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So erkennen Sie einen Kredithai: Wie Sie unseriöse Kreditanbieter durchschauen!

Kredithai

Wer auf der Suche nach einem kostengünstigen Kredit ist, wird derzeit schnell fündig. Die Anbieter überschlagen sich förmlich mit Werbeanzeigen. Diese finden sich sowohl auf Webseiten im Internet als auch im Briefkasten als Werbeeinwurf. Doch was ist an den scheinbar günstigen Angeboten dran? Stecken unseriöse Kreditanbieter hinter der bereitwilligen Vergabe eines Darlehens an sogenannte Grenzfälle oder sind ebenso ernste Angebote darunter? Woran können Sie unseriöse und seriöse Kreditangebote erkennen? In diesem Artikel erfahren Sie alles über den Kredithai, was Sie wissen sollten!

Lockangebote richtig deuten: So enttarnen Sie unseriöse Kreditanbieter

Nicht jedes verlockendes Kreditangebot muss gleich von einem Kredithai stammen. Viele Banken werben mit vorteilhaften Zinsen für die Rückzahlung eines Darlehens sowie weiteren günstigen Konditionen. Ein Kredithai zeichnet sich dadurch aus, dass er mit seinem Angebot in Wahrheit etwas anderes verfolgt als es vorgespiegelt wird. Wer einen Eintrag bei der Schufa hat, arbeitslos ist oder lediglich über ein geringes Einkommen verfügt, wird es schwer haben, einen herkömmlichen Kredit zu erlangen. Oft kommen Werbeversprechen von Kredithaien in solchen Situationen scheinbar gerade richtig.

Woran können Sie unseriöse Kreditanbieter erkennen?

Ein Kredithai richtet sein Angebot von vornherein an einen bestimmten Nutzerkreis. Unseriöse Kreditanbieter unterbreiten häufig Offerten, durch die der Darlehensnehmer verpflichtet wird, letztendlich unverschämte hohe Wucherzinsen oder unvorhergesehene Nebenkosten zu bezahlen. Häufig liegt der Zinssatz nahe bei oder über den zulässigen Normen.

Neben der Ausnutzung der ungünstigen Lage können weitere Dinge hinzukommen wie nicht ernst gemeinte Angebote. Hinter diesen stecken ebenfalls grenzwertige Absichten wie die Überweisung einer hohen Provisionszahlung vor Auszahlung des Kredits an den Kredithai oder vergleichbare Dinge. Ebenso kann es vorkommen, dass nach Zahlung einer hohen Abschlagssumme lediglich eine Vermittlung des Kredites erfolgt. Ob tatsächlich ein Kreditvertrag zu den angegebenen Konditionen zustande kommt, obliegt in diesem Fall dem eigentlich Kreditunternehmen, das nicht einmal Mitglied der BaFin sein muss.

So erkennen Sie ein unseriöses Angebot eines Kredithais:

  • übermäßig hohe Zinsen
  • ungünstige Vertragsnebenkosten
  • Hohe Provisionsabschlagszahlungen vor Auszahlung des Kredits
  • Fälligkeit von Gebühren vor Vertragsschluss
  • Kredit lediglich in Verbindung mit anderen Verträgen möglich wie Bausparverträge oder Versicherungen
  • Kreditgeber verfügt nicht über eine Banklizenz der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht)

Welche Möglichkeiten haben Sie, wenn Sie einem Kredithai zum Opfer gefallen sind?

Verträge dürfen in Deutschland nicht lediglich aufgrund eigens erstellter Vertragsbestandteile geschlossen werden. Kontrakte unterliegen den gesetzlichen Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Bei der Forderung sittenwidriger Zinsen ist der geschlossene Kreditvertrag ungültig. Zinswucher ist laut gängiger Rechtsprechung gegeben, wenn die vom Darlehensgeber geforderten Zinsabschläge doppelt so hoch sind, wie die am Markt üblichen Kreditkosten. In Zeiten der Niedrigzinspolitik kann die Grenze des erlaubte Wertes bereits bei einem Zinssatz von 12 oder 13 Prozent erreicht sein. Hierbei ist aber auch die persönliche Situation des Antragstellers zu berücksichtigen. Bei negativer Schufa kann der Zinssatz etwas höher liegen.

Alles was über dem errechneten Marktwert liegt, gilt als Wucher. Wie hoch marktübliche Zinsen sind, kann bei der Hausbank erfragt werden. Der Bundesgerichtshof (BGH) geht bei dem üblichen Zinssatz von dem aus, was bei einer Bank für ein vergleichbares Darlehen bei derselben Laufzeit gefordert werden würde. Die Forderung übermäßig hoher Zinsen ist gesetzeswidrig. Solche Verträge verstoßen ‚gegen die guten Sitten‘. Ein Darlehensvertrag, der die Zahlung von wuchermäßigen Zinssätzen enthält, ist schlichtweg ungültig.

Kredithai an die Verbraucherzentrale melden

Zinswucher unterliegt den Vorschriften des Strafgesetzbuches (StGB). Nach § 291 Abs. 1 Nr. 2 StGB wird die Ausnutzung der Unerfahrenheit eines Vertragspartners zum eigenen Vorteil mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Kreditnehmer sollten dennoch immer vor Abschluss eines Vertrages selbstständig Vergleiche zu ähnlichen Angeboten ziehen und einen Kreditvertrag erst nach Überprüfung unterschreiben.

Im Zweifel hilft der Gang zur Verbraucherzentrale weiter. Diese kann außerdem den bereits Verprellten helfen, einen Ausweg aus sittenwidrigen Knebelverträgen zu finden. Dort werden neben einigen hilfreichen Hinweisen ebenso Adressen von spezialisierten Fachanwälten vergeben, die Verbraucher in Fällen einer Vertragsauflösung unterstützen können. Bei Androhung einer Strafanzeige geben unredliche Kreditanbieter häufig von selber auf. Das gilt vor allem, wenn ihnen eine mehrjährige Haftstrafe oder hohe Geldstrafe in Aussicht gestellt wird.

So schützen Sie sich vor Kreditbetrügern!

Für Verbraucher, die ohnehin in Geldnot sind, ist es schwierig, unseriöse Kreditangebote von ernst gemeinten Offerten zu unterscheiden. Ein Kredithai ist in der Regel auf der Suche nach unwissenden Verbrauchern, die sich nicht mit den Umtrieben undurchsichtiger Werber auskennen.

Die Versprechen sind in den meisten Fällen so formuliert, dass sie die Vorteile in den Vordergrund stellen und Nachteile erst im Kleingedruckten nach einigem Suchen zu finden sind. Sollten Sie auf ein solches Angebot treffen, sollten Sie dies der Justiz melden.

Vielfach kann das vormalige Kreditangebot bezüglich Dauer oder Höhe der Zinsen ohnehin nicht aufrechterhalten werden, da die Liquidität des Vertragsnehmers nicht ausreicht. Die Folgen sind schwerwiegend: Entweder wird nach Prüfung des Kreditnehmers ein ungünstiges Vertragsangebot erteilt oder der gesamte Kontrakt wird hinfällig. Verbraucher sollten sich vor Überweisung einer Zahlung zunächst an den Verbraucherschutz wenden. Dort kann geprüft werden, ob der Anbieter serös ist.

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