Überschuldung? Nein Danke!

Mit diesen Tipps können Sie einer Überschuldung ganz einfach vorbeugen

Die Anzahl der überschuldeten Haushalte in Deutschland ist immer noch auf einem konstant hohen Niveau. Zwar ist die Arbeitslosigkeit leicht rückläufig und die Zahl der Insolvenzeröffnungen im Vergleich zu den Vorjahren gesunken. Dennoch handelt es sich angesichts von 3,36 Mio. überschuldeten Haushalten um ein anhaltendes Massenphänomen. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Studie „Erstmals hochgerechnete Ergebnisse der Überschuldungsstatistik“ der WISTA, Wissenschaftsmagazin des Statistischen Bundesamtes, Ausgabe 2/2016. Im Rahmen der Überschuldungsstatistik 2015 wurden 410 der insgesamt 1.400 Schuldnerberatungsstellen in Deutschland untersucht und Daten von rund 103.000 beratenen Personen ausgewertet und hochgerechnet.

Auslöser für eine Überschuldung ist laut der Studie in erster Linie der Verlust des Arbeitsplatzes. Fast 20% der Personen, die im Jahr 2015 eine Schuldnerberatung in Anspruch genommen haben, sind durch Arbeitslosigkeit in finanzielle Schwierigkeiten gekommen. Auch ungeplante Veränderungen der Lebensumstände wie Trennung, Scheidung oder Tod des Lebenspartners ebenso wie gesundheitliche Probleme, beispielsweise Sucht oder Unfall, zählen zu den häufigsten Überschuldungsursachen. Die durchschnittliche Höhe der Überschuldungen in Deutschland beträgt 34.368 €.

Schulden sind nicht gleichzusetzen mit einer Überschuldung. Während von Schulden bereits beim kleinsten Ratenkredit die Rede ist, spricht man von einer Überschuldung erst dann, wenn der Schuldner nicht mehr in der Lage ist, mit seinem Einkommen und Vermögen den Zahlungsforderungen nachzukommen. Wer einmal in der Schuldenfalle gelandet ist, findet meist nicht mehr ohne externe Hilfe heraus. Oft kommt es zur Privatinsolvenz. Daher sollten Verbraucher es gar nicht soweit kommen lassen und einer Überschuldung rechtzeitig vorbeugen.

Die wichtigsten Tipps haben wir zusammengefasst:

  • Wer ein relativ geringes Einkommen hat oder jeden Monat bereits etliche Verbindlichkeiten aus bestehenden Krediten zu begleichen hat, sollte nicht überstürzt handeln, sondern sich zunächst einen Überblick über seine Einnahmen und Ausgaben verschaffen. Ein Haushaltsbuch kann hier eine nützliche Hilfe sein. Wer hier seine Einnahmen und Ausgaben gewissenhaft und über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten pflegt, behält seine Finanzen immer im Blick. Anhand der Zahlen kann genau eruiert werden, ob und in welcher Höhe man sich einen neuen Kredit leisten kann. Das erfordert anfangs etwas Disziplin, macht sich aber schnell bezahlt.
  • Indirekt wird man durch das Führen eines Haushaltsbuches gezwungen, sich die Ausgabenseite genauer anzusehen und zu hinterfragen, ob manche Ausgaben in der Höhe oder überhaupt nötig sind. Alte Verträge mit Telekommunikations- oder Stromanbietern beispielsweise sind oft teuer und beinhalten keine besseren Leistungen. Durch einen Anbieterwechsel lassen sich oft enorme Einsparungen erzielen. Diese finanziellen Spielräume können Verbraucher nun nutzen, um die Raten für einen neuen Kredit zu bezahlen.
  • Auch bei Alt-Krediten lassen sich durch eine Umschuldung beträchtliche Summen einsparen. Durch das Zusammenfassen mehrerer alter Kredite zu einem günstigeren Umschuldungskredit lässt sich die Monatsrate deutlich reduzieren. Weiterer positiver Nebeneffekt: Dadurch, dass nur noch eine Monatsrate abgebucht wird, erhält man eine bessere Übersichtlichkeit und Kontrolle über seine Kredit-Verbindlichkeiten.
  • Verbraucher sollten sich vor der Aufnahme eines neuen Kredites gut informieren und nicht gleich das erst beste Angebot unterschreiben. Ein Vergleich verschiedener Anbieter anhand des Effektivzinssatzes ist auf alle Fälle ratsam und sinnvoll. Kreditvergleichsseiten im Internet liefern einen guten Überblick über verschiedene Angebote und geben eine erste Orientierung auf der Suche nach dem passenden Kredit. Lassen Sie sich kostenlos beraten, wenn Sie unsicher sind oder Rückfragen haben. creditSUN kooperiert mit einer Vielzahl von Partnerbanken und ist in der Lage, genau das richtige Angebot für Sie zu ermitteln.
  • Wenn die Einnahmen trotz reduzierter Ausgaben immer noch nicht ausreichen, um zusätzlichen Finanzierungsbedarf zu decken, sollte geprüft werden, ob auf der Einnahmenseite geschraubt werden kann. Das muss nicht immer gleich ein Nebenjob sein. Wenn die Kinder beispielsweise aus dem Haus sind, können Eigentümer einer Wohnung oder eines Hauses auch über die Vermietung von Räumlichkeiten nachdenken, um die regelmäßigen Einnahmen zu erhöhen.
  • Grundsätzlich sollten Verbraucher ohnehin erst einmal prüfen, ob denn immer gleich ein zusätzlicher Kredit von Nöten ist. Manchmal greifen Verbraucher rein aus Bequemlichkeit auf günstige Finanzierungsangebote der Banken zurück, obwohl der Verkauf von nicht mehr genutzter Technik, geerbtem Schmuck oder von Zweit- und Dritt-Fahrzeugen den Geldbedarf locker hätte decken können.
  • Der vielleicht schwierigste Faktor, um einer Überschuldung vorzubeugen, ist es seine Kauflust unter Kontrolle zu bringen bzw. sich nicht von „Lockvogel“-Angeboten zu übermäßigem Konsum verleiten zu lassen. Geschickt konzipierte und gestaltete Reklame oder limitierte Promotion-Aktionen im Handel versuchen, Verbraucher mittels 0%-Finanzierung zum Kauf zu animieren. Auch wenn sich solche Angebote auf den ersten Blick gut anhören und Käufer die Zinsen für den Kredit vermeintlich geschenkt bekommen, sollten sie keine überstürzten Entscheidungen treffen. Kostenlose Finanzierungen sind oft im Kaufpreis mit einkalkuliert oder sind in Wirklichkeit nur eine etwas andere Form des Werbebudgets.
  • Die unkomplizierteste Möglichkeit, einen Kredit aufzunehmen, ist es, einfach sein Konto zu überziehen, denken viele. Dazu müssen Bankkunden noch nicht einmal einen gesonderten Antrag stellen. Allerdings ist der Dispokredit tückisch. Denn wer sein Konto überzieht, denkt in dem Moment oft nicht darüber nach, dass die Ausgaben im folgenden Monat umso niedriger sein müssten, um den Dispo wieder ausgleichen zu können. Doch oft bleiben die monatlichen Ausgaben auf einem konstant hohen Niveau oder werden sogar noch größer. Irgendwann landet man dann im Dauer-Minus. Beim Dispokredit sind die Zinsen in der Regel um ein vielfaches höher als beim normalen Ratenkredit. Daher ist es dringend zu vermeiden, sein Girokonto dauerhaft zu überziehen. Besser ist es, den Dispo durch einen günstigen Ratenkredit abzulösen.
  • Normalerweise fragen Banken bei einem Kreditantrag den Schufa-Score ab, um die Bonität des Antragstellers in Erfahrung zu bringen und damit die Ausfallwahrscheinlichkeit richtig einschätzen zu können. Allerdings ist es keine Seltenheit, dass gespeicherte Daten bei der Schufa nicht mehr aktuell und damit falsch sind. So könnte es im Zweifel passieren, dass die Kreditwürdigkeit eines Antragstellers fälschlicherweise als zu schlecht eingestuft wird und der Zinssatz ungerechtfertigt höher ausfällt oder es sogar zu einer Ablehnung kommt. Verbraucher, die vorhaben in nächster Zukunft einen Kredit zu beantragen, sollten daher vorher unbedingt eine kostenlose Schufa-Auskunft einholen. So erhält man einen Überblick über die bei der Schufa gespeicherten Daten und kann ggf. falsche Daten korrigieren oder löschen lassen.
  • Sollte es bei einem laufenden Kredit tatsächlich einmal zu einem Zahlungsausfall kommen, sollte der Betroffene nicht passiv bleiben und die Angelegenheit wortlos aussitzen, sondern stattdessen proaktiv auf die Bank zugehen und das Gespräch suchen. In der Regel haben Gläubiger immer ein Interesse daran, gemeinsam mit dem Kreditnehmer eine Lösung zu finden. So kann beispielsweise eine Ratenpause oder auch eine Reduzierung der monatlichen Raten durch eine Laufzeitverlängerung ein gangbarer Weg für alle Beteiligten sein.
  • Wenn auch eine Laufzeitverlängerung oder Ratenpause kein Ausweg mehr ist, sollten Verbraucher sich nicht scheuen, zur Schuldnerberatung zu gehen. Wer sich rechtzeitig Hilfe von Profis holt, hat gute Chancen, seine Finanzen wieder in Griff zu bekommen. Ziel sollte es auf alle Fälle sein, eine Privatinsolvenz zu vermeiden.