So wohnt Deutschland [Interaktive Infografik]

Der Wohnungsmarkt hat sich in den letzten Jahren enorm gewandelt. Durch Einwanderungen, hohe Bauzinsen und den gestiegenen Baukosten ist die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt in vielen Städten deutlich gestiegen.1 Besonders bezahlbare Wohnungen in Großstädten wie München oder Berlin werden immer schwieriger zu bekommen. Auch wenn die Politik das Ziel von 400.000 Neubauten pro Jahr realisieren würde, wäre immer noch ein Wohnungsmangel vorhanden. Einzig nur über den öffentlich geförderten Wohnungsbau wird man dieses Problem der Wohnungsknappheit nicht lösen können.

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Mehr als die Hälfte der Deutschen wohnen zur Miete. Das hat einen historischen Hintergrund. In der DDR war Immobilieneigentum nur eingeschränkt möglich, wohingegen die Mietwohnungen vom Staat sehr stark subventioniert wurde. So hat es sich mehr gelohnt zur Miete zu wohnen statt Immobilieneigentum zu besitzen.2 Mittlerweile sind die Immobilienpreise stetig gestiegen und die Bauzinsen sind wieder angestiegen. So steigt aktuell auch die Nachfrage an Mietwohnungen. Er herrscht in Deutschland Wohnungsmangel, was dazu führt, dass die Mieten stetig ansteigen und bezahlbarer Wohnraum immer mehr zurückgeht.

Das Ziel der Bundesregierung war es im Jahr 2022 um die 400.000 Wohnungen zu bauen. Dies wurde leider nicht erreicht, sodass nur 295.000 Wohnungen tatsächlich gebaut wurden. Sicherlich wurde das Ziel vorher ohne die Umstände wie die hohe Inflation oder die steigenden Bauzinsen festgelegt. Nichtsdestotrotz wird aktuell zu langsam gebaut, sodass bezahlbarer Wohnraum immer seltener wird und Wohnungsnot herrscht. Studien gingen 2023 von mehr als 700.000 fehlenden Wohnungen aus, vor allem Sozial-Wohnungen.3

Die Immobilienpreise in Deutschland liegen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ziemlich weit oben. Mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 2.826 Euro, wobei in Großstädten der Quadratpreis sogar über 5.000 Euro liegt, können sich nur noch wenige Deutsche Eigentum leisten.4 Das erklärt auch, warum in Deutschland nur knapp 42% in den eigenen vier Wänden wohnt. 58% hingegen wohnen zur Miete. In Rumänien hingegen leben knapp 95% im Eigentum, was einen geschichtlichen Hintergrund hat.5

Noch im Jahr 2020 war es möglich, eine Baufinanzierung mit Zins von unter einem Prozent zu erhalten. Durch die Corona-Krise und den Ukraine-Russland-Konflikt haben die Zinsen im Jahre 2023 massiv zugenommen, sodass für viele Familien eine Finanzierung nicht mehr möglich war. Zwar sanken die Immobilienpreise von 2022 auf 2023 etwas, aber durch den hohen Bauzinsen immer noch nicht bezahlbar. Dadurch mussten auch Familien, die sich früher ein Haus gekauft hätten, sich auch auf den Wohnungsmarkt umschauen. Das führt dann zwangsläufig zu einem Wohnungsmangel.

Wie könnte das Haus der Zukunft aussehen? Viele Immobilienbesitzer werden auf Sonnenenergie setzen, um sich unabhängiger vom Stromversorger zu machen. Auch spielt der Aspekt Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit eine wichtige Rolle. Mit einer Photovoltaikanlage und einem Batteriespeicher haben Immobilienbesitzer noch mehr Möglichkeiten autark zu leben. So kann der produzierte Solarstrom gespeichert werden und dann z.B. für das E-Auto oder die Wärmepumpe genutzt werden. Mit mehrfachverglasten Fenstern und zukünftig mehr Passivhäusern geht deutlich weniger Energie verloren, sodass auch das Heizen nachhaltiger wird. Mit Hilfe von Smart Home wird das Wohnen zukünftig noch komfortabler.

Quellen:

1 https://www.merkur.de/wirtschaft/wohnungsmangel-mieterbund-warnt-drastischen-entwicklungen-desaster-wohnungsmarkt-immobilien-mieten-92023145.html
2 https://bankenverband.de/finanzbildung/miete-populaerer-als-eigentum-deutschland/
3 https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/wohnungsmarkt-mieterbund-100.html
4 https://www.engelvoelkers.com/de-de/immobilienpreise/)
5 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/155713/umfrage/anteil-der-buerger-mit-wohneigentum-nach-bundesland/

Weitere Quellen:
• https://de.statista.com/themen/51/wohnen/#topicOverview
• https://www.engelvoelkers.com/de-de/immobilienpreise/
• https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/06/PD23_N041_31.html
• https://de.statista.com/statistik/daten/studie/70132/umfrage/mietindex-fuer-deutschland-1995-bis-2007/
• https://wohnglueck.de/artikel/wohneigentumsquote-deutschland-27738
• https://de.statista.com/statistik/daten/studie/155734/umfrage/wohneigentumsquoten-in-europa/
• https://www.interhyp.de/ratgeber/was-muss-ich-wissen/zinsen/zins-charts/
• https://report.europace.de/epx-hedonic/