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Digitales Bezahlen – Warum in Deutschland immer noch so oft mit Bargeld bezahlt wird!

Digitales Bezahlen

Die voranschreitende Digitalisierung unserer modernen Gesellschaft macht vor den alltäglichen Zahlungsmitteln keinen Halt. Die bargeldlosen Bezahlmethoden, wozu auch das mobile Bezahlen bzw. Bezahlen mit dem Smartphone zählt, werden in Deutschland allerdings nur langsam angenommen. Warum immer noch der Großteil der Deutschen Bargeld bevorzugt sowie die Vor- und Nachteile vom digitalen Bezahlen werden im folgenden Text näher erläutert.

Giro-, Kreditkarte und NFC

Der Begriff „digitales Bezahlen“ gilt als Sammelbegriff und vereint alle bargeldlosen Zahlungsmittel. Verbreitet ist dabei vor allem die Kartenzahlung per Giro- oder Kreditkarte, welche in Deutschland nicht nur bei größeren Beträgen angewendet wird. Seit einigen Jahren ist das NFC System im Umlauf, welches auch unter dem kontaktlosen Bezahlen bekannt ist. NFC ist dabei eine Abkürzung für Near Field Communication, was mit Nahfeldkommunikation zu übersetzen ist. Über diese Funktion verfügen die meisten Karten, welche nicht älter als drei Jahre alt sind, durch einen integrierten Chip. Auch das Bezahlen mit dem Smartphone oder Tablet per App, welches als mobiles Bezahlen definiert ist, funktioniert über diese Technik.

Unterschiede zwischen Bargeld und digitales Bezahlen

  1. Finanzieller Überblick

Wenn Sie mit Bargeld zahlen, wissen Sie immer, wie viel Geld Sie noch besitzen. Anhand der Menge an Münzen und Scheinen wird dem Bargeldnutzer eine direkte Auskunft über die vorhandene Geldmenge gegeben. Ausgaben wirken sich direkt auf diese Menge aus und können somit relativ leicht begründet werden.  Beim digitalen Bezahlen hingegen wird der Betrag von Ihrer Karte abgebucht und Sie erfahren Ihren Kontostand erst, wenn Sie z.B. sich im Online Banking einloggen oder es auf Ihrem Kontoauszug sehen. Ausgaben haben keinen unmittelbar und sichtbaren Effekt auf das Kapital, sondern müssen erst geprüft werden. In diesem Zusammenhang ist auch ein bewusster Umgang mit den finanziellen Mitteln beim Bargeld grundlegend einfacher, da keine Investitionen und Ausgaben mehr möglich sind, sobald die Menge aufgebraucht ist.

  1. Sicherheit

Die Sicherheit beim Digitalen Bezahlen stellt einen weiteren entscheidenden Aspekt dar, welcher vor allem für die älteren Generationen eine große Rolle spielt. Bei Kartenzahlung wie z.B. bei einer Kreditkarte besteht ein ständiges Risiko, dass Fehler am Auslesegerät auftreten, weshalb eine größere Eigeninitiative beim Nachprüfen gefordert ist. Die Anonymität wird ebenfalls nicht wie beim Bargeld geleistet, sondern es wird mehr oder weniger präzise vermerkt, welche Waren und Dienstleistungen man erwirbt. Auch das Risiko bei Diebstahl ist gerade beim kontaktlosen Bezahlen hoch, da hier keine PIN-Eingabe mehr gefordert ist und die Karte unmittelbar vom rechtmäßigen Besitzer gesperrt werden muss.

Mobiles Bezahlen ist aber wesentlich schneller und gerade bei den jüngeren Generationen beliebt, da das Smartphone oder Tablet in den meisten Fällen sowieso dauerhaft griffbereit ist. Als Gegenargument steht hierbei auch ein besserer finanzieller Überblick, da in der App der Bank oder Sparkasse oder auf dem Kontoauszug die Ausgaben aufgelistet werden, was beim Bargeld nicht der Fall ist. Es liegt daher sehr stark daran, ob Sie sich damit auseinandersetzen wollen.

Bargeldloses Bezahlen in Deutschland nicht überall möglich

Aufgrund der aufgeführten Risiken setzt sich das bargeldlose Bezahlen in Deutschland vergleichsweise langsam durch. Gerade Kleinbeträge werden bevorzugt mit Bargeld bezahlt, sodass die Kartenzahlung beispielsweise in Bäckereien oder anderen Einzelhandelsbereichen noch gar nicht möglich ist. Der Datenschutz spielt gerade für die älteren Generationen eine große Rolle, weshalb viele Nutzer Angst um ihre Kontodaten haben und lieber zu Scheinen und Münzen greifen. Digitales Bezahlen im Sinne der Kartennutzung kommt vermehrt zur Anwendung, sodass beispielsweise 2018 erstmalig prozentual mehr Umsatz durch Karten- als durch Bargeldzahlung im Einzelhandel verzeichnet wurde. Bei Beträgen über 30 Euro wird in Deutschland grundlegend auch eher zur Karte gegriffen. Der Schutz vor Kreditkartenbetrug stellt dabei auch einen Grund für die geringe Nutzung der digitalen Zahlung und der Bezahlung mit dem Smartphone dar. Je mehr Ausgaben nämlich per Karte getätigt werden, desto weniger auffällig ist eine Fremdnutzung des Kontos.

Digitales Bezahlen im internationalen Vergleich

Obwohl die Anzahl der Zahlungen per Karte in den vergangen Jahren in Deutschland gestiegen ist, gibt es nur wenige Länder, in denen dennoch so viele Barzahlungen getätigt werden. Digitales Bezahlen ist in den meisten europäischen Ländern im Vormarsch, sodass sich die Handelsstruktur dort auch schneller anpassen kann. In Japan ist es vollkommen normal mit dem Smartphone zu bezahlen. Auch die Barrieren zum Thema Datensicherheit sind dort im Vergleich zu Deutschland deutlich geringer. In den Niederlanden sind Supermärkte mit Selbstbezahlkassen für kontaktloses Bezahlen weit verbreitet, wohingegen in Deutschland das Modell von Kasse und Kassierer die Norm ist. Allerdings ist die Barzahlung auch in Österreich, Spanien und Italien das beliebtere Zahlungsmittel, weshalb diese Länder eher zu den Nachzüglern im Sinne der Digitalisierung zählen. Das Kundenverhalten ändert sich nur langsam, aber dennoch ist digitales Bezahlen als gängige Methode in Zukunft in Deutschland denkbar. Gerade mobiles Bezahlen wird mit einem zunehmenden technischen Fortschritt immer alltagstauglicher.

Ersetzt digitales Bezahlen bald das Bargeld in Deutschland?

Digitales Bezahlen ist eine Alternative zur Barzahlung, welche durch Giro-, Kreditkarten oder das Bezahlen mit dem Smartphone ermöglicht wird. Auch wenn laut momentanem Stand das Bargeld in Deutschland durch mobiles Bezahlen nicht ersetzt werden kann, erfreuen sich die modernen Methoden gerade in den jüngeren Generationen an größerer Beliebtheit. Trotz der Risiken versprechen diese modernen Zahlungsmittel einen Schritt in Richtung Digitalisierung.

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