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Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) – Tabelle & hilfreiche Tipps für Ihre KFZ-Versicherung

Schadenfreiheitsklasse

Wenn Sie ein Auto kaufen, sind Sie dazu verpflichtet, es auch zu versichern. Die Höhe der Autoversicherung, ob Kfz-Haftpflicht oder Vollkaskoversicherung, setzt sich dabei aus verschiedenen Faktoren, die den Fahrer und das Fahrzeug betreffen, zusammen. Ein wesentlicher Faktor ist dabei die Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse). Diese wird anhand des Fahrers und seiner Fahrleistung der letzten Jahre errechnet und kann in der Tabelle zur Schadenfreiheitsklasse abgelesen werden. Wie Sie Ihre Schadenfreiheitsklasse ermitteln und wie Sie diese senken können, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Was ist unter einer Schadenfreiheitsklasse zu verstehen?

Die Anzahl der Jahre, die ein Autofahrer ohne Unfall unterwegs ist, wird durch die Schadenfreiheitsklasse, auch SF-Klasse genannt, angegeben. Jedes Jahr, in dem Sie unfallfrei unterwegs sind, werden Sie eine Schadenfreiheitsklasse nach oben gestuft. Dabei wird jedes Kalenderjahr gezählt, in dem Sie für mindestens 6 Monate eine Kfz-Versicherung haben und in dieser Zeit keinen Schaden gemeldet haben. Hierbei spielt es keine Rolle, wie lange Sie Ihren Führerschein besitzen, sondern wie lange Sie ein Auto versichert haben.

„Je höher Ihrer Schadensfreiheitsklasse ist, umso höher ist auch Ihr gewährter Schadenfreiheitsrabatt. Dadurch wird ihr Beitragssatz in der Versicherung immer niedriger.“

Ihnen wird, je nachdem, wie Sie Ihr Auto versichert haben (Vollkaskoversicherung oder Haftpflicht) eine unterschiedliche Schadenfreiheitsklasse zugeteilt.

Wie setzt sich die Schadenfreiheitsklasse zusammen?

Die Schadensfreiheitsklasse setzt sich aus den Jahren, die Sie unfallfrei mit Ihrem Auto unterwegs sind, zusammen. Dabei ist die günstigste Klasse die SF35. In dieser Klasse fahren Sie seit 35 Jahre unfallfrei. Bei einigen Versicherungsunternehmen müssen Sie in dieser Klasse nur noch 20% des Versicherungsbetrages zahlen. Als Fahranfänger beziehungsweise mit einer Fahrerlaubnis, die nicht älter als drei Jahre ist, werden Sie in die SF0 eingestuft. In dieser niedrigen Klasse müssen Sie meist 200 bis 260% des Versicherungsbeitrages zahlen.

Wenn Sie als Fahranfänger erstmalig ein Auto anmelden (mittlerweile können Sie Ihr Auto auch online zulassen), aber den Führerschein schon seit drei Jahren besitzen, so werden Sie in die SF1/2 eingestuft. Diese Klasse verlassen Sie nach einem unfallfreien Jahr und werden in die SF1 eingestuft.

In der Tabelle zur Schadenfreiheitsklasse finden Sie die jeweiligen Klassen (SF0 bis SF35), die dazugehörigen unfallfrei gefahrenen Jahre und die Beitragshöhe in Prozent, die je nach Versicherungsgesellschaft unterschiedlich ist. Die Ziffern nach den Buchstaben geben dabei jeweils die unfallfreien Jahre an.

So sieht die Tabelle der Schadensfreiheitsklasse aus:

 

SF-Klasse Voraussetzungen Schadenfreiheitsrabatt (Haftpflicht) in % Schadenfreiheitsrabatt (Vollkasko) in %
SF31 - SF35 31-35 Jahre unfallfrei ca. 20 Prozent ca. 20%
SF26 - SF30 26-30 Jahre unfallfrei ca. 23 Prozent ca. 23 Prozent
SF16 - SF25 16-25 Jahre unfallfrei ca. 25 Prozent ca. 25 Prozenz
SF9 - SF15 9-15 Jahre unfallfrei ca. 37 Prozent ca. 34 Prozent
SF5 - SF8 5-8 Jahre unfallfrei ca. 46 Prozent ca. 42 Prozent
SF4 4 Jahre unfallfrei ca. 48 Prozent ca. 45 Prozent
SF3 3 Jahre unfallfrei ca. 51 Prozent ca. 47 Prozent
SF2 2 Jahre unfallfrei ca. 55 Prozent ca. 50 Prozent
SF1 1 Jahr unfallfrei ca. 60 Prozent ca. 53 Prozent
SF 1/2 ≥ 3 Jahre EU-Führerschein, erstmalige Versicherung des Fahrzeuges ca. 75 Prozent ca. 55 Prozent
SFS Rückstufung aus SF1 (Unfall) ca. 95 Prozent -
SF0 Fahranfänger mit < 3 Jahre EU-Führerschein, erstmalige Versicherung des Fahrzeuges ca. 100 Prozent ca. 60 Prozent
M Rückstufung von Fahranfängern mit SF0 oder nach Unfall durch Eigenverschulden ca. 134 Prozent ca. 80 Prozent

 

Es sind auch einige besondere Klassen in der Tabelle zur Schadenfreiheitsklasse zu finden. Hierzu gehören die Klassen SFS und M. Die Klasse M wird auch Malusklasse genannt. Hier wird der Fahranfänger, der in die Klassen SF0 oder SF1/2 eingestuft war, nach einem Unfall neu eingestuft. Diese Klasse hat den höchsten Beitragssatz, der sich etwa zwischen 240 und 260% bewegt.

In die Klasse SFS wird eingestuft, der in der SF1 einen Unfall meldet.

Wie können Sie Ihre SF-Klasse senken?

Die Schadenfreiheitsklasse lässt sich auf verschiedene Weise senken.

  1. Unfallfreies Fahrverhalten: Durch das Fahren ohne eine Schadensmeldung klettern Sie jedes Jahr in der Tabelle zur Schadenfreiheitsklasse nach oben und können so Ihren Versicherungsbeitrag stetig senken.
  2. An einem Fahrsicherheitstraining vom ADAC teilnehmen: Durch diese Maßnahme können Sie in der Schadenfreiheitstabelle weiter nach oben gestuft werden.
  3. Fahranfänger-Rabatt nutzen: Wenn Ihre Eltern schon in einer hohen SF-Klasse eingestuft sind, so versichern viele Gesellschaften Sie als Fahranfänger mit einem Fahranfänger-Rabatt.
  4. Auto als Zweitwagen bei Ihren Eltern mitversichern: Wenn Sie diesen Wagen 3 Jahre gefahren sind, so können Sie sich selbst versichern. In diesem Fall werden Sie nicht in der teuren SF0 eingestuft, sondern in der SF1/2. Diese verlassen Sie als Versicherungsnehmer bei einem Jahr unfallfreier Fahrt wieder und werden in die SF1 eingestuft. In dieser Schadenfreiheitsklasse wird der normale Betrag der Versicherung gezahlt. Sie sollten aber immer bedenken, dass Sie Ihre SF-Klasse nicht senken, solang sie mit dem Auto Ihrer Eltern fahren.
  5. Übertragung des Schadenfreiheitsrabatts von anderen Personen: Hier können Sie den Rabatt ihrer Eltern oder auch Großeltern auf sich übertragen. Dies geht sehr unkompliziert bei nahen Verwandten von statten. Bei dieser Art der Übertragung sollten Sie als Begünstigter des Rabattes schon etwas Fahrpraxis aufzeigen, da Sie nicht die genaue Schadenfreiheitsklasse übernehmen. Sie werden in die SF-Klasse eingestuft, die Sie theoretisch besitzen könnte, wenn Sie seit dem Erwerb des Führerscheines ein Auto versichert hätte.
  6. Blackbox: Viele Versicherer bieten Ihren Versicherungsnehmer die Möglichkeit, eine sogenannte Blackbox in Ihrem Auto zu installieren. Dieses Gerät prüft mit elektronischen Instrumenten Ihr Fahrverhalten und übermittelt es an die Versicherung. Sollte Ihr Fahrverhalten den Kriterien der Versicherung standhalten, können Sie dadurch nochmal eine Menge Geld sparen. Evtl. können Sie sogar mit Ihrer Versicherung nochmal über Ihre SF-Klasse verhandeln.

Weitere Informationen über die Schadenfreiheitsklassen

  • Bei einem Versicherungswechsel übernimmt die neue Versicherungsgesellschaft Ihre SF-Klasse von der vorhergehenden Versicherung.
  • Bei einer Vertragsunterbrechung wird Ihre Versicherung die bisherige Schadensfreiheitsklasse berücksichtigen. Heute übernehmen die Versicherungen auch SF-Klassen, die bei einer Versicherungsunterbrechung von mehr als 7 Jahren bestanden haben. Sie müssen dafür aber Ihre vorherige Einstufung nachweisen können.
  • Ihr Zweitwagen erhält eine günstige Sondereinstufung bei Ihrer Versicherung. Die genaue Einstufung hängt von dem Versicherungstarif ab.
  • Sie können eine Rückstufung nach einem Schadensfall durch die Kostenübernahme des entstandenen Schadens vermeiden. Für diese Entscheidung haben Sie sechs Monate Zeit.
  • Einige Versicherungen bieten auch einen Rabattretter, beziehungsweise einen Rabattschutz, an. Hierbei bleibt die Einstufung in eine Klasse auch bei einem Unfall pro Jahr bestehen und Ihr Beitrag erhöht sich nicht.

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