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Sind Staatsanleihen eine rentable Anlageform? – Das sollten Sie darüber wissen!

Staatsanleihen

In der aktuellen Zeit mit immer niedrigeren Zinsen auf Tages- und Festgeldkonten ist die Staatsanleihe eine gute Möglichkeit, mit geringen Risiken trotzdem eine kleine Rendite zu erwirtschaften. Die Staatsschuldverschreibung kann dabei mit weiteren Investitionen verbunden werden, um sich so mit einer guten Diversifikation weiter abzusichern.

Was sind Staatsanleihen?

Staatsanleihen sind prinzipiell Schuldverschreibungen eines Staates mit einer bestimmten Laufzeit. Das bedeutet für den Privatanleger, dass er eine bestimmte Summe seines verfügbaren Kapitals an einen Staat leiht und somit zum Gläubiger des entsprechenden Staates wird. Im Gegenzug garantiert der Staat dem Privatanleger zum einen die Rückzahlung des Anleihen-Wertes zum Laufzeitende, zum anderen eine entsprechende Verzinsung. Staatsanleihen sind heutzutage ein Werkzeug des Staates, um langfristig den Haushalt oder aber auch kurzfristig bestimmte Projekte zu finanzieren. Vorteile für den Anleger sind bei der Staatsanleihe, dass sie sehr sicher sind und dass der Zinssatz bereits im Vorhinein feststeht, sodass eine gewisse Planbarkeit entsteht.

Wie funktionieren Staatsanleihen?

Die wichtigsten Daten einer Anleihe ergeben sich einerseits aus der Laufzeit des Kredites, andererseits aus dem Zinssatz (auch „Kupon“ genannt). Der Anleger kann in der Regel zwischen verschiedenen Laufzeiten wählen, was sich wiederum auf den Zinssatz auswirkt. Die meisten Staatsanleihen weisen Laufzeiten zwischen einigen Jahren bis hin zu einigen Jahrzehnten auf. Dabei kommt es darauf an, für welchen Zweck die Anleihe vom Staat genutzt werden soll. Soll das Geld in erster Linie für den Staatshaushalt genutzt werden, werden längere Laufzeiten im Jahrzehnte-Bereich angesetzt. Ein Extrembeispiel für eine besonders langfristige Anleihe wäre etwa eine Tranche aus Österreich, die für 100 Jahre ausgegeben wurde. Für kurz- und mittelfristige Projekte oder Finanzierungen werden Anleihen mit deutlich geringeren Laufzeiten vergeben.

Wie auch an der Börse notierte Unternehmen verfügen auch Anleihen über einen bestimmten Börsenkurs, der zusammen mit dem Zinssatz entscheidend für die Rendite des Anlegers ist.

Welche Renditen versprechen Staatsanleihen?

Allgemein gesprochen kann mit einer Staatsanleihe auf zwei grundsätzlich verschiedene Wege eine Rendite erzielt werden.

  • Auf der einen Seite kann die Anleihe etwa bis zum Laufzeitende im privaten Depot gehalten werden. Dabei erhält der Anleger regelmäßig die vereinbarten Zinsen und zum Ende der Laufzeit erhält er den Nominalwert der Anleihe – also den Geldwert, den der Staat dem Anleger mit seiner Anleihe schuldet. Diese Herangehensweise kann im Vergleich zum Aktienmarkt am ehesten mit einer Buy and Hold Strategie verglichen werden, bei der der Anleger langfristig in ein Unternehmen investiert und hiervon profitieren möchte. Der Vorteil bei dieser Form im Bezug zu Anleihen ist die gute Planbarkeit und somit auch Sicherheit, da im Vorhinein bereits Laufzeit und Zinssatz feststehen. Je nach Land, aus dem Anleihen erworben werden sollen, unterscheiden sich auch die möglichen Renditen. Mit einer zehnjährigen Laufzeit etwa bieten risikoreichere Staaten wie Griechland oder Italien höhere Renditen von 1-2% pro Jahr. Ein sehr sicherer Staat wie Deutschland vergibt aktuell sogar Anleihen mit negativen Zinsen.
  • Auf der anderen Seite kann der Anleger bei Staatsanleihen auch auf Kursgewinne spekulieren und bei positiver Entwicklung des Kurses die Anleihe über die Börse weiterverkaufen. Dies ähnelt wiederum im Vergleich zum Aktienmarkt eher einer offensiveren und aktiveren Strategie, bei der Aktien von aktuell unterbewerteten Unternehmen gekauft werden und bei Kurssteigerungen wieder verkauft werden. Damit eröffnen sich einerseits natürlich höhere Renditemöglichkeiten, andererseits aber auch höhere Risiken und weniger Sicherheit. Der Vorteil bei Anleihen ist jedoch, dass von der aktiven Strategie auch auf die Buy and Hold Strategie umgeschwenkt werden kann.

Wie hoch ist das Risiko einer Staatsanleihe im Gegensatz zu klassischen Aktien?

Ganz generell sind Staatsanleihen als sehr sicheres Finanzinstrument und Investment zu betrachten – gerade auch im Vergleich zu den risikoreicheren Aktieninvestments. Dadurch, dass der Zinssatz im Rahmen der Anleihen-Vereinbarung bereits im Vorhinein klar ist wird eine gewisse Sicherheit und Planbarkeit erzeugt, was für viele Anleger von großer Bedeutung ist – auch psychologisch betrachtet. Natürlich wird durch diesen Sicherheitsfaktor die mögliche Rendite begrenzt, was gleichzeitig den Nachteil im Vergleich zum Aktieninvestment darstellt.

Auch wenn das Risiko einer Staatsschuldverschreibung sehr begrenzt ist – einige Risiken bleiben dennoch erhalten: Das Risiko für einen staatlichen Zahlungsausfall oder generelle Zinsanhebungen sollte man sich als Anleger stets vergegenwärtigen und überlegen, für wie wahrscheinlich man solche Risiken einstuft. Hierbei muss jeder für sich herausfinden, wie viel Risiko man eingehen möchte, um eine Rendite zu erzielen.

Das sollten Sie über die Staatsanleihe wissen!

Die Staatsanleihe als Renditeobjekt erfreut sich aktuell nach wie vor großer Beliebtheit. Wer als Privatanleger auf der Suche nach einem sicheren Investment ist, das zusätzlich noch eine kleine Rendite abwirft und vor Inflation schützt, der ist mit Staatsanleihen gut beraten. Ob und wie viel man tatsächlich in Staatsanleihen investieren sollte, hängt wie so häufig stark von individuellen Entscheidungen, Eigenschaften und Zielen ab. Jeder Interessierte sollte sich daher umfassend informieren und zwischen verschiedenen Möglichkeiten der Geldanlage entscheiden oder sie im Sinne der Diversifikation kombinieren.

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