Was ist eigentlich die Schufa?

Bei der Kreditprüfung spielt sie eine entscheidende Rolle und wer einen negativen Eintrag hat, bekommt nur sehr schwer einen Kredit: Die Schufa-Auskunft. Aber wer ist die Schufa eigentlich und was sagt der Schufa-Score aus?

Die „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ – kurz: Schufa – ist die größte Wirtschaftsauskunftei in Deutschland. Sie sammelt und speichert von jedem deutschen, geschäftsfähigen Konsumenten neben personenbezogenen Daten v.a. relevante Informationen über Konten, laufende Verträge, Rechnungen sowie Zahlungsverhalten. Diese bleiben in der Regel drei Jahre lang gespeichert. Über einen bestimmten Algorithmus ermittelt die Schufa aus den vorliegenden Daten für jeden Verbraucher einen Wert, den sogenannten Schufa-Score, der die Kreditwürdigkeit prognostiziert bzw. ein Indiz für die Ausfallwahrscheinlichkeit darstellt. Der Schufa-Score entspricht einem Wert zwischen 0 und 1.000, wobei ein hoher Wert eine sehr gute Bonität und ein niedriger Wert eine schwache Bonität bedeutet. Etwa 65 Millionen Bundesbürger sind bei der Schufa mit entsprechenden Daten erfasst.

Banken nutzen den Schufa-Score bei der Kreditprüfung, um die Bonität, also die Fähigkeit, den Kredit planmäßig zurückzahlen zu können, möglichst realistisch einschätzen zu können. Der Schufa-Score nimmt Einfluss auf den Zinssatz, den ein Kreditnehmer bei der Bank bekommt. Allerdings ist er nicht alleine ausschlaggebend für die Kreditentscheidung und die Konditionen. Bei traditionellen Banken beispielsweise spielen weiche Faktoren wie der Eindruck, die persönliche Vertrauenswürdigkeit oder die bisherigen Erfahrungen mit dem Kunden eine nicht zu unterschätzende Rolle.
Wenn Sie Ihren Schufa-Score nicht kennen, können Sie einmal pro Jahr sogar kostenlos eine Schufa-Selbstauskunft einholen. Die sogenannte „Datenübersicht nach § 34 BDSG“ gibt Ihnen Auskunft über alle Daten, die die Schufa über Sie gespeichert hat. Die Selbstauskunft können Sie einfach über das ausgefüllte Bestellformular bei der Schufa anfordern. Wenn Sie vorhaben, in naher Zukunft einen Kredit zu beantragen, ist es sogar ratsam, vorher Ihre Schufa-Daten in Erfahrung zu bringen. Denn nach § 35 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) haben Sie die Möglichkeit, ggf. veraltete oder falsche Informationen korrigieren oder sperren zu lassen und können so verhindern, dass Sie fälschlicherweise schlechtere Kreditkonditionen erhalten. Um eine Löschung oder Änderung von Daten zu veranlassen, genügt ein formloses Schreiben an die Schufa, mit der Aufforderung und einer kurzen Erläuterung des korrekten Sachverhalts.

In der Regel fragen Banken bei einer Kreditanfrage immer den Schufa-Score des potentiellen Kunden ab. Bei Online-Krediten wird die Schufa-Auskunft teils sogar in Echtzeit während des Online-Antragsprozesses abgefragt. Die Information, dass ein Kunde bei seiner Bank einen Kredit angefragt hat, wird bei der Schufa als „Anfrage Kreditkondition“ gespeichert. Diese wirkt sich nicht auf den Schufa-Score aus.

Beim sogenannten Schweizer Kredit wird keine Schufa-Auskunft eingeholt. Damit stellt der Schweizer Kredit eine Ausnahme dar. Zwar wird auch beim Schweizer Kredit die Bonität des Antragstellers im Rahmen der Kreditprüfung anhand der Angaben im Kreditantrag sowie der Gehaltsnachweise ermittelt. Allerdings kann es beim Schweizer Kredit nicht passieren, dass der Kreditantrag abgelehnt wird, nur weil man möglicherweise einmal vergessen hat, seine Telefonrechnung pünktlich zu bezahlen. Wie der Name schon sagt, wird der Schweizer Kredit nicht von Deutschen Kreditinstituten vergeben, sondern meist von Banken, die in der Schweiz ansässig sind.