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Bitcoin im Abwärtstrend – Crash oder Erholung?

Bitcoin

Ein analytischer Blick auf den Bitcoin Kurs

Nach einem unglaublichen Höhenflug, ist der Bitcoin Kurs signifikant eingebrochen. Nur eine Marktkorrektur durch Gewinnmitnahmen, oder mehr?

Kryptowährungen brechen ein – Bitcoin Kursverlauf kennt nur einen Weg, nach unten

Virtuelle Währungen werden als Alternative zu Banken und sogar als Investment gesehen. Daten werden nicht zentral verwaltet, sondern dezentral, auf den Rechnern der Nutzer abgelegt. Der Eigentumsnachweis ist fälschungssicher, die Währung ist, als digitales Konto, für den Nutzer verfügbar. Das hat viele Anhänger gefunden. Lag ein Bitcoin 2010, kurz nach Start, noch unter einem Dollar, schaffte es die Digitalwährung im Spitzenjahr 2017 auf ca. 20.000 USD. Das da irgendwann eine Kurskorrektur folgen musste, ist zunächst der Normalfall. Allerdings fiel die Korrektur gewaltig aus, und in voller Breite, über alle Kryptowährungen. Die Marktkapitalisierung der Digitalwährungen brach von ihrem Hoch, immerhin 830 Milliarden USD, auf aktuell rund 150 Milliarde ein. Das hat Ursachen, die deutlich tiefer gehen, als übliche Gewinnmitnahmen nach einer Rallye.

Bitcoin – es fehlt die Regulierung als Währungsschutz

Auch wenn Bitcoin, wie kein anderer Begriff, für Kryptowährungen steht, gibt es deutlich mehr. Geschätzte 1.600 virtuelle Währungen sind im Markt verfügbar. Ihr gemeinsames Merkmal, die Blockchain Technologie. Bitcoins werden geschaffen, indem kryptographische Aufgaben zu lösen sind. Dafür werden enorme Rechnerleistungen benötigt. Die sind nur darstellbar, indem entsprechende Computerkapazitäten über riesige Zusammenschlüsse gebildet werden. So entstehen neue Bitcoins nur sehr langsam. Um ein Gefühl für die Dimension dieses Bitcoin-Schürfen, kurz Mining, zu bekommen, ein Wort zum Energieaufwand für die Rechnerleistung. In der ersten Hälfte des Jahres 2018 wurden für neue Bitcoins 30 Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht. Zum Vergleich, ganz Sachsen ist mit dieser Strommenge für ein ganzes Jahr eingedeckt. Heißt, vier Millionen Einwohner, und ein BIP von 122 Milliarden Euro, stehen vergleichsweise für diesen Stromverbrauch des Bitcoin Mining.

Dieser notwendige Aufwand sichert der virtuelle Währung Bitcoin allerdings auf der anderen Seite Solidität im Mengenwachstum. Ein strategischer Gedanke, der sich an die Seltenheit von Gold anlehnt. Genau da liegt aber auch das Problem des Bitcoin Kurs. Er wird massiv von Angebot und Nachfrage bestimmt. Ohne Regularien für Digitalwährungen, ist damit den Spekulanten Tür und Tor geöffnet. Der Bitcoin Kursverlauf als Berg- und Talfahrt, nichts was eine Währung braucht, die das Vertrauen der Nutzer gewinnen will. Entsprechend sensibel wird bei negativen Entwicklungen mit Ausstieg reagiert. Der Bitcoin Kurs fällt. Das reicht aber nicht als Grund, für diesen massiven Einbruch des Bitcoin Kursverlauf. Da bedarf es weiterer Faktoren.

Das Marktumfeld – schlechte Stimmung für Kryptowährungen

Kryptowährungen erfahren zur Zeit aus allen Richtungen Gegenwind. Das veranlasst viele Nutzer auszusteigen. In Südkorea sollen Investment in Kryptowährungen verboten werden. Die Optionsbörse in Chicago verzeichnet Bitcoin-Futures, bei denen Hedgefonds mehrheitlich auf einen fallenden Bitcoin Kurs wetten. China hat erstmals ein Rating für Kryptowährungen raus gebracht und Bitcoin, unter ferner liefen, auf Platz 13 gesetzt. Die erhoffte Marktstabilisierung durch einen börsengehandelten Fonds (EFT) ist ebenfalls im Leerlauf. Das Zulassungsverfahren der US-SEC schwebt lustlos im Raum. Dazu dürfte Blackrock beigetragen haben. Sie sehen einen Bitcoin-EFT in naher Zukunft nicht. Der größte Vermögensverwalter sagt erst einmal nein, das wiegt. Und in dieses Umfeld platziert das Bitcoin-Lager auch noch eine hausgemachte Baustelle.

Bitcoin am Scheideweg – das Problem Strangsplitting

Zu den aktuellen Problemen zählt zweifelsohne die Spaltung von Bitcoin-Cash. Mitte November bildeten sich aus den Nutzern zwei getrennte Lager. Mit einem „Hard Fork“ wurde die Blockchain-Datenbank aufgeteilt. Es entstanden zwei, voneinander unabhängig programmierte, Stränge. Das hat die Anhängerschaft nicht nur durcheinander gewirbelt, es entstand auch viel Verunsicherung im Bitcoinmarkt. Solche Splits sind bei digitalen Währungen nicht ungewöhnlich, dieser kam aber zur falschen Zeit und mit ungenügender Motivlage. Die Folge, Vertrauensentzug und Verkaufsdruck bestimmen den Bitcoin Kurs. Es bleibt abzuwarten, wann diese Welle wieder abebbt.

Charttechnische Gründe – die Automatismen machen Druck

Die technische Analyse ist eine Glaubensfrage. Sie folgt keinen fundamentalen Daten, sondern interpretiert Kursentwicklungen. Immer kritisch, technisch definierte Unterstützungslinien. Hoch gehandelt wurde von den Chartanalysten die 6.000 USD Linie als Trendmarke für den Bitcoin Kurs. Wird sie gehalten, spricht das für Kursstabilisierung, wird sie nach unten durchbrochen, ist erhebliches Abwärtspotential möglich. Die Linie hatte nicht gehalten. Entsprechend waren die Reaktionen. Der Kurs wurde weiter nach unten durchgereicht. Charttechnisch orientierte Trader reagierten mit starken Verkäufen, was auch für die Short-Spekulanten zutraf. Daneben sprangen die automatisierten Handelssysteme auf dieses negative Signal ebenfalls an und erhöhten den Abgabedruck. Technisch bedingte Gegenbewegungen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die nächste psychologisch wichtige Trendmarke ins Visier rückt. Die 3.000 USD Linie steht ins Haus.

Allerdings sind dann schon viele aus dem Markt. Es gibt nicht wenige Analysten, die einen teilweise bereinigten Markt sehen, Platz für Anschlusskäufe. Aber Vorsicht, das ist immer nur Marktpsychologie. Die neue Unterstützungslinie begründet sich durch nichts fundamentales, als Richtungsindikator. Bei allen technischen Betrachtungen muss immer im Auge bleiben, dass der gegenwärtige „Crash-Kurs“ immer noch locker 500 Prozent über dem Wert von vor fünf Jahren liegt. Die meisten Wertpapiere werden eine solche 5 Jahres-Rallye an der Börse nie sehen. Bedeutet aber auch, es gibt immer noch genügend Luft nach unten. Auch aus technischer Sicht.

Fazit zur Entwicklung von Kryptowährungen wie Bitcoin

Kryptowährungen sind bezüglich Zukunft in einer Vertrauenskrise. Das aber auf teilweise hohem Kursniveau. Ein Bitcoin ist heute immer noch um 500 Prozent höher bewertet, als vor fünf Jahren.

Die Talfahrt könnte ihren tiefsten Punkt also noch nicht erreicht haben. Pessimisten wie Buffet rechnen mittelfristig sogar mit einem Bitcoin-Crash. Dagegen stehen andere Marktteilnehmer, die dazu raten, durchaus wieder kleinere Positionen in Bitcoin aufzubauen. Es kann durchaus rentabel sein, dazu einen Sofortkredit zu beantragen. Hier sollten Sie nur beachten, dass der Gewinn höher sein sollte als die Zinsen für den Kredit.

Die beste Strategie könnte sein, erst einmal die Entwicklung im Jahr 2019 abzuwarten und daraufhin Prognosen abzugeben.

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