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Eigenkapital beim Hausbau sparen mit einer Muskelhypothek – So funktioniert es!

Muskelhypothek

Die Muskelhypothek ist für viele private Bauherren eine wichtige Alternative, um Eigenkapital beim Hausbau sparen zu können und die eigene Mitarbeit beim Bau als „Eigenkapital“ in die Gesamtfinanzierung des Eigenheims einfließen zu lassen.

Die Banken akzeptieren diese Art des Eigenkapitals auch gern – aber es gibt klare Grenzen. Nicht jeder schätzt seine Fähigkeiten als Handwerker richtig ein und kalkuliert richtig und berücksichtigt auch Risiken. Auch kann der private Bauherr nicht jede Arbeit fachgerecht ausführen. Worauf Sie bei einer Muskelhypothek achten sollten, erfahren Sie hier.

Was versteht man unter Muskelhypothek?

Der Begriff Muskelhypothek umfasst grundsätzlich alle Arbeiten beim Hausbau, die Sie selbst in Eigenregie erbringen können. Dabei zählt nicht nur Ihre eigene Mitarbeit, sondern auch die von Familienmitgliedern und Freunden. Beim Idealfall einer Muskelhypothek lassen sich auf diese Weise einige Tausend Euro an Handwerker-Dienstleistungen sparen. Wenn Sie nicht genug Eigenkapital in Form von Geld in den Hausbau einbringen können, wird der Wert der Muskelhypothek als quasi Eigenkapital angerechnet. Neben der reinen Ersparnis von Handwerker-Rechnungen sparen Sie indirekt auch noch, weil sie bei hohen Eigenleistungen weniger Darlehn für den Bau aufnehmen müssen und damit auch Bauzinsen / Hypothekenzinsen sparen, wenn die Bank Ihre Eigenleistungen direkt wie Eigenkapital anerkennt. Noch wichtiger ist es bei einer Baufinanzierung ohne Eigenkapital.

Umfang mit dem Kreditgeber abgesprochen werden

Der Umfang der Eigenleistung durch eine Muskelhypothek sollte von Ihnen vorab genau mit der Bank besprochen werden. Und auch der Architekt wird Ihnen natürlich sagen können, was realistisch von Ihnen geleistet werden kann und welche Arbeiten Sie im Rahmen einer Eigenleistung fachlich und vom Aufwand her überfordern würden.

Können alle Arbeiten in Eigenleistung erbracht werden?

Grundsätzlich kommen natürlich nicht alle Arbeiten als Eigenleistung im Rahmen der Muskelhypothek in Frage. Schließlich sind die Bauherren in der Regel Laien und unprofessionelle Helfer. Gerade fachlich komplexe und sicherheitsrelevante Arbeiten wie Elektro- und Abwasseranschlüsse sollten daher immer Fachleuten und Fachfirmen überlassen werden. Für die Eigenleistung kommen daher vor allem Tätigkeiten wie

  • Malerarbeiten,
  • Tapezieren,
  • Boden verlegen,
  • Laminat legen
  • sowie die Gartengestaltung und die Errichtung von Gartenzäunen in Frage

Als Handwerker kann man privat evtl. noch die Wärmedämmung selbst machen, aber bei weiteren Arbeiten werden die Banken eher auf die Bremse treten.

Welche Höhe kann Eigenkapital beim Hausbau sparen durch Muskelhypothek erreichen?

Das Eigenkapital beim Hausbau durch eine Muskelhypothek wird in der Regel im Durchschnitt auf 10.000 – 25.000 Euro angesetzt. Dabei muss man bedenken, dass die Banken auch einen Sicherheitsabschlag einbauen und nur realistische Teile als Eigenkapital beim Hausbau sparen durch Muskelhypothek anerkennen. Da sich viele Eigenheimbauer selbst überschätzen, müssen die Banken vorsichtiger kalkulieren. So wird eingeplant, dass es zu Schäden durch unsachgemäße Ausführung der ungelernten Helfer kommen kann und dadurch eventuell sogar die Kosten der Finanzierung in die Höhe getrieben werden können. Das kann zu hohen Modernisierungskosten führen.

Nur „Löhne“ können bei der Muskelhypothek berücksichtigt werden

Auch können natürlich immer nur die reinen Handwerkerlöhne als Eigenkapital beim Hausbau angerechnet werden. Denn nur diese Positionen sparen Sie auch wirklich mit der Eigenleistung ein. Sie sparen zum Beispiel nur den Malerlohn. Die Materialkosten haben Sie natürlich auch, wenn Sie die Arbeiten selbst ausführen. Im Zweifel werden Bauherren so euphorisch sein, dass sie mehr Eigenleistungen planen, als sie und ihre Freunde oder Familienmitglieder nachher in der Praxis wirklich leisten können. Und bei Problemen oder Schlechtleistung müssen oft professionelle Handwerker und Firmen die Schäden ausbessern, was zu erheblich höheren Kosten und auch zu Zeitverzögerungen führen kann.

Fazit zur Muskelhypothek

Eine Muskelhypothek kann ein realistischer Weg sein, fehlendes Eigenkapital auszugleichen, weil die Eigenleistung eingebracht werden kann. Allerdings dürfen Sie sich nicht selbst überschätzen und auch nur Arbeiten selbst machen, die keine Schäden verursachen oder sicherheitsrelevant sind. Ansonsten können die Kosten durch Schäden oder Unfälle umso höher sein. Eigenkapital beim Hausbau sparen ist unter Umständen sinnvoll, sollte aber genau durchdacht werden und auch hinsichtlich der Rechnungen und Planungen mit der Bank vorab genau besprochen werden, wenn die Muskelhypothek ein Erfolg werden soll. Sie können durch die Muskelhypothek zwar Eigenkapital beim Hausbau sparen, aber Sie sollten auch genug Zeit einplanen, um die Eigenleistung tatsächlich zu erbringen. Oftmals scheitert es an der fehlenden Zeit!

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