Sie befinden sich hier: Home / Blog/ Finanzwelt / Immer mehr Bankfilialen schließen – Digitalisierung auf dem Vormarsch

Immer mehr Bankfilialen schließen – Digitalisierung auf dem Vormarsch

Bankfilialen schließen

Allein in diesem Jahr mussten tausende Bankfilialen schließen. Sei es durch die Fusion von Banken oder durch die Digitalisierung – die Veränderungen sind frappierend. Jüngstes Beispiel ist die Deutsche Bank, die jede 5. Bankfiliale schließen möchte.1 So werden sich die Aufgaben von Bankfilialen schon in naher Zukunft grundlegend verändern. Das Filialsterben geht weiter – und die Digitalisierung ist sukzessive auf dem Vormarsch.

Anforderungen an die Beratung haben sich verändert

Als vor kurzem sämtliche Filialen der Sparda-Bank West einen ganzen Tag lang geschlossen blieben, war die Unsicherheit bei den Mitarbeitern groß. Denn diese hatten, Nachrichtenmeldungen zufolge, erst wenige Stunden zuvor von den Plänen der Konzernleitung erfahren. Aber auch die Kunden des Bankunternehmens fühlten sich hilflos. Fakt ist: Bei einem einzigen Tag der Schließung wird es nicht bleiben. Vielmehr plant die Sparda-Bank West, über kurz oder lang einen Großteil ihrer Bankfilialen zu schließen. Die Deutsche Bank zieht ebenfalls nach. So wird es jede 5. Filiale dieses renommierten Bankenkonzerns schon in Kürze nicht mehr geben. Diese und viele weitere Kreditinstitute wollen Kosten senken. Buchstäblich „um jeden Preis“. Vor diesem Hintergrund legen sie entweder ihre Zweigstellen zusammen oder sie entscheiden sich dafür, Bankfilialen zu schließen.

Ein Ende der Bankenschließungen ist nicht in Sicht

Rückblickend betrachtet, ist bereits seit längerer Zeit absehbar, dass die deutschen Banken ihr Filialnetz sukzessive verkleinern. Bei einem Blick auf die neuesten Zahlen zeigt sich allerdings, dass das Filialsterben mittlerweile äußerst denkwürdige Ausmaße angenommen hat. Aber ein Ende der Fahnenstange ist trotzdem noch immer nicht erreicht. Expertenmeinungen zufolge wird sich dieser traurige „Trend“ in den nächsten Jahren weiter beschleunigen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Einerseits müssen die Banken sparen und sich auf die Digitalisierung fokussieren. Auf der anderen Seite ist es jedoch die Digitalisierung, die dazu führt, dass die Zweigstellen der Banken kontinuierlich eliminiert werden.

Der Kunde wählt neue Wege

Die Veränderungen am Markt sind wahrlich bezeichnend. So haben sich auch die Wünsche und Ansprüche der Kunden verändert. Immer mehr Kunden suchen immer seltener eine Bankfiliale auf. Stattdessen entscheiden sie sich für modernere Kontaktmöglichkeiten, durch die sie von einer höheren Flexibilität profitieren. Die Zahl der Banken und Kreditinstitute, die sich diesem „Trend“ anpassen, steigt stetig. Die Stuttgarter BW-Bank als Tochterunternehmung der Landesbank LBBW wird ihr Filialnetz bis 2021 von 132 auf nur mehr 100 abbauen. Ähnlich verhält es sich bei der Nassauischen Sparkasse im hessischen Wiesbaden. Noch bis zum Ende des Jahres beabsichtigt die Konzernleitung die Schließung von 25 Zweigstellen. Die Hamburger Sparkasse reiht sich ebenfalls ein und schrumpft ihr Filialnetz in den nächsten Jahren von 130 auf 100.

Nicht jede Bank zieht mit

Während es Kreditinstitute gibt, die aktuell bis zu 40 Prozent ihrer Bankfilialen schließen, bauen andere ihr Filialnetz um bis zu 70 Prozent ab. Dann wiederum zeigt sich, dass es Banken gibt, deren Zweigstellen lediglich vereinzelt dicht machen. Mit welcher Strategie man diesbezüglich vorgeht, ist also von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Völlig verschwinden werden die Bankfilialen aber trotz der massiven „Schließungswelle“ nicht aus dem Bild der Öffentlichkeit. Denn dazu ist der persönliche Kontakt mit den Kunden einfach zu wichtig. Ebenso fest steht aber auch, dass sich das Service- und Leistungsportfolio vollumfänglich ändern wird. Statt der täglichen Dienstleistung werden vermehrt Verkäufe und Beratungen für komplexe Finanzprodukte im Vordergrund stehen.

Bankfilialen schließen – Immer mehr Konteneröffnungen bei Digital- und Direktbanken

Günstigere Preise, exzellenter Online- und Telefonservice – diese und weitere Faktoren wirken überaus ansprechend auf qualitätsbewusste, serviceorientierte Kunden. Angesichts dessen verwundert es nicht, dass die Zahl der Konto-Eröffnungen bei Digital- und Direktbanken in den vergangenen Monaten geradezu explosionsartig gestiegen ist. Wer nach Feierabend „schnell noch“ zur Bank will, um wichtige Dinge zu erledigen, der hat schlichtweg keine Lust mehr, sich an fixe Öffnungszeiten halten zu müssen und vor verschlossenen Türen zu stehen. Die Flexibilität, die Digital- und Direktbanken zu bieten haben, kommt den Erwartungen und Ansprüchen des „modernen“ grundsätzlich sehr entgegen. Insofern darf damit gerechnet werden, dass in naher Zukunft immer mehr Bankfilialen schließen werden

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass es durchaus auch möglich ist, auf virtuellem Wege eine bestmögliche Beratung und Unterstützung zu gewährleisten. So weiß man zu schätzen, dass man bei wichtigen Finanzangelegenheiten keineswegs mehr in jedem Fall das Haus verlassen muss, um von Angesicht zu Angesicht mit dem Bankberater zu sprechen. Sowohl der Austausch von Informationen, als auch die Unterzeichnung von Verträgen ist bequem per Email oder auf dem Postwege möglich. Rechtssicherheit inklusive. All das schafft Vertrauen und sorgt für Sicherheit.

Wird es in Zukunft keine Bankfilialen mehr geben?

Sicherlich war und ist es für einige Kunden mit einem gewissen Unsicherheitsfaktor verbunden, dass immer mehr Bankfilialen schließen. Aber ganz gleich, ob es um die Beantragung von Krediten oder um die Beratung zu komplexen Finanzprodukten geht – die Zusammenarbeit von Bankberatern und Kunden gestaltet sich angesichts der stetig voranschreitenden Digitalisierung immer einfacher und kundenorientierter. So wissen es immer mehr Bankkunden zu schätzen, dass renommierte Kreditinstitute individuell auf ihre Wünsche und Erwartungen eingehen – und dass es nicht einmal erforderlich ist, das Haus zu verlassen, um erstklassige Services in Anspruch zu nehmen. Insofern kann die Tatsache, dass so viele Bankfilialen schließen, sehr wohl als positiv bewertet werden.

1 Zeit online zu „Deutsche Bank will jede fünfte Filiale schließen“ (Stand: 22.09.2020)

Ich heiße Quang Lam und arbeite bei der Hegner Möller GmbH als Marketing Director. Ich interessiere mich sehr stark für die Themen Finanzen und Sport. In meiner Freizeit gehe ich gerne laufen und betreibe auch einen Laufblog. Ich schreibe für den creditSUN Blog nur über die Themen, die mich auch wirklich interessieren.

Kategorien

Banner Kreditvergleich