Mit einer Umschuldung bares Geld sparen

Das anhaltende Niedrigzinsniveau hat auf dem Kreditmarkt in Deutschland für einen gewaltigen Anstieg gesorgt. Immer mehr Deutsche nehmen einen günstigen Ratenkredit auf, um damit ihre Wünsche zu erfüllen. Das ist auch nicht verwunderlich, da Ratenkredite aktuell teils mit unter zwei Prozent Zinsen beworben werden – entsprechende Bonität und positive SCHUFA vorausgesetzt. Auch Kreditnehmer, die aktuell keinen (neuen) Kredit benötigen, sollten die Gunst der Stunde nutzen und darüber nachdenken, Ihre bestehenden Kredite umzuschulden. Das bezieht sich nicht nur auf Ratenkredite – auch mit der Umschuldung von teuren Dispokrediten oder Baufinanzierungen lassen sich beachtliche Beträge einsparen.

Bei einer Umschuldung wird ein bestehender Kredit, der vor mehreren Jahren zu einem höheren Zinssatz aufgenommen wurde, durch einen neuen, deutlich günstigeren Kredit abgelöst. Wenn mehrere Alt-Kredite zu einem neuen Umschuldungskredit zusammengefasst werden, profitiert der Kreditnehmer zusätzlich von einer besseren Übersichtlichkeit und Kontrolle über seine laufenden Verbindlichkeiten.

Was die Umschuldung von Ratenkrediten bewirkt

Mit einer Umschuldung von Ratenkrediten können verschiedene Effekte erzielt werden: Der Umschuldungskredit kann durch niedrigere Zinsbelastung und Zusammenfassen mehrerer Raten für eine deutliche Senkung der Monatsrate sorgen. Kommt es dem Kreditnehmer aber nicht auf eine geringere monatliche Belastung, sondern vor allem auf die Senkung der Gesamtkosten über die komplette Laufzeit an, kann die Monatsrate auf dem selben Niveau belassen werden, was bei günstigerem Zinssatz mit der Erhöhung des Tilgungsanteils einher geht . Der Kredit ist damit deutlich schneller abbezahlt und der Kreditnehmer spart bares Geld.

Warum die Ablösung des Dispokredites sinnvoll ist

Der durchschnittliche Zinssatz beim Dispokredit liegt aktuell bei knapp 10 Prozent (Stand: 16.08.2016, Quelle: Stiftung Warentest). Tückisch dabei ist, dass einige Banken zwar mit niedrigen Dispo-Zinsen von rund 6% werben, diese allerdings nur bei teuren Girokonto-Modellen gültig sind. Bei Kontoführungsgebühren von 15,- € pro Monat liegen die Gesamtkosten pro Jahr deutlich höher als die Werbung suggeriert. Außerdem sollten Bankkunden darauf achten, dass sie bei Nutzung ihres Dispos nicht den vereinbarten Disporahmen überziehen. Denn die Zinsen für geduldete Überziehung liegen noch deutlich über den Dispo-Zinsen innerhalb des vereinbarten Rahmens. Wer also sein Konto gar nicht erst überzieht, sondern stattdessen einen günstigen Ratenkredit aufnimmt, fährt mittel- bis langfristig besser.

Was beim Umschuldungskredit zu beachten ist

Eine Umschuldung kann viele Vorteile haben. Allerdings sollte man nicht überstürzt handeln und das erst beste Angebot annehmen. Einige Punkte sollten beachtet werden:

  • Damit sich die Umschuldung wirklich lohnt, sollte der Zinssatz des neuen Kredites deutlich unter dem Ihres alten Kredites liegen. Vergleichen Sie verschiedene Angebote anhand des Effektivzinssatzes online z.B. über Kreditvergleichsseiten oder lassen sich von uns als unabhängigem Kreditvermittler das günstigste Angebot ermitteln.
  • Bei manchen Angeboten sind nicht alle Kosten im effektiven Jahreszins inkludiert. Das erschwert die Vergleichbarkeit. Achten Sie daher auf versteckte Kosten.
  • Eine Umschuldung lohnt sich umso mehr, je länger Ihr Alt-Kredit noch läuft, je höher die Restschuld ist und je größer die Differenz zwischen Alt- und Neu-Zinssatz ist.
  • Wenn Sie keinen Neubedarf mitfinanzieren möchten, sollten Sie tatsächlich nur die Restschuld Ihres Alt-Kredites durch einen Umschuldungskredit ablösen. Lassen Sie sich keine Aufstockung der eigentlich benötigten Kreditsumme aufschwatzen. Das Ziel Ihrer Umschuldung ist schließlich eine Senkung Ihrer Kosten, nicht die Erhöhung Ihrer Schulden.
  • Lassen Sie sich nicht unnötig Restschuldversicherungen aufs Auge drücken. Auch hier ist bei Kreditvergleichsseiten Vorsicht geboten, denn teils wird die Auswahl „Restschuldversicherung“ mit dem Wert „ja“ vorbelegt, obwohl der Antragsteller keine Restschuldversicherung benötigt. Prüfen Sie daher Ihre Eingaben vor dem Absenden also noch einmal sorgfältig.
  • Wenn Sie eine Umschuldung aus Gründen der Verschlechterung Ihrer finanziellen Lage anstreben, sollten Sie die neue Monatsrate nur in der Höhe ansetzen, die Sie sich problemlos leisten können. Wenn Sie zu ambitioniert kalkulieren, und Ihre Rate dann aufgrund unvorhersehbarer finanzieller Zusatzbelastungen nicht mehr stemmen können, ist weder Ihnen noch der Bank geholfen. Besser Sie setzen die Monatsrate etwas zu niedrig als zu hoch an und können damit einen Kreditausfall vermeiden. Experten raten dazu, maximal 15 Prozent vom monatlichen Nettoeinkommen für Kreditraten einzukalkulieren.
  • Achten Sie unbedingt darauf, dass Ihr neuer Kredit Sondertilgungen sowie eine kostenlose vorzeitige Tilgung zulässt. Damit sind Sie in der Lage, bei unerwartet höheren monatlichen Einnahmen auch größere Summen zu tilgen und die Laufzeit damit zu verkürzen.
  • Bringen Sie vor der Beantragung des Umschuldungskredites in Erfahrung, ob durch die Ablösung des Alt-Kredites eine Strafzahlung, die sog. Vorfälligkeitsentschädigung, anfällt. Seit der Verbraucherkreditrichtlinie von Juni 2010 dürfen Banken nur noch maximal 1% der Restschuld verlangen, sofern Ihr Kredit noch min. zwölf Monate läuft. Die meisten neueren Verträge können jederzeit gekündigt werden. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Bank nach.
  • Wir empfehlen eine Online-Beantragung Ihres Umschuldungskredites. Dabei profitieren Antragsteller im Vergleich zur Filialbank sowohl von einem deutlichen Zeitvorsprung, als auch in vielen Fällen von günstigeren Konditionen. Auch eine parallele Kreditanfrage im Internet und in der Filiale ist denkbar und sinnvoll, wenn Sie die Konditionen schwarz auf weiß miteinander vergleichen möchten oder ggf. ein günstigeres Angebot einer Direktbank zur Nachverhandlung mit Ihrer Hausbank nutzen möchten.
  • Über welchen Weg Sie Ihren Umschuldungskredit auch beantragen, geben Sie als Verwendungszweck am besten „Umschuldung“ an. Damit stellen Sie sicher, dass die Monatsrate Ihres laufenden Kredites bei der Bonitätsprüfung nicht als Kostenblock angesetzt wird, sondern als Kreditrate des neuen Umschuldungskredites.
  • Sofern beispielsweise eine Immobilie, ein Auto, eine Lebensversicherung oder ähnliches als Sicherheit zur Verfügung steht, können Sie diese bei der Beantragung mit angeben. Damit können Sie den Zinssatz Ihres Umschuldungskredites positiv beeinflussen.

Zur Zeit sind die Voraussetzungen für eine Umschuldung ideal: Die Leitzinsen der EZB sind auf einem historischen Tiefpunkt, Ratenkredite sind daher so günstig wie nie. Wer also eine Umschuldung plant, sollte das aktuelle Niedrigzinsniveau nutzen und seine Umschuldung zeitnah in Angriff nehmen. Werden die oben beschriebenen Punkte  beachtet, kann durch eine Umschuldung eine beachtenswerte Summe Geld gespart werden.