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Steigende Bauzinsen – Warum steigen aktuell die Zinsen für die Baufinanzierung und lohnt es sich noch?

steigende Bauzinsen

Seit vielen Jahren steigen die Immobilienkaufpreise stetig an. Auch wer sich heutzutage ein Haus bauen will, muss mit erhöhten Kosten rechnen. Die Zinsen für Immobilienkredite sind im Vergleich in den letzten Jahren deutlich gesunken, teilweise unter 1%. Allerdings hat die Corona-Pandemie und der Ukraine-Konflikt dazu geführt, dass die aktuellen Bauzinsen wieder deutlich angestiegen sind. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob sich der Kauf einer Immobilie oder Hausbau sich aktuell noch lohnen? In diesem Artikel erfahren Sie, wieso es sich immer noch lohnt und warum die Immobilienblase in Deutschland nur ein Mythos ist.

Warum stiegen die Zinsen zuletzt wieder?

Seit der Weltwirtschaftskrise rund um 2007/08 hat sich im westlichen Raum ein anhaltend niedriger Leitzins etabliert, der in der Eurozone während der Corona-Pandemie sogar den Nullpunkt und für Banken einen negativen Wert erreichte. Bedingt durch die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), war es also so günstig wie nie sich Geld zu leihen – insbesondere für werterhaltende und sogar wertsteigernde Sachwerte wie Immobilien. Simultan wurden diese unter Anlegern und als Altersvorsorge fortlaufend attraktiver, um die eigene Kaufkraft vor einem inflationsbedingten Verlust zu schützen.

In den letzten Monaten hingegen zeichnen sich steigende Bauzinsen ab. Die Gründe dafür sind vielfältig: Von der Corona-Pandemie und damit verbundenen Lockdowns unterbrochene Lieferketten führten zu einem Einbruch auf der Angebotsseite bei gleichbleibender Nachfrage. Auch schürt der Russland-Krieg gegen die Ukraine die Inflation weiter – gepaart mit der lockeren Zins- und Geldpolitik der Notenbanken. Seit die Inflation im zweiten Halbjahr 2021 und dem ersten Halbjahr des aktuellen Jahres neue Rekordstände erreichte, ist von einer bewährten wie logischen Schlussfolgerung auszugehen: Die Notenbanken werden auf absehbare Zeit den Leitzins heben, der wiederum in steigende Bauzinsen für das enthaltene Darlehen resultiert.

Aktuelle Bauzinsen auf moderatem bis niedrigem Niveau!

Was „Häuslebauer“ und potenzielle Immobilienkäufer nicht aus den Augen verlieren sollten: Trotz des jüngst prognostizierten und bereits geschehenen Zinsanstiegs, sind die Zinsen historisch immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau. Ganz so niedrig wie vor einem oder zwei Jahr(en) sind die Zinsen zwar aktuell nicht mehr, damals erreichten sie teilweise nicht einmal die Schwelle von einem Prozent, trotzdem ist die Kreditaufnahme immer noch ausgesprochen günstig.

Steigende Bauzinsen sollten für angehende Eigentümer und Kapitalanleger kein Hindernis sein, sofern sie die entsprechende Bonität und Liquidität für ihr Vorhaben mitbringen. Tatsächlich sind Immobilien historisch betrachtet ein ausgezeichneter Inflationsschutz. Das gilt es ebenso zu bedenken: Steigende Bauzinsen erhöhen auf der einen Seite zwar die Kreditkosten, andererseits verringert sich die tatsächliche Kreditlast durch die anhaltende Inflation.

Dazu ein Beispiel: Ein Kredit in Höhe von 500.000 Euro generiert bei einem niedrigen Zinsniveau von rund 2 % Bauzinsen überschaubare Kosten – auf einen langen Zeitraum betrachtet. Bleibt die Inflation hingegen auf dem aktuellen Niveau von rund 6 %, reduziert sich auch fortlaufend der tatsächliche Kaufkraftwert dieser 500.000 Euro. Somit müssen Sie, dank der Inflation, in Zukunft weniger Kaufkraft für den Kredit aufwenden. Sie erhalten stattdessen aber einen Sachwert, der mitunter noch fortlaufend Erträge (über Mieteinnahmen) generiert. Sie selbst sparen Geld (bei Eigennutzung) und zugleich profitieren idealerweise von einem Wertzuwachs (die Immobilie und gegebenenfalls das Grundstück selbst).

Mythos Immobilienblase – Alles nur Unsinn?

Steigende Bauzinsen sind bei künftigen Eigentümern, die sich noch nicht entschieden haben, nicht die einzige Sorge: Die vermeintliche Immobilienblase wird ebenso fortlaufend als mögliches Schreckensszenario heraufbeschworen. Der Begriff wird immer wieder mit der Weltwirtschaftskrise 2008, ausgelöst durch die leichtfertige Kreditvergabe in den USA in den vorherigen Jahren, assoziiert.

In Deutschland sieht die Situation aber seit jeher anders aus. Nicht nur herrscht hierzulande eine andere Kultur, bei der sich Privatleute tendenziell viel weniger verschulden als in den USA, gleichermaßen werden Baudarlehen in Deutschland normalerweise mit langer Zinsbindung vergeben – diese kann durchaus rund fünf bis zehn Jahre betragen, während sie in Großbritannien oder den USA oft nicht mal für zwei Jahre gilt. Somit betreffen steigende Bauzinsen in der Zukunft Neu-Eigentümer in der ersten Kreditphase nicht direkt, sondern gegebenenfalls erst bei einer späteren Refinanzierung.

Ein Einbruch der deutschen Immobilienpreise ist ebenfalls sehr unwahrscheinlich. Die Nachfrage nach Wohnraum ist ungebrochen, auch wächst Deutschland hinsichtlich seiner Bevölkerungsquote kontinuierlich und gilt nach wie vor als attraktives Zuwanderungsziel. Ist das Kapital an die Immobilie gekoppelt, die im Wert steigen kann und das höchstwahrscheinlich wird, rentiert es nicht nur, es ist zugleich nicht der Inflation ausgeliefert – wie Bargeld oder Guthaben auf Konten.

Bauzinsen steigen zwar aktuell, machen den Immobilienerwerb und Bauvorhaben nicht unattraktiv

Aktuell steigende Zinsen für die Immobilienfinanzierung sind als ein Prozess der Normalisierung zu verstehen. Natürlich konnte das Zinsniveau nicht auf alle Ewigkeit so niedrig wie im Zuge der Corona-Pandemie bleiben. „Normalisierung“ ist dabei bereits ein treffender Begriff: Denn selbst aktuell steigende Bauzinsen sind keinesfalls hoch, sondern immer noch auf niedrigem Niveau. Wer sich für eine Immobilie interessiert, gebaut oder gekauft hat, sollte sich also von einigen Basispunkten Steigerung im Zins nicht abschrecken lassen. Die Geschichte hat gezeigt, dass der Immobilienerwerb in Deutschland ein ausgesprochen lukratives Vorhaben für Eigentümer ist und war – dazu kommt natürlich für Selbstnutzer noch das ganz einzigartige Gefühl, endlich in den eigenen vier Wänden und unter dem wirklich „eigenen“ Dach zu wohnen.

Ich heiße Martina Lange und schreibe mit Vorliebe journalistische Texte rund um die Themen Finanzen und Medizin. Außerdem liebe ich es, Fachartikel jeglicher Art zu schreiben. Ich finde mich in beinahe jedes Thema ein und freue mich immer, wenn ich nach der Fertigstellung eines Textes über noch mehr Wissen verfüge. Als freiberufliche Autorin schreibe ich leidenschaftlich gern für creditSUN.

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