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Rente nur noch Basisabsicherung: Alternativen & was Sie jetzt tun können

Beitrag wurde aktualisiert am 04.05.2026
rente als basisabsicherung

Bundeskanzler Friedrich Merz hat am 20. April 2026 erklärt, dass die gesetzliche Rente künftig nur noch als Basisabsicherung dienen wird. Was das für Ihre private Altersvorsorge bedeutet und welche Alternativen es gibt, erfahren Sie hier. 

Warum die Rentenlücke kein neues Problem ist

“Verlass dich nicht auf die Rente.” Das ist eine Aussage, die die meisten von uns bereits gehört haben – so auch ich. Denn meine Eltern haben mir dies schon in jungen Jahren erzählt.

Sie selbst als Gastarbeiter nach Deutschland, haben jahrzehntelang hart gearbeitet und wussten instinktiv, dass der Staat allein keine verlässliche Absicherung fürs Alter ist. Sie haben privat vorgesorgt, gespart, auf eigenen Beinen gestanden. Nicht weil sie es mussten, sondern weil sie eines im jungen Alter gelernt haben: Niemand kommt und rettet dich. Du musst selbst vorsorgen.

Jede Person muss fürs Alter privat vorsorgen

Jetzt, im April 2026, sagt Bundeskanzler Merz beim Jahresempfang des Bankenverbands genau das: Die gesetzliche Rente werde „allenfalls noch die Basisabsicherung sein für das Alter. Sie wird nicht mehr ausreichen, um den Lebensstandard zu sichern.“ Das bedeutet, dass jede Person zusätzlich privat fürs Alter vorsorgen muss.

Die Reaktionen von Privatpersonen ließen nicht lange auf sich warten. Aber auch der Koalitionspartner SPD widersprach, Gewerkschaften zeigten sich besorgt, und selbst innerhalb der CDU gab es Widerstand. Aber ist die Aussage wirklich so überraschend? Nicht wirklich. 

Das Rentenproblem gibt es schon länger

Schon seit 2001, mit der Einführung der Riester-Rente, gilt offiziell: Die gesetzliche Rente allein reicht nicht. Meine Lehrer haben uns das bereits 2008 mitten in der Finanzkrise erklärt: „Fangt früh an, kümmert euch selbst darum.“ Das war vor fast 20 Jahren.

Neu ist nicht die Erkenntnis, sondern die Tatsache, dass ein amtierender Bundeskanzler es jetzt so offen ausspricht. Denn das war politisch lange ein Tabu.

Warum sind viele dennoch von der Aussage der Basisrente überrascht?

Die Zahlen sind seit Jahrzehnten bekannt. Die Generation der Babyboomer geht nun in Rente, die Geburtenrate liegt seit den 1970ern unter dem Bestandserhaltungsniveau. Bald werden mehr Menschen Rente beziehen als einzahlen. Das ist keine Überraschung, das ist Mathematik.

Einige Gründe für die Überraschung vieler sind unter anderem:

  • Merz hat seine Aussage beim Bankenverband getätigt, also vor denen, die von mehr Privatvorsorge profitieren.
  • Viele wussten es tatsächlich nicht, weil das Thema in der Schule und der Familie nie wirklich erklärt wurde.
  • Der Koalitionspartner der CDU, die SPD, hat widersprochen (auch wenn viele intern wissen, dass Merz in der Sache recht hat). Und das wirft Fragen auf. 

Was Merz nicht sagt und wen das System vergisst

Die Forderung nach mehr Eigenverantwortung klingt vernünftig. Aber sie setzt voraus, dass alle die gleichen Voraussetzungen haben. Und das ist schlicht nicht wahr. Das Bild, das Merz implizit zeichnet, ist das einer Person, die über 40 Jahre durchgehend Vollzeit gearbeitet, eingezahlt und vorgesorgt hat. Für diese Person mag das Drei-Säulen-Modell aufgehen. Aber wie sieht es aus mit:

  • Personen, die später nach Deutschland kamen? Die erst die Sprache lernen mussten, deren Abschlüsse nicht anerkannt wurden, die jahrelang unter ihrem Qualifikationsniveau gearbeitet haben und trotzdem jeden Monat eingezahlt haben. 
  • Frauen, die in Teilzeit arbeiten mussten? Nicht weil sie es wollten, sondern weil Kinderbetreuung in Deutschland immer noch überwiegend von Frauen geleistet wird und weil Kita-Plätze knapp und teuer sind. Wer 20 Jahre in Teilzeit arbeitet, zahlt weniger ein und hat weniger Spielraum für die private Vorsorge.
  • Jenen, die Angehörige gepflegt haben? Wer einen Angehörigen zu Hause pflegt, hat oft gar keine Wahl. Pflege ist Arbeit, aber sie wird im Rentensystem kaum honoriert.
  • Personen, die selbst krank waren? Chronische Erkrankungen, Burnout, lange Ausfallzeiten – all das hinterlässt Lücken im Rentenverlauf, die sich später im Portemonnaie bemerkbar machen.

Weitere Gründe für die Kritik über die Aussage zur Basisabsicherung

Und dann ist da noch eine Frage, die selten gestellt wird: Wenn der Staat kein Geld für Renten hat, woher kommt das Geld für anderes? Die Diäten der 630 Bundestagsabgeordneten steigen zum 1. Juli 2026 um 4,2 Prozent. Das ist ein Plus von 497 Euro im Monat, auf rund 12.330 Euro. Es ist die dritte deutliche Erhöhung seit 2022.

Zudem sorgt auch Beamtenpension für Raum zur Debatte. Die durchschnittliche Pension liegt bei häufig 3.200 bis 3.500 Euro brutto im Monat und ist damit ungefähr beim Doppelten einer typischen gesetzlichen Altersrente. Im Gegensatz zur beitragsfinanzierten gesetzlichen Rente werden Beamtenpensionen aus den Haushalten des Bundes und der Länder bezahlt – also aus Steuermitteln. 

Das bedeutet: Viele der Menschen, die heute mehr Eigenverantwortung fordern, sind selbst nicht Teil des Systems, das sie verwalten. Sie zahlen nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein  und müssen sich um ihre Altersvorsorge keine Sorgen machen, weil der Steuerzahler das übernimmt. Und das ist eine berechtigte Frage nach Fairness.

Das Drei-Säulen-Modell: So funktioniert private Altersvorsorge wirklich

Die Deutsche Rentenversicherung empfiehlt für die Altersvorsorge das Drei-Säulen-Modell. Im Folgenden erfahren Sie kurz und knapp, was die einzelnen Säulen bedeuten. 

  • Säule 1: Die gesetzliche Rente: Das ist die Pflichtversicherungen für jeden Arbeitnehmer und liefert eine Grundlage, da das Rentenniveau bei nur 48 % des letzten Nettoeinkommens (Stand 2026) liegt und ist somit die Basisabsicherung, von der Merz gesprochen hat. Warum liegt das Rentenniveau bei 48 Prozent? 
  • Säule 2: Die betriebliche Altersvorsorge: Hierbei wird ein Teil Ihres Nettoeinkommens abgezogen (bevor Sie es überhaupt auf dem Konto haben) und Sie bekommen noch einen kleinen Zuschuss von Ihrem Arbeitgeber. Sollten Sie noch keine haben, dann fragen Sie bei Ihrem Arbeitgeber nach und schließen Sie eine ab. 
  • Säule 3: Die private Altersvorsorge: Das ist der Teil, den Sie selbst in der Hand haben. Und hier gibt es 2026 mehr Möglichkeiten als je zuvor.

Mehr zu dem Drei-Säulen-Modell erfahren Sie hier. 

Die besten Alternativen zur privaten Vorsogre

Welche Alternativen gibt es sonst noch zur privaten Vorsorge?

  • Immobilien als Altersvorsorge: Wer im Alter mietfrei wohnt, braucht deutlich weniger Geld. Eine vermietete Immobilie liefert zusätzlich regelmäßige Einnahmen. Wer den Schritt ins Eigenheim plant, findet bei creditSUN eine Baufinanzierung auch ohne hohes Eigenkapital.
  • ETF-Sparplan und das neue Altersvorsorgedepot: Ab 2027 können Millionen Deutsche staatlich gefördert in ETFs investieren – mit bis zu 540 Euro Grundzulage pro Jahr. Der Mindestbeitrag: 10 Euro im Monat. Es muss kein großer Betrag sein, um anzufangen.
  • Konsumkredite umschulden: Wer hohe monatliche Raten zahlt, hat keinen Spielraum für Vorsorge. Eine Umschuldung fasst mehrere Kredite zu einer günstigeren Rate zusammen. Wer 300 Euro Zinsen im Monat spart, hat nach zehn Jahren 36.000 Euro mehr. Diese können für die Vorsorge oder als Rücklagen dienen. 

FOMO kostet Renten: Warum Social Media zur Altersarmut führen kann

Instagram zeigt das perfekte Urlaubsleben. TikTok empfiehlt den nächsten Spontankauf. „Buy Now, Pay Later“ macht Ausgeben erschreckend einfach. FOMO – die Angst, etwas zu verpassen – ist zum Finanzrisiko geworden.

Was das in Zahlen bedeutet: Wer mit 25 monatlich 150 Euro für Ratenkäufe ausgibt statt zu investieren, verliert bis 67 – bei 7 Prozent Jahresrendite – über 120.000 Euro an potenziellem Vermögen. 150 Euro im Monat klingt nach wenig. Über 42 Jahre ist es der Unterschied zwischen Altersarmut und finanzieller Freiheit.

Wie FOMO konkret Ihre Altersvorsorge gefährdet und was Sie dagegen tun können, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag: FOMO und Altersvorsorge.

Was hilft:

  • Fragen Sie sich vor jedem Ratenkauf: Brauche ich das oder will ich es nur, weil es jemand auf Instagram hat?
  • Gehen Sie Konsumschulden aktiv an, statt diese zu ignorieren.
  • Eine Umschuldung kann Ordnung schaffen und den ersten Schritt in Richtung Vorsorge ermöglichen.

Was Sie jetzt tun sollten

  • Sie sind unter 40? Dann ist der Zinseszinseffekt Ihr größter Verbündeter. Fangen Sie einfach damit an, einen kleinen Betrag in einen ETF-Plan zu sparen. Selbst 50 Euro im Monat können einen großen Unterschied machen. Behalten Sie zudem das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 im Blick.
  • Sie sind zwischen 40 und 55? Dann Prüfen Sie Ihre monatliche Belastung. Eine Umschuldung kann Zinsen sparen und Spielraum für Vorsorge schaffen. Zudem gilt auch hier, regelmäßig mit ETFs oder einer bAV privat vorzusorgen. 
  • Sie sind über 55? Die gesetzliche Rente steigt zum 1. Juli 2026 um 4,24 Prozent. Das ist eine gute Nachricht. Aber sie ändert nichts an der strukturellen Frage: Reicht es? Wer heute noch Handlungsbedarf sieht – etwa eine Immobilie modernisieren oder bestehende Schulden konsolidieren möchte – findet bei creditSUN eine individuelle und unverbindliche Beratung, unabhängig vom Alter.

Gesetzliche Rente als Basisabsicherung, Eigeninitiative als Freiheit

Merz‘ Aussage klingt auf den ersten Blick entmutigend. Die Rente reicht nicht. Das System ist ungerecht. Manche zahlen ein Leben lang ein und bekommen am Ende weniger als andere, die kaum eingezahlt haben. Das alles stimmt und es ist berechtigt, darüber wütend zu sein.

Aber wütend zu sein und nichts zu tun, ist die teuerste Reaktion. Denn am Ende ändert die politische Debatte nichts daran, was Sie heute tun können. Ob Merz recht hat oder nicht, ob die SPD widerspricht oder nicht, ob die Rentenkommission im Sommer gute Vorschläge macht oder nicht: Ihr Leben wartet nicht auf diese Antworten.

Was zählt, ist das, was Sie selbst in der Hand haben. Ein ETF-Sparplan, den Sie heute einrichten. Eine Umschuldung, die Ihnen 200 Euro im Monat freisetzt. Eine Baufinanzierung, die Sie langfristig mietfrei wohnen lässt. Ein erster ehrlicher Blick auf Ihre Renteninformation. Kleine Schritte, die sich über Jahre zu einem echten Spielraum summieren.

Ich heiße Irini Diamanti und verbinde als SEO-Managerin bei der Hegner & Möller GmbH meine Leidenschaft aus SEO, Sprache und Finanzen. Zuvor sammelte ich Erfahrung im Journalismus und als Texterin. Dabei konnte ich meine Expertise in den Bereichen Politik, Sport, Medizin und Beauty vertiefen. In meiner Freizeit koche und backe ich leidenschaftlich gerne und genieße es, in spannende Bücher einzutauchen.