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EuGH Urteil zur Arbeitszeiterfassung – Das sollten Sie über das neue Arbeitszeitgesetz wissen!

Arbeitszeiterfassung

Ist das EuGH Urteil zur Arbeitszeiterfassung ein Fortschritt für Arbeitnehmer? Welche Branchen betrifft die Arbeitszeiterfassung und vor allem: Wann tritt die neue Arbeitszeiterfassung in Kraft? In den sozialen Medien polarisiert das Thema stark – neutrale Berichte lassen sich aber auch in den offiziellen Medien wenig finden. Diese Zusammenfassung schafft Abhilfe.

Deutschland macht umsonst zu viele Überstunden. Das trifft zwar für Arbeitnehmer in ganz Europa zu, dennoch führen wir diese traurige Statistik mit Abstand an. Es ist das bisschen Extra, was wir jeden Tag für den Job tun und uns nicht aufschreiben. Zücken Sie Ihren Stundenzettel, wenn Sie nach Feierabend schnell Briefe zur Post bringen oder wenn Sie am Abend noch fix mit einem Kunden telefoniert haben? Nein. Und genau das soll sich jetzt bei der Arbeitszeiterfassung ändern. Jede Arbeitszeit soll notiert werden. Schließlich häufen sich auch 10 Minuten täglich bei einer Sechs-Tage-Woche zu einer unbezahlten Stunde.

Viele Menschen fragen sich jetzt zu recht zwei Dinge zum EuGH-Urteil zur Arbeitserfassung

  1. Passt die neue Stechuhrmanie in unsere moderne Zeit und den Wandel in der Arbeitswelt?
  2. Sind es nicht die kleinen Extras über dem Mindesten, die mich die Karriereleiter hinaufbringen?

Antworten auf diese Fragen werden noch gesucht. Eines muss jetzt in aller Deutlichkeit klar gestellt werden: Das Urteil zur Arbeitszeiterfassung  ist noch kein Gesetz. Die Länder sind nun durch das Urteil zur Arbeitszeiterfassung dazu verpflichtet diesem Rahmengesetz Rechnung zu tragen. Das heißt, Deutschland ist nun in der Pflicht zu prüfen, welche Umsetzungsform angemessen ist. Dazu zeigen sich Politiker über die Parteigrenzen hinaus durchaus offen, sich sowohl Arbeitnehmer und Arbeitgeber anzuhören, aber auch, die vielen verschiedenen Branchen zu berücksichtigen.

Wie eng Deutschland aus dem Urteil zur Arbeitszeiterfassung eine Stechuhr Gesellschaft macht und welche Umsetzung von den Betrieben gefordert werden wird- welche Ausnahmen es für Kleinstbetriebe und Start-Ups etwa – geben wird, ist noch lange nicht geklärt.

Auswirkungen vom Urteil zur Arbeitszeiterfassung

  1. Welche Folgen hat das EuGH Urteil zur Arbeitszeiterfassung für den Arbeitgeber?

Arbeitgeber werden in Zukunft – im Rahmen des kommenden Gesetzes zur Arbeitszeiterfassung – dazu verpflichtet sein, die tatsächliche Arbeitszeit zu honorieren. Ob das in Form von Abgeltung oder Bezahlung passiert, ist dabei nicht geregelt. Engagierte Arbeitnehmer und solche, die mit Fleißarbeit beschäftigt sind, werden mutmaßlich teurer. Es ist jetzt schon nötig, sich firmenintern Gedanken darüber zu machen, wie das Management konkret aussehen könnte: Mehr Arbeit in kürzerer Zeit zu fordern ist definitiv keine Lösung.

Fakt ist auch, die Einführung von Zeiterfassungssystemen wird Geld kosten und für viele Unternehmen ein Budget Problem werden. Inwieweit Subventionen und Co zur Arbeitszeiterfassung relevant werden, ist auch noch nicht klar.

  1. Welche Folgen hat die Arbeitszeiterfassung für den Arbeitnehmer?

Arbeitnehmer sollten auch jetzt schon eigentlich jede Minute Arbeitszeit aufschrieben und damit bezahlt bekommen. Die Realität ist anders, das wissen Sie ebenso gut wie wir. Neu wird werden, dass es eine gesetzliche Pflicht geben wird, minuziös korrekt aufzulisten, wann gearbeitet wurde. Das heißt auch, dass danach die 11 Stunden Pause bis zum nächsten Arbeitsbeginn einzuhalten sind. ´

Auf welche Weise Ausnahmen gerade für Branchen wie Gastronomie und Dienstleister wie Fotografen und auch Ärzte umgesetzt werden, steht noch nicht fest. Ein weiterer kritischer Berufszweig sind Lehrer und auch Freiberufler sind besonders stark betroffen.

Anmerkung: Es gibt bisher nur Spekulationen, wie sich das EuGH Urteil auf Ergebnis orientierte Arbeiten auswirken wird – Stichwort Projekte, Shootings, Bezahlung Pro Wort/Normseite und/oder thematische Beratung.

  1. Wann tritt das neue Gesetz in Kraft?

Es steht noch nicht fest, wann das Gesetz in Kraft treten wird. Nur für unsere Politiker hat bisher die Arbeit begonnen, die Richtlinie zu beginnen, umzusetzen.

  1. Kritik an dem EuGH zur Arbeitszeiterfassung

Die drei häufigsten genannten Kritiken sind:

  1. Gerade war die Arbeitswelt dabei, vom Anwesenheitsmodell zum Leistungsmodell überzugehen. Ziel war es vor allem, dass Menschen nicht mehr für 8 Stunden Herumsitzen bezahlt werden, sondern Ihre anstehende Arbeit zu erledigen haben und dann – je nach Branche natürlich – gehen können. So sollte die Work-Life-Balance verbessert werden und einfach ein faires Bezahlmodell zum Tragen kommen, in dem nicht die „Faulen“ mitgetragen werden.
  2. Die Umsetzung der neuen Arbeitszeiterfassung in Start-Ups, bei Ärzten, Lehrern und auch in anderen Sektoren scheint nicht realisierbar. Neben Branchen spezifischen Gründen würde das für die Unternehmen einen dermaßen immensen Mehraufwand auf Verwaltungsseite bedeutenden, dass eine Unverhältnismäßigkeit entstehen würde. Teuer und ineffizient -ob das stimmt und auch die Meinung der Arbeitnehmer ist?
  3. Was ist mit dem Thema Vertrauensarbeitszeit? Geht das noch? Was ist mit unterbrochener Arbeitszeit und noch schlimmer: Was ist mit den ganzen kreativen Berufen? Wenn die meiste Arbeit im Kopf stattfindet, ganz latent und die Umsetzung aber nicht lange dauert, spiegelt die Bezahlung nach Stunde dann noch den korrekten Wert wieder? Welche Stundensätze müssten angeschlagen werden?

Weiter gibt es Überlegungen in die Richtung Lohnnebenkosten. Es sei richtig, so liest es sich, dass die Arbeitnehmer jede ihrer Arbeitsminuten vergütet bekämen, aber würden die Unternehmen nicht mit steigenden Lohnnebenkosten überfordert?

Fazit zum EuGH Urteil zum Arbeitszeitgesetz

Das EuGH Urteil ist sicherlich eine richtige Entscheidung gewesen. Dennoch ist es jetzt an Deutschland, daraus etwas Sinnvolles zu machen. Historisch betrachtet ist es wirklich kein Wunder, dass die Angst umgeht, wir würden wieder ein Jahrhundert zurückentwickeln. Hier lebt die Bürokratie und die Genauigkeit. Die Chance, noch eine tolle Statistik zu erstellen, will sich so mancher Politiker nicht entgehen lassen. Umsichtig umgesetzt allerdings kann das Urteil endlich einen Schlussstrich unter die vielen unbezahlten Überstunden ziehen. Gut so. Das verstecken sich sogar noch potentielle neue Stellen, wenn jeder nur noch seine Arbeitsstunden verrichten würde. Es bleibt spannend, aber verteufeln sollten Sie diesen Wegweiser noch nicht. Bisher ist es nämlich nicht mehr als das: ein Wegweiser in die richtige Richtung.

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