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So funktioniert unser Rentensystem – Rente erst ab 70 Jahren?

Rentensystem

Die gesetzliche Rente ist in Deutschland auf einem Generationenvertrag aufgebaut. Das bedeutet, die jeweils jüngeren und arbeitenden Menschen zahlen für die aktuellen Rentner und Rentnerinnen. In Zeiten sinkender Geburtenraten wird das System nicht mehr aufgehen. Es reicht die Zahl der in die Rentenkasse einzahlenden Arbeitnehmer nicht mehr aus, um die vielen Rentner und Rentnerinnen der „Baby-Boomer-Generation“ ausreichend zu versorgen. Kein Wunder, dass man von politischer Seite her versucht, das Rentenalter immer weiter nach hinten zu verschieben und das Rentenniveau absenkt. Ohne zusätzliche betriebliche und/oder private Altersvorsorge können die meisten Menschen ihren Lebensstandard im Alter nicht halten und fürchten sich vor Altersarmut. Aktuell wird daher auch diskutiert, das Rentenalter auf 70 Jahre zu erhöhen.1

Die Rente in Deutschland im Überblick

Immer mehr Menschen kritisieren das Rentensystem, das hierzulande über Generationen hinweg Rentnern und Rentnerinnen nach der Zeit ihrer Erwerbstätigkeit das Auskommen gesichert hat. Grund ist die Struktur. Da die jeweils nächste Generation mit ihren Beiträgen zur gesetzlichen Rente das Geld für die Finanzierung der aktuellen Altersrenten zur Verfügung stellt, macht eine veränderte demographische Lage den Verantwortlichen besonders zu schaffen. Deshalb wurde häufig auch über die Grundrente diskutiert.

In den letzten Jahren wurde versucht, diese Schwächen im System durch verschiedene Maßnahmen auszugleichen. Mit der Absenkung des Rentenniveaus bis hin zur Erhöhung des Renteneinstiegsalters soll der Generationenvertrag nach derzeitigen politischen Willen unbedingt aufrechterhalten werden. In anderen europäischen Ländern geht man diesen Weg nicht. Dort wird die Rente überwiegend durch Steuermittel gesichert, was in den meisten Fällen für ein höheres Rentenniveau und ein niedrigeres Einstiegsalter steht.

Ebenfalls für Kritik sorgt die Tatsache, dass Beamte als Pensionäre mit ihren Bezügen anders behandelt werden als der normale Rentner. Viele Menschen ist es in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten nicht möglich, zusätzlich für ihr Alter privat vorzusorgen. In dem derzeitigen Rentensystem ist das aber unbedingt notwendig, um im Alter einen annähernd gewohnten Lebensstandard halten zu können. Nicht alle Unternehmen bieten die betriebliche Altersvorsorge regelhaft an. Eine schwierige Situation für alle Beteiligten und ein Grund, das aktuelle Rentensystem auf den Prüfstand zu stellen.

Faktoren, die auf die Höhe der Rente einwirken

Die Berechnung der gesetzlichen Rente ist an verschiedene allgemeine und individuelle Faktoren geknüpft. Hier ist es Arbeitnehmern kaum möglich, selbst und ohne Unterstützung der Rentenkassen die voraussichtliche Höhe der Rente zu berechnen. Zu den Einflussfaktoren gehören unter anderem

  • die allgemeine wirtschaftliche Lage.
  • die Zahl der Beitragszahler insgesamt
  • die Zahl der individuellen und anrechenbaren Beitragszeiten
  • die Höhe der vereinnahmten Lohnzahlungen absolut
  • die Höhe der vereinnahmten Lohnzahlungen im Verhältnis zu den durchschnittlichen Löhnen in einem bestimmten Zeitraum

Verwirrend an dem derzeitigen Rentensystem ist es auch, dass sich bestimmte Einflüsse nur auf bestimmte Jahrgänge auswirken, weil zwischenzeitlich Veränderungen bei den Renten eingeführt worden sind, die nur auf bestimmte Jahrgänge auswirken. Jahrgangsbezogen wird immer wieder das Renteneinstiegsalter verändert. Aktuell ist für die nächsten Jahre die Rente mit 70 im Gespräch. Zurzeit liegt das Regeleinstiegsalter bei den meisten Menschen bei 67 Jahren. Die neue Grenze 70 Jahre könnte auch bereits Angehörige der geburtenstarken Jahrgänge ab 1960 betreffen, die um 2030 herum in großer Anzahl in Rente gehen werden.

Vor- und Nachteile des deutschen Rentensystems

Das derzeitige Rentensystem hat seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland für eine stabile Rentenversorgung der Nachkriegsgenerationen gesorgt. Allerdings blieb eine längere Zeit lang auch die Geburtenrate angemessen stabil, um den Generationenvertrag aufrechtzuerhalten. Über Jahrzehnte hinweg konnten sich Rentner auf kontinuierliche Erhöhungen ihrer Rentenbezüge und sichere Renten freuen. In den letzten Jahren und Jahrzehnten gibt es Probleme dem deutschen Rentensystem.

VorteileNachteile
Rentenbeiträge verlieren durch die Inflation kein Wert, da diese nicht langfristig angelegt sindVerhältnis zwischen Rentenzahlung und Rentner muss im Gleichgewicht sein. Sobald weniger Menschen in die Rente einzahlen, muss ggf. das Rentenalter angehoben werden
garantiere Absicherung im AlterBeamten und Selbstständige sind von der gesetzlichen Rente ausgeschlossen, sodass diese Personengruppe nicht berücksichtigt werden
Sofern genügend in die Rentenkasse einzahlen, wäre die Rente gesichertNiedrige Rendite, da die Rente nicht angelegt wird
Leistungen sind auch für Angehörige abgedeckt wie z.B. bei der Hinterbliebenenrente Erst im Rentenalter wird das Geld ausgezahlt und kann z.B. nicht vorher z.B. für eine Immobilienfinanzierung genutzt werden
Anspruch auf Grundsicherung, sofern die Rente zu niedrig ausfällt. Das betrifft häufig Personengruppen, die zu wenig in die Rentenkasse eingezahlt haben

Das deutsche Rentensystem braucht Reformen

Die Nachteile überwiegen in unserem derzeitigen Rentensystem. Hier sind einschneidende politische Veränderungen gefragt, um es auf eine andere Basis zu stellen. Der demographische Wandel bringt das Rentensystem an seine Grenzen. Viele europäische Länder wie z.B. Österreich haben ein besseres Rentensystem als in Deutschland. Solange wir mit unserem Rentensystem leben müssen, sollten Sie unbedingt versuchen, Ihre persönliche finanzielle Situation im Alter auf betrieblicher Ebene und privat durch zusätzliche Vorsorgebeträge zu sichern. Die gesetzliche Rente reicht für viele mit dem derzeitigen Rentenniveau nicht aus. Zusätzliche Vorsorge kann es Ihnen auch ermöglichen, früher als zum gesetzlich vorgesehenen Zeitpunkt in Rente zu gehen und mit den damit verbundenen Abschlägen für eine kurze Zeit umzugehen. Betriebliche Altersvorsorge und private Altersvorsorge sind zurzeit die besten Möglichkeiten, um für sich individuell die Schwächen im deutschen Rentensystem abzumildern.

Mein Name ist Bechthold Christiane und schreibe leidenschaftlich Fachartikel. In meiner langen Berufslaufbahn kann ich eine 30-jährige Tätigkeit im Medien-, Kredit und medizinischen Bereich vorweisen. Ich überzeuge mit meiner Zuverlässigkeit und Qualität von jounalistischen Fachberichten.

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