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Konzerttickets und FOMO: Wenn die Angst, etwas zu verpassen, teuer wird

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Als die Bruno Mars Tickets für Berlin rauskamen, habe ich überlegt, mir welche zu holen. Doch dann sah ich die Ticketpreise und dachte mir: Nope, das ist mir zu teuer. Nicht weil ich kein Fan seiner Musik bin, sondern weil ich gelernt habe, wie schnell aus einem Konzertticket eine Konsumschuld wird und wie sehr FOMO dabei eine Rolle spielt.

Die Angst, etwas zu verpassen, treibt uns zu Entscheidungen, die wir uns eigentlich nicht leisten können. Und das trifft gerade beim Konzertmarkt besonders hart, denn der ist in den letzten Jahren außer Kontrolle geraten.

Für Bruno Mars gab es Golden Circle-Tickets auf offiziellen Seiten für knapp 200 Euro. Bei Resellern hat es das Dreifache gekostet. Logenplätze gab es für bis zu 14.500 Euro, wobei man fairerweise sagen muss: Die sind für bis zu 20 Personen, also rund 725 Euro pro Person. Dennoch ist das viel. Und das alles für einen Abend. Einen einzigen Abend.

Warum Konzerttickets so teuer geworden sind und warum FOMO ein Grund dafür ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Konzerttickets sind teurer denn je. Dynamic Pricing und Reseller treiben die Preise in die Höhe. Bruno Mars Logenplätze kosteten bis zu 14.500 Euro – für bis zu 20 Personen, also rund 725 Euro pro Person.
  • FOMO trifft auf ein knappes Budget: Benzin, Gas und Lebensmittel sind teurer geworden. Impulskäufe unter Druck können schnell zur Schuldenfalle werden.
  • „Buy Now, Pay Later“, also Klarna und Co machen den Konsum einfach, die Konsequenzen kommen aber später.
  • 40 % der 20- bis 24-Jährigen hatten zuletzt Zahlungsrückstände. 5,7 Millionen Deutsche gelten als überschuldet.
  • Bewusste Kaufentscheidungen treffen, statt aus Panik kaufen.
  • Die Altersvorsorge bleibt unantastbar – ganz egal, was passiert.

Warum Konzerte FOMO auslösen und wie der Markt das ausnutzt

Warum Konzerte FOMO auslösen können, erfahren Sie im Folgenden.

Konzerte sind einmalig

Konzerte sind anders als andere Käufe. Ein Sofa kann man zurückgeben, eine Reise verschieben. Aber ein Konzert? Das passiert genau einmal; an diesem Abend, mit diesen Menschen, in diesem Moment und danach ist es vorbei.

Drei Dinge machen Konzerte zum perfekten FOMO-Auslöser:

  • Es handelt sich um ein einmaliges Erlebnis. Konzerte sind nichts Materielles, man kann sie nicht nachbestellen, nicht verschieben. Wer nicht dabei ist, hat es verpasst.
  • Gemeinschaftsgefühl: „Ich war dabei“ ist mehr als Musik. Es ist eine Art Zugehörigkeit.
  • Tickets sind begrenzt. Sobald sie weg sind, aktiviert das den Instinkt: Jetzt handeln, bevor es zu spät ist.

Und Social Media verstärkt FOMO bei Konzerten noch einmal: Wenn der komplette Feed voller Konzertvideos, Stories und Setlist-Diskussionen ist, fühlt man sich doppelt ausgeschlossen. Und genau dann treffen wir schlechte Entscheidungen.

Streaming hat die Musikindustrie verändert

Es ist kein Zufall, dass Konzerttickets in den letzten Jahren explodiert sind. Denn Streaming hat die Einnahmen der Künstler aus Plattenverkäufen fast auf null reduziert. So sind Touren heute die Haupteinnahmequelle der Künstler und das merkt man.

Dazu kommt Dynamic Pricing, also Preise, die sich an der Nachfrage orientieren. Je mehr Menschen gleichzeitig ein Ticket wollen, desto teurer wird es. Das klingt fair, ist es aber nicht. Denn wer gewinnt dabei? Nicht der Fan, der seit Jahren Alben kauft. Sondern der, der am schnellsten klickt und am meisten zahlt.

Das Influencer-Problem: Gesponsert dabei, während echte Fans zuhause sitzen

Bei #Bieberchella waren unzählige Creator vor Ort. Diese wurden von Werbepartnern eingeladen – natürlich kostenlos. Viele von ihnen kennen außer seinen größten Hits kaum einen Song. Und echte Fans? Sie saßen Zuhause und haben zugeschaut. Das macht bei vielen für Unmut gesorgt, so auch bei mir. Dabei galt mein Unmut nicht den Influencern. Sie machen ihren Job. Vielmehr macht mich das System wütend, das Reichweite über echte Fans stellt.

Was ein Ticket früher kostete und was heute

Doch zurück zu den Ticketpreisen. Dass es sich dabei nicht um ein gefühltes, sondern reales Problem handelt, zeigen die Zahlen. Denn seit dem Michael Jackson Biopic –das gerade in den Kinos läuft, weltweit bereits über 430 Millionen Dollar eingespielt hat und dazu geführt hat, dass Jackson diese Woche der meist gestreamte Künstler weltweit ist – fragen sich viele: Was hätte ein Ticket für ihn in den 90ern gekostet? Schauen wir uns das mal an. 

Von Michael Jackson in den 90ern, über Justin Bieber 2016, bis hin zu Bruno Mars 2026

  • Michael Jackson in den 90er-Jahren: (umgerechnet) ab 15–25 Euro
  • Justin Bieber, Purpose World Tour 2016: ab 45 Euro
  • Ariana Grande, Sweetener World Tour 2019: ab 45 Euro 
  • Harry Styles, Love On Tour 2023: ab 60 Euro. Together Together Tour 2026: kein einziges Deutschland-Konzert; Amsterdam inklusive Anreise und Übernachtung mindestens 600 bis 1.000 Euro pro Person.
  • Bruno Mars, Berlin 2026: ab knapp 200 Euro offiziell – Reseller verlangen das Dreifache

Allein seit der Corona-Pandemie sind Ticketpreise im Schnitt um 30 % gestiegen. Das bestätigt der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft. Und das ist noch ohne Reseller, Dynamic Pricing und Servicegebühren. Was früher ein spontaner Abend war, ist heute eine Finanzentscheidung. 

Wenn FOMO zu Konsumschulden führt

Es wird viel über überteuerte Tickets geredet. Petitionen, Empörungen auf den sozialen Medien und Co, aber kaum jemand spricht über das, was danach passiert: Die Tickets sind gekauft, die Rechnung kommt und der Monat muss trotzdem irgendwie überbrückt werden:

  • 40 % der 20- bis 24-Jährigen hatten zuletzt Zahlungsrückstände
  • 37 % der 25- bis 34-Jährigen hatten zuletzt Zahlungsrückstände
  • 5,7 Millionen Deutsche gelten insgesamt als überschuldet

Das sind keine abstrakten Zahlen. Das sind Menschen, die irgendwann eine Entscheidung unter Druck getroffen haben und die Konsequenzen noch lange danach spüren.

Wer es sich wirklich nicht leisten kann und trotzdem kauft

Hier möchte ich ehrlich sein: Es gibt Menschen, für die ein Konzertticket schlicht nicht im Budget ist. Nicht weil sie schlecht mit Geld umgehen, sondern weil am Ende des Monats einfach nichts übrig bleibt. Denn für viele Personen geht das monatliche Einkommen für Miete, Lebensmittel und Energiekosten raus. 

Das Problem dabei ist, dass genau diese Menschen am stärksten von FOMO betroffen sind. Denn sie sehen dieselben Influencer, dieselben Stories, dieselben Setlist-Videos. Sie fühlen denselben Druck. Aber sie haben keinen Puffer.

Was passiert dann? Sie zahlen auf Raten, nutzen Klarna oder überziehen den Dispo, weil es so einfach ist, heute in die Schuldenfalle zu tappen:

  • Klarna: Jetzt kaufen, in 30 Tagen zahlen und wenn man es sich leisten kann, kann man sich spontan für eine Ratenzahlung entscheiden. 
  • Ratenzahlung: Das Ticket wird auf 6 oder 12 Monate gestreckt, zu Zinsen, die kaum jemand beachtet.
  • Kreditkarte: Das Geld ist sofort verfügbar, später droht das böse Erwachen.
  • Der Dispokredit  ist der stille Begleiter, der teurer ist als jeder Ratenkredit.

Plasma spenden für Konzerttickets

Das Problem: Wer sich ein Ticket nicht leisten kann, kann sich die Zinsen erst recht nicht leisten. Und so wird aus einem Konzerterlebnis eine Schuldenspirale – Schritt für Schritt, Monat für Monat. Und das ist kein Randphänomen. Berichte zeigen, dass Fans Blut verkaufen, Plasma spenden und Schulden machen, um sich Tickets für die Harry Styles-Tour leisten zu können. Und genau das zeigt, wie stark FOMO wirken kann.

Irgendwann stellt sich die Frage: Wofür gebe ich mein Geld eigentlich aus? Ein Konzertticket auf Kredit heute oder die Vorsorge für morgen? Die Frage klingt simpel. Aber in einer Zeit, in der alles teurer wird und der finanzielle Spielraum ohnehin schon knapper wird, trifft sie härter als je zuvor.  Und auch das zeigt sich bei Harry Styles und Co.: Denn viele verkaufen ihre Tickets jetzt weiter oder treten vom Kauf zurück. 

Wer dann noch Konsumschulden trägt, hat doppelt das Nachsehen: heute, am Monatsende, morgen bei der Rente. Denn Bundeskanzler Merz hat im April 2026 öffentlich bestätigt, was viele schon ahnten: Die gesetzliche Rente wird nicht reichen, sie ist nur noch eine Basisabsicherung. Private Vorsorge ist keine Option mehr, sondern Pflicht. In diesem Umfeld 400 Euro für ein Reseller-Ticket auszugeben, ist keine harmlose Entscheidung. Es ist eine Entscheidung, die andere Dinge kostet, wie Rücklagen, Vorsorge oder eine finanzielle Sicherheit.

Warum Sie auch mit 25 darüber nachdenken sollten

Ich weiß, was Sie gerade denken: Rente? Das ist doch noch ewig hin, der Schein trügt aber. Denn denken Sie mal an die Corona-Pandemie: Der erste Lockdown ist mittlerweile sechs Jahre her. Für mich persönlich fühlt er sich nicht so an, als sei er so lange her. 

Genau so funktioniert die Altersvorsorge. Man denkt, man hat noch Zeit. Und dann ist plötzlich der Zug abgefahren. Der Unterschied: Bei einem Konzert ist es ein Abend, bei der Rente ist es der Rest des Lebens. Konkret bedeutet das: Wer mit 25 jeden Monat 50 Euro in einen ETF-Sparplan steckt, hat mit 67 – bei einer durchschnittlichen Jahresrendite von 7 % – über 160.000 Euro mehr auf dem Konto als jemand, der erst mit 35 anfängt. Zehn Jahre Unterschied. 50 Euro im Monat. Das ist weniger als ein Reseller-Ticket für ein ausverkauftes Konzert.

Mehr dazu, wie FOMO und Altersvorsorge zusammenhängen, erklären wir ausführlich in einem eigenen Beitrag.

Konzerttickets kaufen ohne FOMO: Was mir dabei hilft

Ich habe die Bruno Mars Tickets gesehen und mich dagegen entschieden und das, weil ich eine klare Regel habe: Offizieller Preis, offizieller Kanal, klares Budget. Kein Reseller, keine Ratenzahlung, keine Kreditkarte für ein Konzerterlebnis. Und wenn das nicht klappt, dann gibt es (hoffentlich) ein nächstes Mal.

Ein paar konkrete Tipps, die mir dabei helfen:

  • Nur über offizielle Kanäle kaufen: Eventim, Ticketmaster, direkt beim Veranstalter. Niemals bei dubiosen Resellern ohne Käuferschutz.
  • Budget vorab festlegen: Was bin ich bereit auszugeben? Wenn das Ticket mehr kostet, ist es kein Kauf mehr, sondern eine impulsive Entscheidung aus FOMO heraus.
  • Warteliste nutzen: Viele Konzerte geben kurz vor dem Event noch Tickets zurück. Geduld lohnt sich.
  • FOMO anerkenne:  Es ist okay, sich zu wünschen dabei zu sein. Es ist nicht okay, dafür Konsumschulden aufzubauen.

Gezielt sparen statt impulsiv kaufen: Ich spare aktuell gezielt für ein mögliches Justin Bieber Konzert. Bewusst, mit klarem Budget, ohne Panik. Und mein Beitrag zur Altersvorsorge? Bleibt unantastbar.

Der Abend vergeht, die Konsumschulden bleiben

Ich verstehe FOMO bei Konzerttickets. Ich kenne das Gefühl, wenn alle dabei sind und man selbst nicht. Aber ich habe gelernt: Kein Konzert ist es wert, dafür Konsumschulden aufzubauen. Erst recht nicht in einer Zeit, in der Energie, Lebensmittel und Mieten schon genug am Budget nagen.

Lassen Sie sich von FOMO nicht steuern. Kaufen Sie Konzerttickets bewusst, mit klarem Budget und ohne Panik. Und Ihre Altersvorsorge? Die ist unantastbar, selbst wenn Justin Bieber auf Tour geht.

Wer finanzielle Spielräume schaffen oder Konsumschulden konsolidieren möchte, findet bei creditSUN eine ehrliche, unverbindliche Beratung. Ohne Vorkosten, ohne Versprechen, die nicht gehalten werden können.

Ich heiße Irini Diamanti und verbinde als SEO-Managerin bei der Hegner & Möller GmbH meine Leidenschaft aus SEO, Sprache und Finanzen. Zuvor sammelte ich Erfahrung im Journalismus und als Texterin. Dabei konnte ich meine Expertise in den Bereichen Politik, Sport, Medizin und Beauty vertiefen. In meiner Freizeit koche und backe ich leidenschaftlich gerne und genieße es, in spannende Bücher einzutauchen.