Router mieten oder kaufen: Was lohnt sich mehr?
Als ich kürzlich meinen Internetanbieter gewechselt habe, stand ich vor der Frage: Router mieten oder kaufen? Der Kundenberater am Telefon empfahl mir natürlich das Mietmodell. Denn dieses bekomme ich „bequem, ohne Aufwand und für nur 7 Euro im Monat.“ Ich habe trotzdem ‚Nein‘ gesagt. Warum und was ich dabei als jemand mit über 10 Jahren Erfahrung in der Finanzbranche entdeckt habe, erkläre ich in diesem Artikel.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Mietrouter kosten 3,99 bis 12,99 Euro monatlich – über 24 Monate summiert sich das auf bis zu 311 Euro für ein Gerät, das nie Ihnen gehört
- Ab etwa 2 Jahren Nutzung ist der Kauf fast immer günstiger
- Router-Ratenzahlung ist oft ein versteckter Kreditvertrag – und landet in der Schufa
- Mehrere parallele Ratenverträge können spätere Kredit- oder Mietanfragen erschweren
- Seit 2016 gilt Routerfreiheit: Sie müssen kein Gerät Ihres Anbieters nutzen
- Wer viele kleine Ratenverträge hat, sollte über eine Umschuldung nachdenken
Router mieten oder kaufen?
7 Euro im Monat klingt erstmal nach nichts. Nach 24 Monaten sind es jedoch 168 Euro. 168 Euro für ein Gerät, das mir nie gehört. Bei meinem Anbieter hätte ich die gleiche FRITZ!Box für einmalig 139 Euro kaufen können. Ab Monat 20 wäre sie theoretisch „umsonst“ gewesen. Klar, nicht jeder hat gerade 139 Euro für einen Router zur Verfügung. Das verstehe ich. Und ja, es gibt auch gute Gründe für die Miete – dazu gleich mehr. Aber die Entscheidung sollte eine bewusste sein und keine, in die man einfach reinrutscht.
Wann kann sich der Kauf eines Internetrouters lohnen?
- Sie planen, mindestens 2 Jahre beim selben Anbieter zu bleiben
- Sie möchten individuelle Einstellungen wie Firewall oder VPN selbst kontrollieren
- Sie wollen langfristig Geld sparen und Kontrolle über Ihr Netz
Wann ist es sinnvoll, den Router zu mieten?
Auch wenn ein eigener Router viele Vorteile bringt, kann es gute Gründe geben, sich für die Routermiete zu entscheiden. Dazu gehören unter anderem:
- Sie benötigen den Anschluss nur kurzfristig (unter 12 Monate)
- Sie möchten keinen Aufwand bei Störungen oder Austausch
- Die einmalige Ausgabe passt gerade nicht ins Budget
Was mich als Finanzexperte beim Router wirklich überrascht hat
Hier wird es interessant und das ist der Teil, den die meisten Verbraucher komplett übersehen. Als ich das Kleingedruckte des Mietvertrags gelesen habe, fiel mir auf: Viele Anbieter bieten alternativ zur Miete eine Ratenzahlung an. „Nur 6,99 € monatlich und der Router gehört Ihnen nach 24 Monaten.“ Klingt gut, ist in der Praxis aber häufig nichts anderes als ein Verbraucherkreditvertrag mit allen rechtlichen und finanziellen Konsequenzen.
In meiner täglichen Arbeit bei creditSUN sehe ich regelmäßig Kunden, die genau in diese Falle getappt sind: Sie haben mehrere solcher kleinen Ratenverträge abgeschlossen – sei es für den Router, das Smartphone oder den Laptop. Danach wundern sie sich, warum ihr Kreditantrag abgelehnt wird oder warum ihr Schufa-Score gesunken ist.
Was viele beim Ratenkauf eines Routers nicht wissen:
Viele Anbieter verpacken die Router-Ratenzahlung als einfache Teilzahlungsvereinbarung, doch rechtlich handelt es sich dabei häufig um einen Verbraucherkreditvertrag. Das hat konkrete Konsequenzen:
- Solche Verträge werden als laufende Kredite bei der Schufa gemeldet und sind dort bis zu drei Jahre nach vollständiger Rückzahlung gespeichert.
- Ein einzelner, pünktlich bedienter Ratenvertrag ist für die Bonität zunächst neutral. Problematisch wird es, wenn mehrere solcher Verträge parallel laufen. Das signalisiert Banken eine höhere finanzielle Belastung.
- Wer kurz darauf eine Baufinanzierung, einen Kredit oder einen neuen Mietvertrag beantragen möchte, kann dadurch in eine schlechtere Ausgangslage geraten.
Mein Rat aus der Praxis: Fragen Sie beim Vertragsabschluss konkret, ob es sich um einen Kreditvertrag handelt. Wenn ja, prüfen Sie das Kleingedruckte sorgfältig und überlegen Sie, ob dieser zusätzliche Schufa-Eintrag gerade zum richtigen Zeitpunkt für Sie ist.
Mehr dazu: Wie beeinflusst ein Ratenvertrag meinen Schufa-Score?
Routerauswahl bei der Tarifauswahl beachten
Egal ob Sie sich für Routerkauf oder Routermiete entscheiden – die Wahl des Geräts sollte zum Internetvertrag passen. Nicht jeder Internetrouter ist für jeden Anschluss geeignet. Besonders bei schnellen Verbindungen wie VDSL oder Glasfaser ist die Hardware entscheidend.
Was ich konkret beachtet habe
Wer kauft, sollte sicherstellen, dass das Gerät zum Anschluss passt:
- Anschlusstyp prüfen: ADSL, VDSL, Kabel oder Glasfaser – nicht jeder Router funktioniert mit jedem Anbieter
- WLAN-Standard: Mindestens Wi-Fi 5 (802.11ac), besser Wi-Fi 6 für zukunftssichere Performance
- LAN-Ports: Wichtig, wenn mehrere Geräte kabelgebunden angeschlossen werden sollen
- Zusatzfunktionen: Telefonanlage, NAS-Funktion oder Mesh-Unterstützung
- Kompatibilität bestätigen: Im Zweifelsfall beim Anbieter nachfragen, bevor Sie kaufen
Ich habe mich für eine FRITZ!Box entschieden. Nicht weil sie günstig ist, sondern weil sie langfristig flexibel bleibt, wenn ich irgendwann wieder den Anbieter wechsle. Wer online Spiele spielt, im Homeoffice arbeitet oder viele Smart-Home-Geräte nutzt, profitiert von einem leistungsstarken Internetrouter.
Kann man einer Routermiete während der Vertragslaufzeit kündigen?
Ob eine Routermiete während der Laufzeit kündbar ist, hängt vom Anbieter und den spezifischen Vertragsbedingungen ab. Während einige Anbieter flexible Kündigungsoptionen bieten, können bei anderen vorzeitige Kündigungen mit zusätzlichen Kosten verbunden sein. Es ist daher ratsam, die Vertragsbedingungen sorgfältig zu prüfen und sich bei Unklarheiten direkt an den Kundenservice des jeweiligen Anbieters zu wenden.
Wofür sollten Sie sich entscheiden?
Ob Sie einen Router mieten oder kaufen sollten, hängt stark von Ihrer persönlichen Situation ab. Wer langfristig plant, technische Affinität mitbringt und auf individuelle Routerfunktionen nicht verzichten möchte, fährt mit dem Kauf in der Regel günstiger. Die höheren Anfangskosten amortisieren sich schnell. Andererseits bietet die Miete Sicherheit und Komfort – ideal für Nutzer, die keinen Aufwand wollen oder nur temporär einen Anschluss benötigen.
Nach über 10 Jahren in der Finanzbranche weiß ich jedoch: Es sind selten die großen Entscheidungen, die die Haushaltskasse belasten. Es sind die vielen kleinen Ratenverträge, die sich unbemerkt summieren. Dazu gehören die Streaming-Abo, Ratenzahlung und auch der Mietrouter. Wenn Sie das Gefühl haben, den Überblick über Ihre monatlichen Verpflichtungen verloren zu haben, kann eine Umschuldung helfen: mehrere kleine Raten zu einer einzigen, günstigeren monatlichen Rate zusammenfassen. Das schafft Luft und häufig auch eine bessere Ausgangslage für zukünftige Kreditanfragen.
Egal, wie Sie sich entscheiden, informieren Sie sich vorab gut. So stellen Sie sicher, dass Ihr Internetrouter optimal zu Ihrem Bedarf passt. Und genau das bringt Ihnen langfristig nicht nur Stabilität, sondern auch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Ich heiße Quang Lam und arbeite bei der Hegner & Möller GmbH als Marketing Director. Ich interessiere mich sehr stark für die Themen Finanzen und Sport. In meiner Freizeit gehe ich gerne laufen und betreibe auch einen Laufblog. Ich schreibe für den creditSUN Blog nur über die Themen, die mich auch wirklich interessieren.