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Geplante Obsoleszenz – Warum Ihre Geräte kurz nach der Herstellergarantie kaputt gehen!

geplante Obsoleszenz

Jeder kennt das Problem: Geräte gehen kaputt, aber erst nach der Garantie, sodass sie nicht mehr umgetauscht werden können. Dass das durch geplante Obsoleszenz, also das Einbauen von Mängeln durch den Hersteller geschieht, wird von vielen Menschen als Verschwörungstheorie gehandelt. Dabei ist wirklich etwas Wahres dran – und wurde sogar bereits vom Umweltbundesamt erforscht. Wie Sie das Problem minimieren können, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Was ist geplante Obsoleszenz und welche Geräte sind betroffen?

Unter Obsoleszenz an sich versteht man die Alterung von Produkten und den Verschleiß nach einer gewissen Zeit. Auch, dass dies deutlich zu früh eintritt, ist bekannt.

„Geplante Obsoleszenz ist eine Strategie, in der das Veralten eines Produktes vom Hersteller geplant und konzeptionell vorgesehen ist.“ (Definition auf Wikipedia)1

Heutzutage passiert dies immer öfter, was höchst ärgerlich für die Verbraucher ist.

Bekannt ist die geplante Obsoleszenz zum Beispiel als technischer Verschleiß nach Garantieablauf bei Elektrogeräten. Aber auch eingebaute Mängel wie sich öffnende Nähte an Kleidungsstücken gehören zu diesem Problem. Dazu kommt die Strategie, den Verbraucher durch Trendsetzung und gezieltes Marketing psychologisch dazu zu treiben, dass er sich ein neues Produkt kaufen möchte.

Besonders häufig tritt die kurze Haltbarkeit nach Garantieablauf bei Druckern und dazugehörigen Patronen auf: Wenn der Schwamm, der die Tinte aufnimmt, voll ist, druckt der Drucker einfach nicht weiter. Andere häufig betroffene Geräte sind Laptops, Smartphones und Waschmaschinen.

Geräte gehen kaputt nach der Garantie: Wieso passiert das?

Der Grund für geplante Obsoleszenz ist offensichtlich. Geräte gehen kaputt, aber erst nach der Garantie, damit der Verbraucher sich ein neues Produkt kaufen muss. Doch dafür gibt es mehrere Faktoren. Zum einen ist der ständige Neukauf wichtig für das Wirtschaftswachstum. Auf der anderen Seite kaufen Menschen gerne günstige Produkte, aber kein Hersteller ist bereit, lang anhaltende Qualität für günstige Preise zu verkaufen.

Zudem verändern sich die Trends ständig, egal ob es sich um Mode handelt oder um Smartphones. Auch daher sind kurzlebige Artikel eine gute Strategie für Unternehmen – so holen sich die Konsumenten stets das neueste Produkt. Einige Konzerne wie Apple verfolgen zudem die Strategie eines gezielten Marketings, durch das Elektronik zur Modeerscheinung wird. Auch wenn der Artikel nicht kaputt ist, möchten Kunden sich trotzdem einen neuen kaufen.

Geplante Obsoleszenz zeigt sich häufig als künstlich herbeigeführter Funktionsverlust. So wird in einem Computer zum Beispiel der Kondensator direkt über einer Wärmequelle montiert, sodass er schneller kaputtgeht und der Verschleiß gleich nach Garantieablauf eintritt. Oft handelt es sich auch um Kleinteile, die weniger leistungsfähig und schwer austauschbar sind. Aber auch durch Updates, die auf einem alten Smartphone- oder Laptop-Modell nicht funktionieren, kann ein Kunde zum Neukauf bewegt werden.

Was man als Verbraucher dagegen tun kann

Ein Anfang kann es sein, Markenprodukte zu kaufen statt No-Name-Artikel. Das verhindert geplante Obsoleszenz nicht immer, aber manchmal. Außerdem sollte nicht auf den günstigsten Preis geachtet werden, sondern lieber auf nachhaltige Herstellung und hohe Qualität. Vor allem bei Technik bedeutet ein niedriger Preis häufig, dass schon etwas kaputt ist. Produkte, die auf geplante Obsoleszenz getestet wurden und gut abgeschnitten haben, besitzen außerdem das HTV-Prüfzeichen.

Manchmal kann es außerdem helfen, ein Business-Modell zu kaufen statt eines für den privaten Gebrauch. Gerade bei Technikgeräten sind die Pro-Versionen oft langlebiger sowie hochwertiger verarbeitet. Ist ein Gerät dennoch dem Verschleiß nach Garantieablauf zum Opfer gefallen, sollten Sie überlegen, ob sich ein Neukauf wirklich lohnt. Oft ist die Reparatur günstiger und in Repair-Geschäften oder der DIY-Szene einfach zu erreichen.

Zuletzt können Sie schon vor dem Kauf gründlich nachdenken, ob Sie ein Produkt wirklich benötigen oder es nur wegen des Trends kaufen möchten. Verzichten Sie lieber auf Modeerscheinungen und greifen Sie stattdessen zu Standard-Artikeln. Informieren Sie sich vor dem Kauf gründlich über Ihre Verbraucherrechte und fordern Sie Garantien und Reparaturen ein, falls notwendig.

Das sollten Sie wissen über die geplante Obsoleszenz

Geplante Obsoleszenz bedeutet, dass Gerät nach Ablauf der Garantie kaputtgehen und dass dies vom Hersteller geplant war. Technischer Verschleiß und gezieltes Marketing führen vor allem bei Technik-Produkten dazu, dass Verbraucher ständig neue Artikel kaufen. Das liegt besonders an der Wirtschaft, aber auch an den Trends und günstigen Preisen. Konsumenten können dem Problem entgegenwirken, indem sie zu Produkten aus nachhaltiger Herstellung und besser verarbeiteten Geschäftsmodellen greifen. Einem Neukauf sollte außerdem die Reparatur vorgezogen werden.

1 https://de.wikipedia.org/wiki/Geplante_Obsoleszenz

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