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FOMO und Altersvorsorge: Warum die Angst, etwas zu verpassen, Ihre Rente kostet

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Social Media ist gut darin, uns das Gefühl zu geben, etwas zu verpassen. Eine Reise hier, Justin Biebers Coachella-Auftritt (#bieberchella) da, oder ein neues Outfit. Was dabei oft untergeht: Jeder Impulskauf hat einen Preis und das nicht nur heute, sondern auch in 20 Jahren. Das, was soziale Medien mit uns machen, hat einen Namen: FOMO – Fear of Missing Out – die Angst, etwas zu verpassen. Und sie kostet mehr als man denkt, besonders wenn es um die Altersvorsorge geht. Denn wer jeden Monat mehr ausgibt als geplant, hat am Ende weniger für die Zukunft. Und die Zukunft kommt schneller, als Instagram uns glauben lässt. Was FOMO mit Ihrer Altersvorsorge macht und warum jeder Impulskauf langfristig teuer werden kann, erfahren Sie in diesem Beitrag. 

Was FOMO mit Ihren Finanzen macht

Wie das Phänomen psychologisch funktioniert, haben wir bereits ausführlich in unserem BeitragWie FOMO unser Konsumverhalten beeinflusst‘ erklärt. Hier geht es um die finanzielle Seite und was FOMO konkret mit Ihrer Altersvorsorge macht.

Das zeigt sich auch in Zahlen, denn:

  • 65 % der Menschen verspüren FOMO, wenn sie vom finanziellen Erfolg anderer hören. 
  • 48 % haben schon finanzielle Entscheidungen genau aus diesem Grund getroffen.

Knapp jeder Zweite hat also schon einmal Geld ausgegeben und das nicht, weil es sinnvoll war, sondern weil andere es auch taten.²  Social Media verstärkt dieses Gefühl gezielt: Algorithmen zeigen uns Inhalte, die Neid und Verlangen auslösen. Limitierte Angebote, Countdown-Timer, Influencer mit dem neuesten Produkt – all das ist darauf ausgelegt, schnelle Kaufentscheidungen auszulösen. 

Ich kenne dieses Gefühl. #Bieberchella hat es bei mir zuletzt so richtig ausgelöst: Alle haben über Justin Biebers Auftritt geredet, Influencer waren live dabei und ich saß Zuhause. Und jetzt gibt es Gerüchte über eine Tour. Das ist FOMO auf einem anderen Level. Aber ich habe gelernt, es zu erkennen und zu hinterfragen. FOMO kann nämlich dafür sorgen, dass ich im Rentenalter finanzielle Probleme haben werde. Denn FOMO und Altersvorsorge hängen enger zusammen als viele denken und das nicht nur bei Konzerttickets. 

Die versteckte Schuldenfalle

‚Jetzt kaufen, später zahlen‘ klingt erstmal harmlos, ist es aber nicht. Dienste wie Klarna machen es extrem einfach, Konsum vorzuziehen. Du bekommst sofort, was du willst und denkst später darüber nach, wie du es bezahlst.

Das Problem dabei ist, dass diese kleinen Beträge sich summieren und viele die hohen Beträge nicht bezahlen können bzw. diese in hohen Raten abbezahle, denn:

  • 40 % der 20- bis 24-Jährigen hatten zuletzt Zahlungsrückstände
  • bei den 25- bis 34-Jährigen sind es 37 %
  • insgesamt gelten rund 5,7 Millionen Menschen in Deutschland als überschuldet

Besonders kritisch: Viele gewöhnen sich daran. Der Dispo wird normal, Ratenzahlungen laufen dauerhaft nebenbei. Und irgendwann bleibt, weder für Notfälle noch für deine Zukunft, kein Spielraum mehr. 

Schuldnerberatungen warnen, dass es vor allem jungen Menschen an grundlegender Finanzbildung fehle und dass der Konsum durch Influencer ein zentraler Grund für die wachsenden Schulden seien. Denn durch die vielen gesponserten Reisen, den regelmäßigen Hauls und den neuesten Trends verzerrt sich die Realität vieler. Auf die Auswirkung von sozialen Medien und dem Konsumverhalten vieler, sind wir in diesem Beitrag bereits eingegangen. 

FOMO und Altersvorsorge: Was die Zahlen zeigen

Bundeskanzler Friedrich Merz hat es im April 2026 öffentlich gesagt: Die gesetzliche Rente wird künftig nur noch als Basisabsicherung dienen. Wer also jeden Monat Geld für Impulskäufe ausgibt statt vorzusorgen, riskiert später eine echte Rentenlücke.

Mal konkret gerechnet: Wer monatlich 200 Euro für Konsumkredite ausgibt, könnte davon 100 Euro in einen ETF-Sparplan stecken. Klingt nach wenig. Ist es aber nicht. Denn bei einer durchschnittlichen Jahresrendite von 7 Prozent wären das bis zum Rentenalter mit 67 Jahren – wenn Sie mit 30 anfangen – über 240.000 Euro an potenziellem Vermögen und das nur, weil der Zinseszinseffekt für Sie arbeitet. 

Obwohl man meinen könnte, 100 Euro im Monat klingen nach wenig, könnten diese nach 37 Jahren einen großen Unterschied zwischen finanzieller Freiheit und Altersarmut ausmachen.  Ich finde es immer wieder faszinierend, wie viel Unterschied diese eine Entscheidung macht.

FOMO beim Investieren

FOMO betrifft nicht nur den Konsum, sondern kann auch beim Investieren fatal werden. 

Krypto-Hypes, NFTs, Aktientipps von Influencern, der nächste vermeintliche Millionendeal, und, und und. Wer aus Angst vor dem Verpassen des nächsten Booms investiert, trifft selten gute Entscheidungen.

Die bessere Frage lautet nicht:

  • „Was könnte ich verpassen?“

Sondern:

  • „Passt das zu meinem langfristigen Plan?“

Ich weiß, es ist verlockend mit einzusteigen, vor allem, wenn man sieht, dass viele bereits einen großen Gewinn damit gemacht haben. Aber meistens steigt man dann doch zu spät ein und macht Verlust. Aus diesem Grund lasse ich mich davon nicht (mehr) beeinflussen und investiere jeden Monat einen bestimmten Betrag automatisiert. Dieser geht jeden Monat direkt nach dem Gehaltseingang in einen ETF-Sparplan. Täglich schaue ich nicht auf Kurse. Ich reagiere (nicht mehr) auf Hypes und genau das ist der Plan: Wer einen Plan hat, lässt sich von FOMO nicht so leicht aus der Bahn werfen.

Das können Sie gegen FOMO tun, um für das Alter vorzusorgen

FOMO ist kein Charakterfehler, sondern eine natürliche Reaktion auf ein System, das darauf ausgelegt ist, Kaufimpulse auszulösen. Aber man kann bewusst gegensteuern. Wie können Sie gegensteuern? Im Folgenden gebe ich Ihnen einige Tipps, die auch mir dabei geholfen haben: 

  • Setzen Sie sich ein festes monatliches Budget für Ihren Konsum: Ich entscheide zu Beginn eines jeden Monats, wie viel ich für Konsum ausgebe und halte mich daran.
  • Bevor ich etwas kaufe, stelle ich mir die Frage, ob ich das wirklich brauche oder nur will, weil es andere haben. 
  • Sparen Sie automatisch. Ein Dauerauftrag direkt nach dem Gehaltseingang überweist einen festen Betrag auf meinen ETF-Sparplan. Was weg ist, wird so nicht mehr ausgegeben.
  • Nutzen Sie Social Media bewusster und folgen Sie nur Accounts, die Sie inspirieren und nicht solchen, die mir das Gefühl geben, nicht genug zu haben.
  • Bauen Sie Ihre Konsumschulden konsequent ab: Wer mehrere Ratenkredite hat, sollte sie nicht ignorieren. Eine Umschuldung kann mehrere Schulden zu einer günstigeren Rate zusammenfassen – und monatlich echten Spielraum schaffen.

JOMO: Die Freude daran, etwas zu verpassen

Joy of Missing Out – die Freude daran, etwas zu verpassen, ist das Gegenteil von FOMO. 

JOMO bedeutet dabei nicht, auf alles zu verzichten, sondern sich Prioritäten zu setzen. Ich spare zum Beispiel gezielt für ein Justin Bieber Konzert, falls die Tour wirklich kommt. Aber bewusst und mit einem klaren Budget. Denn Ticketpreise für Konzerte sind zurzeit teuer – man denke nur an Harry Styles oder Bruno Mars, wo normale Tickets schnell dreistellig wurden und die Reseller das Dreifache verlangten. 

Da kaufe ich nicht blind aus Panik, sondern entscheide mich mit kühlem Kopf. Und mein monatlicher Beitrag zur Altersvorsorge? Der ist unantastbar – ganz egal, was passiert. Denn wenn schon Bundeskanzler Merz sagt, dass die gesetzliche Rente nicht reicht, dann ist private Vorsorge keine Option mehr, sondern Pflicht. Wie Sie privat vorsorgen können, haben wir Ihnen hier erläutert. 

FOMO erkennen, Altersvorsorge sichern und bewusste Entscheidungen treffen

Die Angst, etwas zu verpassen, ist menschlich. Aber sie sollte nicht Ihre Entscheidungen steuern, vor allem nicht, wenn es um Ihre langfristigen Ziele geht. Denn wie Sie gesehen haben, kann FOMO sich negativ auf Ihre Altersvorsorge auswirken. 

Wer versteht, wie FOMO funktioniert, kann dem gegensteuern und bewusster Entscheidungen treffen. Wer Konsumschulden abbaut, schafft Spielraum. Und wer früh anfängt zu sparen – egal mit wie viel – baut sich eine Zukunft auf, die keine Likes braucht. Mein Tipp: Lassen Sie sich von Social Media inspirieren, aber nicht steuern.

Ich heiße Irini Diamanti und verbinde als SEO-Managerin bei der Hegner & Möller GmbH meine Leidenschaft aus SEO, Sprache und Finanzen. Zuvor sammelte ich Erfahrung im Journalismus und als Texterin. Dabei konnte ich meine Expertise in den Bereichen Politik, Sport, Medizin und Beauty vertiefen. In meiner Freizeit koche und backe ich leidenschaftlich gerne und genieße es, in spannende Bücher einzutauchen.