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Wird die SCHUFA an US-Finanzinvestoren verkauft und damit Daten von rund 68 Millionen Deutschen?

SCHUFA an US-Finanzinvestoren verkauft

Laut Berichten von Bloomberg zufolge soll die SCHUFA an US-Finanzinvestoren verkauft werden. Angeblich befinden sich die Eigentümer der Auskunftei, zu denen auch die Deutsche Bank und die Commerzbank zählen, in Verhandlungen mit Beteiligungsgesellschaften aus den Vereinigten Staaten. Doch was bedeutet dies für die 68 Millionen Deutsche, deren Daten die SCHUFA besitzt? Und kann es tatsächlich zum Verkauf der SCHUFA an amerikanische Investoren kommen?

SCHUFA-Eigentümer sollen über Verkauf mit US-Finanzinvestoren verhandeln

Die 1927 gegründete Auskunftei befindet sich in privaten Händen. In den ersten Jahren ihres Bestehens sollte sie es Bundesbürgern ermöglichen, Haushaltsgeräte auf Raten zu kaufen. Heute verwalten Kreditbanken knapp 35 % der Auskunftei, rund 26 % liegen bei Sparkassen. 18 % entfallen auf Privatbanken. Die großen Player in diesem Geschäft sind die Deutsche Bank und die Commerzbank. Und gerade diese beiden Giganten verhandeln nun über einen möglichen Verkauf ihrer Anteile. Nicht auszuschließen ist auch ein Komplettverkauf. Laut Angaben des Online-Portals Bloomberg sollen die beiden Banken in Gesprächen mit der Private-Equity-Gesellschaft Hellman & Friedman aus San Francisco sein. Bei Hellman & Friedman handelt es sich um eine Beteiligungsgesellschaft. Beteiligungsgesellschaften investieren in Unternehmen, profitieren vom Gewinn und investieren diesen anschließend in weitere Unternehmen. Sie werden oft als Heuschrecken tituliert, da sie gekauften Unternehmen Schulden aufbürden und sie anschließend mit höchstmöglichem Profit weiterverkaufen.

Was würde beim Verkauf mit Ihren Daten passieren?

Derzeit verwaltet die SCHUFA die Daten von rund 68 Millionen Deutschen und ungefähr drei Millionen Unternehmen. Ziel der SCHUFA ist, die Bonität der Bürger unter Beweis zu stellen, wenn es darum geht, einen Handy-Vertrag abzuschließen oder eine Wohnung zu mieten. Wenn Sie eine negative SCHUFA besitzen, erschwert es häufig z.B. die Kreditvergabe oder die Anmietung einer Wohnung.  Sollte es zum Verkauf der SCHUFA kommen, würden diese heiklen Daten Investoren aus den Vereinigten Staaten in die Hände fallen. Dabei wäre es nicht das erste Mal, dass die SCHUFA in unlautere Geschäfte verwickelt ist. Die Auskunftei ist bereits mehrmals im Visier von Verbraucherschützern gelandet. Erst kürzlich versprach die SCHUFA, Verbrauchern beim Abschließen eines O2-Vertrags zu helfen. Der Haken: Die Kundinnen und Kunden sollten der SCHUFA Einsicht in ihre Kontoauszüge gewähren. Als es zu Protesten kam, zog sich O2 zurück – nicht jedoch die SCHUFA. Wäre das Ganze in den USA über die Bühne gegangen, hätte es womöglich einen anderen Ausgang genommen. Schließlich greifen in Deutschland ja die hiesigen Gesetze. Würde die SCHUFA an US-Investoren verkauft, lägen die Daten ja in den Vereinigten Staaten. Ob es da noch ein Zurück geben könnte? Was in einer solchen Situation mit Ihren Daten geschehen würde, bleibt unklar.

Wie wahrscheinlich ist der Verkauf der SCHUFA?

Noch steht nichts fest. Obwohl Insider besagen, dass die SCHUFA an US-Finanzinvestoren verkauft werden soll, hat sich dieses Gerücht noch nicht bestätigt. Es könnte aber zu einem Teilverkauf kommen, wenn Commerzbank und Deutsche Bank einen profitablen Deal aushandeln. Insider haben zudem zu verstehen gegeben, dass sich die Gespräche noch im frühen Stadium befinden. Allerdings ist von einer Summe in der Höhe von umgerechnet zwei Milliarden Euro die Rede. Aber nicht nur US-Investoren haben Interesse an der SCHUFA, den auch der Finanzinvestor EQT aus Schweden zeigt sich von der Idee begeistert, einen Teil der deutschen Auskunftei für sich zu ergattern.

Was würde der Verkauf der SCHUFA für Ihre Daten bedeuten?

Ob es tatsächlich so weit kommen könnte, dass die SCHUFA an US-Finanzinvestoren verkauft wird, bleibt derzeit noch unklar. Wie bereits aus dem Experiment mit dem O2-Vertrag hervorgegangen ist, sträuben sich die meisten Deutschen, ihre finanziellen Karten offen auf den Tisch zu legen. Es wäre zu erwarten, dass der Gesetzesgeber dann doch einschreiten würde, wenn es dennoch so weit käme. Ein Verkauf an US-Investoren würde bedeuten, dass die Daten von Millionen Menschen im Ausland eingesehen und ausgewertet werden können. Für Datenschützer sowie für User käme dies einem Skandal gleich. Es bleibt abzuwarten, ob die SCHUFA an US-Finanzinvestoren verkauft wird oder es sich wieder einmal um ein bloßes Gerücht handelt. Durch den Verkauf werden sich wahrscheinlich auch die Datenschutzrichtlinien ändern und das nicht im Interesse der Deutschen.

Ich heiße Quang Lam und arbeite bei der Hegner Möller GmbH als Marketing Director. Ich interessiere mich sehr stark für die Themen Finanzen und Sport. In meiner Freizeit gehe ich gerne laufen und betreibe auch einen Laufblog. Ich schreibe für den creditSUN Blog nur über die Themen, die mich auch wirklich interessieren.

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