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Wenn Angehörige pflegebedürftig werden – Was kostet die Unterbringung im Pflegeheim?

Pflegeheim

Wenn die Eltern älter werden, sind es oft die Kinder, die sich kümmern. Mit steigendem Alter von Mutter und Vater erhöht sich auch das Krankheitsrisiko. Demenz, Alzheimer, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder andere Gebrechen führen dazu, dass sich die Eltern früher oder später nicht mehr selbst versorgen können, sondern zu Hause gepflegt werden müssen. Genau das stellt die Kinder oftmals vor erhebliche Herausforderungen. Haben die Kinder genügend Zeit, sich um die Eltern zu kümmern oder ist es sinnvoller, die Eltern in ein Pflegeheim unterzubringen? Welche Kosten kommen auf Sie zu? In diesem Artikel beantworten wir Ihre Fragen.

Kinder sollten Ihre Eltern im Alter unterstützen

Einst haben die Eltern ihre Kinder „großgezogen“ und sie versorgt. Aber im Laufe der Jahre verändert sich vieles. Je älter Eltern werden, desto eher sind oft ihre Kinder gefordert, sie zu unterstützen. Sei es bei Einkäufen, bei der Erledigung der Hausarbeit oder vielleicht sogar bei der Körperpflege. Je mehr Unterstützung und Zuwendung Mutter und Vater im Alter benötigen, desto mehr geraten die Kinder unter Druck. Denn diese sind meist selbst berufstätig, haben eine eigene Familie, um die sie sich kümmern. Darüber hinaus gibt es weitere Verpflichtungen und Hobbys, um die es sich zu kümmern gilt. Alles das „unter einen Hut zu bringen“, ist aus der Sicht pflegender Angehöriger mit teils erheblichen Schwierigkeiten verbunden.

Wie lange können Eltern zu Hause gepflegt werden?

Wenn es aber „gar nicht mehr geht“, die Kinder sich überlastet und in ihrem eigenen Leben eingeschränkt fühlen, ist es gegebenenfalls an der Zeit, darüber nachzudenken, die Eltern in ein Pflegeheim zu geben. Wann aber ist der richtige Zeitpunkt dafür? Gleichzeitig stellt sich die Frage nach einer sinnvollen Alternative, wie beispielsweise die Pflege zu Hause: Eine ausgebildete Pflegekraft befasst sich mit der pflegerischen Unterstützung der Eltern und zieht gegebenenfalls gar in deren Haus ein, um rund um die Uhr eine adäquate Versorgung gewährleisten zu können. Allerdings ist eine derartige Unterstützung überaus kostspielig. Ebenso wie die Unterbringung in einem Altenheim.

Wann macht die Unterbringung in einem Pflegeheim Sinn?

Viele ältere Ehepaare unterstützen sich oft noch weitgehend selbst und helfen einander im Alltag. Dadurch werden die Kinder, die meist nicht mehr zu Hause wohnen, entlastet. Was aber, wenn ein Elternteil verstirbt? Die hinterbliebene Person kann mitunter nicht mehr für sich selbst sorgen. Trauer und das Gefühl der Einsamkeit erschweren die Situation zusätzlich. Viele Betroffene lassen sich buchstäblich hängen und geben sich auf. Dementsprechend sind die Kinder verstärkt dazu angehalten, Unterstützung zu leisten – in unterschiedlichster Form. Für die Kinder ist eine solche Entwicklung eine beträchtliche Herausforderung, denn auch sie haben ihr eigenes Leben. Je mehr Hilfe das Elternteil braucht, desto größer jedoch die Gefahr, dass das eigene Familien- und Berufsleben leidet. In vielen Fällen kommt es sogar dazu, dass die Kinder ihren Job aufgeben müssen, um eine optimale Versorgung von Mutter oder Vater gewährleisten zu können. Die Erfahrung hat gezeigt, dass viele helfende Angehörige aufgrund dessen in eine finanzielle Schieflage geraten. Denn das Einkommen fällt weg, aber die fixen Kosten bleiben.

Die Kosten für das Pflegeheim

In Deutschland betragen die durchschnittlichen Kosten für die Unterbringung in einem Pflegeheim pro Monat rund 3.000 Euro. Dieser finanzielle Aufwand kann aber je nach Bundesland sowie mit Blick auf die Ausstattung der Räumlichkeiten im Seniorenheim stark variieren. Die Leistungen, die seitens der Pflegeversicherung für die vollstationäre Unterbringung in einem Altenheim übernommen werden, hängen von dem jeweiligen Pflegegrad ab.

    • Pflegebedürftige mit dem Pflegegrad 1 erhalten 125 Euro an Zuwendungen. Dieser Betrag kann für die Erstattung von Betreuungs- und Entlastungsleistungen verwendet werden.
    • Pflegebedürftige Personen mit dem Pflegegrad 2 erhalten Leistungen aus der Pflegeversicherung in Höhe von 770 Euro.
    • Bei einem Pflegegrad 3 unterstützt die Pflegeversicherung aktuell 1.262 Euro die Unterbringung im Pflegeheim.
    • Wer mit dem Pflegegrad 4 in ein Pflegeheim kommt, kann derzeit mit einer Bezuschussung in Höhe von 1.775 Euro rechnen.
    • Menschen mit dem Pflegegrad 5 bekommen 2.005 Euro als Unterstützung, um die Unterbringung im Pflegeheim zu finanzieren.1

Die Auswahl des Pflegeheims ist sehr wichtig

Es ist in der Regel kein leichtes Unterfangen, die Eltern in einem Pflegeheim unterzubringen. Sind die Belastungen für die pflegenden Angehörigen aber zu groß, ist das oft der einzige Ausweg – abgesehen von der pflegerischen Unterstützung durch Fachkräfte, die in das Zuhause der Eltern mit einziehen. Steht aber die Unterbringung in einem Pflegeheim an, ist es elementar, mit den Eltern darüber zu sprechen. Aus unterschiedlichen, meist gesundheitlich bedingten Gründen ist es jedoch nicht immer möglich, die Angelegenheit mit den Eltern zu erörtern. Sofern die Unterbringung in einem Seniorenheim unausweichlich erscheint, ist es grundlegend, darauf zu achten, eine passende Einrichtung zu finden. Sicherlich ist die Auswahl – insbesondere in größeren Städten – relativ groß. Es empfiehlt sich, die Gegebenheiten in den einzelnen Pflegeheimen explizit in Augenschein zu nehmen und sich über die Qualität der Pflege etc. ausführlich zu informieren. Allerdings sollte man hier auch nicht die Kosten außer Acht lassen. Meist kommen die Kinder für die Unterbringung auf, da die pflegebedürftige Person oftmals eine kleine Rente erhalten. Anhand der so generierten Informationen ist es leichter, eine Auswahl zu treffen. Ziel des Ganzen sollte es in erster Linie sein, dass sich die Eltern im Pflegeheim wohl fühlen und rund um die Uhr gut betreut werden. Dieses Wissen gibt auch den Kindern Sicherheit und schenkt ihnen das gute Gefühl, die beste Lösung für alle Beteiligten gefunden zu haben.

Ich heiße Quang Lam und arbeite bei der Hegner Möller GmbH als Marketing Director. Ich interessiere mich sehr stark für die Themen Finanzen und Sport. In meiner Freizeit gehe ich gerne laufen und betreibe auch einen Laufblog. Ich schreibe für den creditSUN Blog nur über die Themen, die mich auch wirklich interessieren.

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