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Ratenkredit und Rahmenkredit – Was sind die Unterschiede und welche Vor- und Nachteile gibt es?

Ratenkredit und Rahmenkredit

Im Kreditwesen wird oft mit Begriffen gearbeitet, die für Laien unverständlich sind oder für Verwirrung sorgen, so auch die beiden Bezeichnungen Ratenkredit und Rahmenkredit. Beides sind Fachausdrücke für Darlehen, die Privatpersonen von Geldinstituten zur Verfügung gestellt werden. Zwischen ihnen gibt es jedoch enorme Unterschiede, was Sie beim Abschluss Ihres Kreditvertrages unbedingt beachten sollten.

Was ist ein Ratenkredit?

Diese Art von Krediten sind die am häufigsten von Verbrauchern genutzten Finanzprodukte überhaupt. Sie werden auch als Privatkredit oder Bankkredit bezeichnet. Während ein Rahmenkredit nur von wenigen Banken angeboten wird, bieten fast alle der mehr als 200 in Deutschland tätigen Banken Ratenkredite an. Ein Ratenkredit ist ein Darlehen, das dem Kreditnehmer von der Bank zur Verfügung gestellt wird. Dieses Darlehen hat eine vertraglich vereinbarte Laufzeit, während der es zurückgezahlt werden muss. Üblich sind Laufzeiten von 12 – 120 Monaten. Die meisten Ratenkredite müssen während der Laufzeit mit gleichbleibenden Teilzahlungen genannt Raten, getilgt werden. Bei manchen Krediten kann jedoch die Höhe der Raten von der allgemeinen Zinsentwicklung abhängig sein und deswegen schwanken.

Wozu werden Ratenkredite genutzt?

Diese Art von Krediten wird zur Finanzierung konkreter Objekte verwendet, zum Beispiel von Möbeln, elektronischen Geräten oder sogar Urlaubsreisen. Immobilienkredite und Autokredite sind Ratenkredite mit einem speziellen Verwendungszweck. Aufgrund der Zweckbindung sind die Konditionen für diese spezielle Art von Ratenkredit besser als die für Kredite, die zur freien Verwendung bestimmt sind.

Was ist ein Rahmenkredit?

Rahmenkredit wird oft auch als Abrufkredit bezeichnet. Ein Rahmenkredit basiert auf einem Vertrag, den der Kreditnehmer mit dem Geldinstitut abschließt. Die Bank räumt den Kunden einen Kredit ein, den er bis zur vertraglich vereinbarten Höhe in Anspruch nehmen darf. Wie viel Kredit des eingeräumten Kreditrahmens der Kunde in Anspruch nimmt, ist ihm überlassen, da es beim Rahmenkredit keinen Mindestbetrag gibt. Die vertraglich vereinbarten Zinsen müssen Sie nur für den Betrag bezahlen, den Sie tatsächlich in Anspruch genommen haben. Bei der Rückzahlung gibt es ebenfalls große Unterschiede zum Ratenkredit. Manche Banken fordern einen bestimmten Mindestbetrag pro Monat, dessen Höhe sich nach der in Anspruch genommen Summe aus dem Rahmenkredit richtet. Andere verzichten sogar auf diese Mindest-Rückzahlung und verlangen nur die Begleichung der Zinsen.

Wann eignet sich ein Ratenkredit und wann ein Rahmenkredit?

Ein Ratenkredit eignet sich besonders für geplante Anschaffungen, wo Sie bereits die konkrete Summe kennen. Im Vergleich zu anderen Krediten bietet sich diese Finanzierungsmöglichkeit niedrige Zinsen.

Der Rahmenkredit hingegen ist eine günstige Alternative zu einem Dispositionskredit oder einer Kreditkarte, da die Zinsen wesentlich niedriger sind. Einmal genehmigt, steht der Rahmenkredit jederzeit zur Verfügung. Im Vergleich zu einem Dispositionskredit oder einer Kreditkarte ist der Kreditrahmen wesentlich höher. Rahmenkredite eignen sich ideal für Kunden, die finanziell flexibel sein müssen, zum Beispiel für Gewerbetreibende und Kleinunternehmer, die regelmäßig Rohstoffe oder Waren kaufen müssen und dafür nicht jedes Mal einen neuen Kredit beantragen wollen.

Vor- und Nachteile von Ratenkredit und Rahmenkredit

Welche Vorteile hat ein Ratenkredit?

Bei einem Ratenkredit können Sie Ihre finanzielle Belastung genau planen. Im Kreditvertrag ist klar festgelegt, wie hoch die monatliche Rate ist, die Sie zu zahlen haben. In der Rate sind bereits die Kosten der Zinsen und Gebühren enthalten. Ratenkredite können Sie zudem sehr unkompliziert bekommen. Für kleine Beträge von lediglich ein paar Hundert Euro genügt in der Regel der Personalausweis. Viele Händler bieten so einen Ratenkredit an wie z.B. die Null-Prozent-Finanzierung, wenn sie bestimmte Produkte mit Finanzierung verkaufen. Der Händler nimmt aber meistens die Finanzierung nicht selbst vor, sondern arbeitet mit einer Bank zusammen. Ein weiterer großer Vorteil der Ratenkredite ist ihre leichte Vergleichbarkeit. Auf zahlreichen Vergleichsportalen im Internet können Sie die Angebote dutzender Banken miteinander vergleichen und sich die Zinsen und Konditionen im Detail ansehen.

Wenn Sie abhängig beschäftigt sind und Ihr Einkommen oberhalb der Pfändungsfreigrenze liegt, brauchen Sie für einen Ratenkredit keine zusätzlichen Sicherheiten, weil die Bank Ihr pfändbares Einkommen als Sicherheit verwenden kann.

Nachteile des Ratenkredites

Wird bei einem Ratenkredit eine lange Laufzeit gewählt, ist die monatliche Belastung nur gering. Das verführt Verbraucher dazu, mehrere Kredite gleichzeitig in Anspruch zu nehmen. Wenn sich durch unvorhergesehene Umstände wie

  • Unfall,
  • Krankheit,
  • Arbeitslosigkeit oder
  • Scheidung

die Lebensumstände ändern, passiert es nicht selten, dass Schuldner mit den Zahlungen in Verzug geraten. Das Ergebnis ist eine auf Jahre hinaus ruinierte Schufa, die jegliche Kreditaufnahme unmöglich macht oder sogar gerichtliche Maßnahmen wie Lohnpfändung oder Zwangsvollstreckung.

Der Rahmenkredit und seine Vorteile

Ein Rahmenkredit ist deutlich günstiger als ein Dispositionskredit. Derzeit reichen die Angebote von 2,99 bis 6,55 Prozent Zinsen und das maximale Kreditvolumen von 1.000 bis 100.000 Euro. Ungleich eines Dispokredits ist ein Rahmenkredit nicht an ein Girokonto gekoppelt. Das Geld ist unabhängig davon jederzeit frei verfügbar. Das macht diese Art von Kredit sehr flexibel. Ebenso flexibel ist die Mindest-Rückzahlung. Sie macht fast immer nur einen kleinen Prozentsatz des in Anspruch genommenen Kredits aus.

Der Rahmenkredit und seine Nachteile

Während Sie einen Ratenkredit bei fast jeder Bank beantragen können, gibt es nur wenige Banken, die Rahmenkredite anbieten. Da es bei einem Rahmenkredit um wesentlich höhere Summen als bei einem durchschnittlichen Dispositionskredit geht, sind die Anforderungen an den Kreditnehmer wesentlich höher. Wenn Sie einen Rahmenkredit in Anspruch nehmen wollen, müssen Sie über eine ausgezeichnete Bonität und ein gutes Einkommen verfügen. Nicht jeder kann diese Art von Kredit bekommen.

Zusammenfassung zum Ratenkredit und Rahmenkredit

Wenn Sie bereits wissen, wofür Sie ein Darlehen benötigen und auch die Summe kennen, sollten Sie unbedingt den Ratenkredit mit Verwendungszweck wählen. Bei dieser Variante erhalten Sie in der Regel den besten Zins. Wenn Sie hingegen wissen, dass Sie Ihr Konto manchmal überziehen, sollten Sie unbedingt zum Rahmenkredit statt zum teuren Dispokredit greifen. Allerdings bieten nicht alle Banken einen Rahmenkredit an. Daher sollten Sie sich vorher informieren, ob Ihr Bankinstitut Ihnen einen Rahmenkredit zur Verfügung stellen kann. Zwar klingen Ratenkredit und Rahmenkredit sehr ähnlich, aber bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile.

Ratenkredit Rahmenkredit
Auszahlung Gesamter bewilligter Kreditbetrag jederzeit innerhalb des festgelegten Kreditrahmens möglich (auch Teilbeträge)
Laufzeit festgelegter Zeitraum unbegrenzt
Rückzahlung fixe monatliche Rate (Tilgung + Zins) individuell (allerdings wird in der Regel immer eine Mindestrate festgelegt)
Sondertilgung meist möglich, allerdings müssen Sie hier mit einer Vorfälligkeitsentschädigung rechnen immer möglich
Zinsberechnung verbliebener Saldo abgerufene Summe

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