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Short Selling – Was versteht man unter Leerverkäufe an der Börse?

Short-Selling

Im Frühjahr 2021 hat GameStop auf sich aufmerksam gemacht. Es handelt sich um eine kleine Handelskette, die mit Games handelt und die vor allem die junge, spielebegeisterte Generation kennt. Doch der Grund für den Wirbel waren keine PC-Spiele, sondern Wertpapiere, die bei Leerverkäufen verkauft worden sind. Durch diese Leerverkäufe explodierte der Aktienkurs, was dazu geführt hat, dass Shortseller eine Menge Geld verloren haben.1 Was genau hinter Short Selling steckt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Wie funktionieren Leerverkäufe?

Bei einem Leerverkauf veräußern Trader Wertpapiere, die sie überhaupt nicht besitzen. Sie leihen diese Aktien von einem Broker. Es handelt sich um ein Termingeschäft. Die Verkäufer, auch Shortseller genannt, gehen davon aus, dass die Kurse für die betroffenen Aktien fallen und sie somit einen Gewinn durch den reinen Verkauf erhalten. Im Fall, dass die Spekulationen real werden, gelangen sie somit an große Gewinne. Dies wird auch als „short gehen“ bezeichnet. Für Leerverkäufer kann Short Selling sehr lukrativ sein. Zum Zeitpunkt des Verkaufs haben die Aktien dann einen höheren Wert als zu dem Zeitpunkt, an dem die Trader sie bezahlen.

Ein Beispiel: Aktie X kostet 100 Euro pro Stück. Ein Trader verkauft bei einem Leerverkauf 10 Stück für insgesamt 1.000 Euro. Die Kurse fallen anschließend wie prognostiziert, sodass Aktie X später nur noch für 90 Euro das Stück gehandelt wird. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, kauft der Verkäufer zehn Stück für insgesamt 900 Euro. Da die Aktien an den Käufer weitergehen, hat der Trader einen Gewinn von 100 Euro gemacht. Falls der Kursverfall so drastisch abläuft, dass Aktie X nur noch 30 Euro wert ist, beläuft sich der Gewinn aus diesem Handel sogar auf 700 Euro.

Nicht in jedem Fall geht die Rechnung auf. Da Aktienkurse nicht zu 100 Prozent vorhersehbar sind, kann es genauso gut sein, dass die Kurse ungefähr gleich bleiben oder sogar steigen. In letzterem Fall ist es möglich, dass die Shortseller keinen Gewinn, sondern einen Verlust einfahren. Doch da das nur selten passiert, gehen die Verkäufer bereitwillig das Risiko ein. Short Selling ist daher keine Garantie für satte Gewinne, sondern wie jedes Handeln an der Börse mit Risiken behaftet.

Welches Ziel verfolgen Shortseller?

Zu den berüchtigsten Leerverkäufern zählen Hedgefonds. Sie sind im Allgemeinen bekannt für ihr gewagtes Vorgehen an der Börse, das auch nicht immer auf Zustimmung der Bevölkerung stößt. Doch sie haben in der Regel genug Kapital, um auch einige riskante Geschäfte wie das Short Selling zu wagen. Das Ziel dieser Verkäufe ist es, möglichst viel Gewinn für wenig Aufwand zu erzielen. Hedgefonds haben ausreichend Zeit, Kapital und das nötige Know-how, um den richtigen Zeitpunkt abzuwarten und die günstigsten Aktien aufzuspüren.

Welche Auswirkungen haben Leerverkäufe auf den Aktienkurs?

Das große Geschäft mit dem Short Selling spült nicht nur viel Geld in die Taschen der Profiteure, sondern es hat auch erhebliche Nachteile für andere. Vor allem die betroffenen Unternehmen, zu denen die gehandelten Aktien gehören, müssen sie in Kauf nehmen. Wenn Hedgefonds einen Leerverkauf tätigen, lösen sie fast immer einen Kursverfall aus. Es liegt also zum Teil an den Shortsellern, dass die Aktienwerte verfallen. Auch die übrigen Besitzer der Aktien dieser Unternehmen werden durch die fallenden Kurse geschädigt. Short Selling ist daher ein erhebliches Problem aber vollkommen legal.

Im Zusammenhang mit Short Selling hat vor kurzem der Fall GameStop auf sich aufmerksam gemacht. GameStop ist ein börsennotiertes US-amerikanisches Unternehmen, das mit Computerspielen und Unterhaltungssoftware handelt und auch einige Niederlassungen in Deutschland besitzt. Im Laufe der Coronapandemie waren die digitalen Produkte plötzlich deutlich stärker nachgefragt als in den Jahren zuvor. Im Herbst 2020 stiegen die Kurse daher leicht an. An diesem Punkt kamen Hedgefonds ins Spiel. Sie spekulierten darauf, dass die GameStop-Aktien in absehbarer Zeit wieder an Wert verlieren würden und begannen mit dem Short Selling.

Doch die Leerverkäufer hatten nicht an die Macht der Sozialen Medien gerechnet. Fans von GameStop waren mit dem Vorgehen nicht einverstanden und kauften massenhaft GameStop-Aktien, damit es nicht zu einem Kursverfall kommen würde. Das führte dazu, dass der Aktienkurs innerhalb weniger Tage im Januar 2021 um das Zwölffache anstieg (von 20 auf 480 Euro). Die Lage hat sich derart verschärft, dass der Handel mit GameStop-Aktien zeitweilig eingeschränkt worden ist. Die Short Seller mussten daraufhin einen Short Squeeze hinnehmen. Damit ist gemeint, dass die Short Sellings wieder umgekehrt werden. Die Hedgefonds mussten die Aktien also zurückkaufen.

Short Seller schlagen aus Verlusten anderer Profit

Short Selling ist eine Methode, die deutlich mehr Nachteile als Vorteile hat, wie nicht nur der Fall von GameStop zeigte. Short Seller geraten immer wieder in die Kritik, da Sie aus Verlusten von Anlegern Profit schlagen. Es handelt sich um eine offensichtliche Marktmanipulation, die vielen Menschen und Unternehmen schadet und nur ohnehin schon reichen Verkäufern nützt.

Mein Name ist Bechthold Christiane und schreibe leidenschaftlich Fachartikel. In meiner langen Berufslaufbahn kann ich eine 30-jährige Tätigkeit im Medien-, Kredit und medizinischen Bereich vorweisen. Ich überzeuge mit meiner Zuverlässigkeit und Qualität von jounalistischen Fachberichten.

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