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Ist ein Pfandleihhaus eine alternative Möglichkeit zur Kreditaufnahme?

Pfandleihhaus

Das teure Auto, die Goldkette von Oma oder eine Luxusuhr – diese und noch mehr Wertgegenstände können in einem Pfandhaus beliehen werden, damit eine kurzfristige Liquidität erreicht werden kann. Es ist einer der unkompliziertesten Wege, an Bargeld zu kommen. Aber wie sieht es mit den Konditionen aus? Ist ein Pfandleihhaus eine sinnvolle Alternative zu einer herkömmlichen Kreditaufnahme bei der Bank? Welche Gefahren verbergen sich bei einem Pfandleihhaus? Alle diese Fragen möchten wir Ihnen in diesem Beitrag

Was ist ein Pfandleihhaus?

In nahezu jeder größeren Stadt gibt es mindestens ein Pfandleihhaus. Es handelt sich dabei um ein Unternehmen, welches Wertgegenstände aller Art gegen Bargeld beleiht. Einige Pfandleihhäuser haben sich darauf spezialisiert, nur bestimmte Wertgegenstände zu beleihen, wie etwa Autos oder Antiquitäten. Meist spielt es jedoch keine Rolle, welche Gegenstände beliehen werden sollen, sie sollten sich nur wieder gut veräußern lassen.

Während Pfandhäuser früher einen eher schlechten Ruf genossen, werden sie heute von nahezu allen Personengruppen besucht – von Unternehmer A bis Privatperson Z. Heute ähneln die meisten Pfandhäuser einer modernen Bank, denn sie sind mit verschiedenen Schaltern ausgestattet, an denen der Kunde diskret sein Anliegen vortragen kann.

Wie funktioniert ein Pfandleihhaus?

Der Wert des zu verpfändenden Gegenstandes wird direkt in Anwesenheit des Kunden von dem Pfandleiher geschätzt. Anschließend wird ein Pfandleihvertrag erstellt und die zuvor vereinbarte Summe in bar ausgezahlt. In dem Vertrag ist eine bestimmte Frist vereinbart – meist 3 Monate – in welcher der Kunde nun seine beliehenen Gegenstände wieder auslösen kann. Dazu zahlt er den Kreditbetrag inklusive Gebühren und Zinsen an das Pfandleihhaus zurück, woraufhin er seine Wertgegenstände wieder mit nach Hause nehmen kann. Kann die Summe innerhalb der drei Monate nicht beglichen werden, kann unter Umständen der Pfandleihvertrag verlängert werden. Allerdings werden hierfür erneut Gebühren fällig und auch die Zinsen werden weiterhin berechnet.

Werden die Wertgegenstände nach spätestens vier Monaten nicht wieder ausgelöst und wird auch der Pfandkredit nicht verlängert, kann der Pfandleiher die Sachen nun versteigern. Insofern der Ertrag dabei höher ist, als der Kredit inklusive aller Gebühren und Zinsen, wird der Überschuss dem Verpfänder ausgezahlt. Können die Güter hingegen nicht versteigert werden, dürfen sie im Laden zum Verkauf angeboten werden.

Pfandkredit und Ratenkredit: Wo liegen die Unterschiede?

Bei einem Pfandkredit handelt es sich um ein Darlehen, bei dem der Verpfänder (oder Kreditnehmer) für das geliehene Geld als Absicherung bewegliche Wertgegenstände hinterlegt. Der Kunde bringt also Gegenstände in das Pfandleihhaus und bekommt dafür umgehend eine bestimmte Summe geliehen. Einen solchen Pfandkredit kann man ohne großartigen bürokratischen Aufwand erhalten. Lediglich ein gültiger Personalausweis muss im Pfandleihhaus vorgelegt werden. .

Anders sieht das Ganze bei einem Ratenkredit aus, der bei einer Bank beantragt wird. Hier wird vor der Genehmigung der Kreditsumme meist ein Bonitätsnachweis wie Gehaltsnachweise oder ähnliches verlangt und auch ein positiver Schufa-Bericht muss in der Regel vorliegen. Darüber hinaus unterscheiden sich der Pfandkredit und der Ratenkredit auch im Hinblick auf die Rückzahlung: Während der Pfandkredit nach einer bestimmten Zeit abgelöst werden muss, wird der Ratenkredit in monatlichen Raten getilgt.

Wann ist es sinnvoll, einen Pfandkredit aufzunehmen?

Ein Pfandkredit beim Pfandleihhaus ist sinnvoll, wenn kurzfristige finanzielle Engpässe überbrückt werden müssen. Voraussetzung hierfür ist natürlich, das genügend Wertgegenstände vorhanden sind, die den benötigten Ertrag einbringen. Es ist wichtig, mit realistischen Erwartungen in ein Pfandleihhaus zu gehen, denn es kann durchaus auch zu Rückschlägen kommen – etwa bei der Ermittlung des Preises. Gar mancher Goldschmuck hat sich schon als billige Kopie entpuppt und besonders bei Erbstücken, wo der emotionale Wert meist besonders hoch ist, sollte man als Kunde Vorsicht walten lassen.

Zudem ist es wichtig, dass sich der Kunde im Vorfeld darüber bewusst wird, was und wie viel er tatsächlich beleihen kann und will. Elektrogeräte bringen beispielsweise meist nur ein Bruchteil von der Summe, die sie eigentlich wert sind. In solchen Fällen sollte man überlegen, ob ein Verkauf nicht die bessere Alternative darstellt.

Darüber hinaus muss der Kunde vor dem Gang ins Pfandleihhaus selbst gut abwägen können, ob sich die finanzielle Lage in absehbarer Zukunft wieder verbessern kann und wird, denn nur so ist natürlich die Auslösung der Wertgegenstände möglich. Wer einen Pfandkredit mehrmals verlängert, macht ihn durch die hohen Gebühren und Zinsen schnell unrentabel.

Für wen eignet sich ein Pfandkredit?

Wer einen langfristigen Kredit sucht, ist mit einem klassischen Ratenkredit deutlich besser beraten, als mit dem Gang ins Pfandleihhaus. Wer allerdings nur kurzfristig einen finanziellen Engpass überbrücken möchte, für den ist das Pfandleihhaus durchaus eine einfache, schnelle und unproblematische Alternative, die viel Flexibilität mitbringt. Als Alternative bietet sich aber auch ein Sofortkredit an, wo Sie auch schnell Geld erhalten. Allerdings spielt häufig der Schufa-Eintrag eine wichtige Rolle, wohingegen Sie beim Pfandleihhaus das Problem nicht hätten.

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