, da das Auto eine Sicherheit für die Bank darstellt. Wenn Sie einen alten Kredit ablösen möchten, macht es durchaus Sinn, auch im Verwendungszweck „Umschuldung“ anzugeben. So weiß die neue Bank, dass die bestehende Kreditrate nicht zu den fixen Ausgaben gerechnet werden muss, sondern die alte durch die neue Kreditrate abgelöst wird. Das verbessert die Bonität.

Fazit:

Die aktuell günstigen Zinsen schaffen gute Bedingungen für Kreditsuchende. In der Tat ist die Anzahl der Konsumentenkredite und Immobilienfinanzierungen in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Allerdings sollte man als Kreditsuchender nicht den erst besten Kreditvertrag unterschreiben, den die Hausbank anbietet. Wer sich vorher gut informiert, verschiedene Angebote vergleicht und gut verhandelt, kann seinen Zinssatz oft noch deutlich drücken.