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Würden Sie von Ihren Verwandten oder Freunden Geld leihen?

von Freunden Geld leihen

Geld leihen von privat? Für viele Deutsche ein Tabu.

Wer größere Anschaffungen tätigen möchte oder sein Girokonto überzogen hat, muss sich wahrscheinlich früher oder später Geld leihen. Klassisch waren Banken bisher für die meisten Menschen die erste Anlaufstelle für Kredite und Darlehen, vor allem wenn es sich um größere Summen handelt. Da wäre es doch naheliegender, sich Geld von privat zu leihen, sollte man meinen. Schließlich werden Kredite im privaten Umfeld oft zinsfrei vergeben.

Doch eine Studie der Postbank hat herausgefunden, dass für mehr als ein Drittel aller Deutschen ein Kredit von Freunden oder Familienmitgliedern nicht in Frage kommen würde. Geld leihen von Angehörigen oder Bekannten ist im Vergleich zu anderen Kredit-Arten sogar am unbeliebtesten (Quelle: Umfrage TNS Emnid im Auftrag der Postbank). Der Grund ist plausibel: Viele Menschen möchten die Beziehung zu Ihren Freunden oder Verwandten nicht aufs Spiel setzen, falls es zu Zahlungsverzug oder sogar zum Zahlungsausfall kommt. Nach dem Motto „Bei Geld hört die Freundschaft auf“ werden Geldgeschäfte besser nicht im privaten Umfeld abgewickelt, sondern doch lieber bei der Bank.

Wer sich dennoch Geld von Freunden oder Verwandten leihen möchte, sollte unbedingt einige Punkte dabei beachten:

Wichtige Eckdaten schriftlich festhalten

Konditionen und Tilgungspläne werden bei privaten Krediten oft nicht vertraglich festgehalten. Die private Geldleihe basiert oft nur auf Vertrauen. Wird das Vertrauen einmal gebrochen, weil der Kreditnehmer einen Teil des Geldes nicht mehr zurückzahlen kann, steht die gute Beziehung auf der Kippe. Aus diesem Grund sollten auch beim privaten Geld leihen die wichtigsten Eckdaten schriftlich festgehalten werden, so zum Beispiel das Auszahlungsdatum, die Laufzeit und Rückzahlungsbedingungen. Halten Sie am besten auch verschiedene Sonder-Szenarien schriftlich fest. Was passiert beispielsweise in dem Fall, dass einer der beiden Vertragspartner vor Ende der Laufzeit vom Vertrag zurücktreten möchte? Auf solche Situationen sollte man vorbereitet sein und vorher entsprechende Vereinbarungen getroffen haben.

Leihen Sie nur Personen Geld, die Sie gut kennen und denen Sie absolut vertrauen

Als Geldgeber sollten Sie einem Freund oder Angehörigen wirklich nur dann Geld leihen, wenn Sie Vertrauen haben und aus Ihren Erfahrungen wissen, dass die Person sehr zuverlässig ist und ein geregeltes Einkommen hat. Im Privatbereich wird in der Regel weder eine Schufa-Auskunft eingeholt, die ein Indiz für die Kreditwürdigkeit darstellt, noch werden Einkommens- und Gehaltsnachweise angefordert. Seien Sie als Kreditgeber daher besonders wählerisch und leihen Sie nicht jedem entfernt Verwandten oder flüchtig Bekannten Geld.

Unterschätzen Sie als Kreditnehmer nicht den Einfluss auf die soziale Beziehung

Als Kreditnehmer haben Sie es im Privatbereich auf der einen Seite zwar leichter, sich Geld zu leihen. Denn beim Kredit von Privatpersonen können vertragliche Vereinbarungen völlig frei gestaltet werden. An gesetzliche Vorgaben haben sich beide Vertragspartner bei der privaten Geldleihe nicht zu halten. Auch auf dingliche Sicherheiten wird im privaten Bereich meist verzichtet. Auf der anderen Seite ist der Druck, das Geld rechtzeitig zurückzahlen zu können, manchmal sogar höher, sofern Ihnen etwas an der Person liegt, die Ihnen Geld geliehen hat. Denn normalerweise möchte keiner der beiden Privatpersonen das freundschaftliche oder familiäre Verhältnis (zer-)stören.

Bleiben Sie fair und halten sich an Vereinbarungen

Kommt es zu Streitigkeiten zwischen privatem Kreditgeber und -nehmer, können sich die Vertragspartner nicht an den Verbraucherschutz oder ähnliches wenden, sondern müssen ihre Konflikte alleine austragen. Daher sollten sich beide während der Laufzeit des Privatkredites stets an getroffene Vereinbarungen halten.

Die einzig wirklich beliebte Form der privaten Geldleihe, die sich in Deutschland vor allem in den letzten Jahren stark verbreitet hat, ist der Kredit von privat über Online-Kreditmarktplätze, auch P2P-Kredite genannt. Hier können Menschen von anderen Privatpersonen Geld leihen, ohne sich persönlich zu kennen. Die Anonymität verringert sozusagen die Hürde, sich von anderen Privatleuten Geld zu leihen.

Zwar unterscheidet sich der Prozess bei Online-Kreditmarktplätzen sehr stark vom Standard-Bankkredit, das Grundprinzip beim Kredit von privat ist aber etwa das selbe wie bei der Bank: Ein Kreditnehmer stellt einen Antrag, seine Kreditwürdigkeit wird geprüft und der Kredit wird ausgezahlt. In monatlichen Raten wird das Geld samt Zinsen zurückgezahlt. Nur, dass es eben keine Bank gibt, die darüber entscheidet, ob der Kreditnehmer Geld bekommt, sondern eine Masse an privaten Anlegern. Bei jedem einzelnen Kreditprojekt, welches auf der Plattform veröffentlicht wird, können sich private Kreditgeber entscheiden, ob sie investieren möchten oder nicht. Das hebelt die Alleinstellung der Banken, die es bis vor einigen Jahren noch gab, völlig aus. Insbesondere Berufsgruppen wie Selbstständige oder Freiberufler, die bei der Bank oft abgelehnt werden, finden in Online-Kreditmarktplätzen, eine neue Finanzierungsquelle. Wer über solche Internet-Portale einen Kredit von privat beantragt, profitiert gleich mehrfach: Der Kreditnehmer wird von anderen Menschen unterstützt und umgeht damit die Banken und bekommt oft sogar noch günstigere Konditionen.

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