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Die Kostenfalle beim Kredit – Worauf Sie bei der Kreditaufnahme achten sollten!

Kostenfalle beim Kredit

Kredite nehmen Verbraucher meist auf, wenn größere Anschaffungen getätigt werden. Das ist auch verständlich, denn wer hat schon genug Geld, um ein neues Auto oder gar ein Haus auf einmal zu finanzieren? Aus Unachtsamkeit tappen jedoch viele Verbraucher in eine Kostenfalle beim Kredit. Wie Sie das vermeiden und versteckte Kosten beim Kredit erkennen, erfahren Sie in dem folgenden Beitrag.

  1. Der Trick mit den variablen Zinsen

Das ist wahrscheinlich die größte Kostenfalle beim Kredit, auf den unzählige Verbraucher hereinfallen. Wenn Sie auf einem Vergleichsportal nach günstigen Krediten suchen, stoßen Sie unweigerlich auf Angebote, die effektive Jahreszinsen von weniger als 1 Prozent versprechen. Vergleichsportale ordnen die Angebote nach der Höhe der Zinsen, sodass die betreffenden Kredite ganz oben landen. Sie freuen sich über das scheinbar günstige Darlehen und stellen den Kreditantrag. Erst dann bemerken Sie die Kostenfalle beim Kredit, weil die Zinsen gar nicht mehr so günstig sind. Anstatt unter 1 Prozent verlangt die Bank auf einmal 7, 8 oder gar 10 Prozent. Das ist völlig legal, denn der Zinssatz hängt bei diesen Krediten von der Bonität des Kunden ab. Den versprochenen niedrigen Zinssatz erhalten nur ausgewählte Kunden mit einer sehr guten Bonität, beispielsweise Beamte. Die meisten Verbraucher müssen deutlich höhere Zinsen bezahlen. Als kleingedruckte Notiz finden Sie unter dem Angebot im Kreditvergleich den Satz: „Zweidrittel aller Kunden zahlen XY-Prozent Zinsen.“ Das ist der realistische Wert, von dem Sie beim Kreditvergleich ausgehen sollten.

Wie können die variablen Zinsen als versteckte Kosten beim Kredit vermeiden?

Anstatt einen Kredit formell zu beantragen, stellen Sie lieber eine Konditionsanfrage an die Bank. Das bedeutet, Sie fragen an, wie hoch die Zinsen wären, wenn Sie einen Kredit beantragen würden. So bekommen Sie diese Info, ohne dass der Kreditantrag in Ihrer Schufa registriert wird.

Alternativ können Sie sich auch für einen Kredit mit bonitätsunabhängigen Festzins entscheiden. Der wird allerdings nur von wenigen Banken angeboten. Übrigens liegen die Zinsen für einen Kredit bei durchschnittlich knapp unter 5 Prozent. Die meisten Verbraucher würden mit einem Festzins besser fahren. Dabei gibt es auch keine versteckte Kosten beim Kredit.

  1. Die Laufzeit als Kostenfalle beim Kredit

Die üblichen Laufzeiten für einen privaten Ratenkredit liegen zwischen 12 – 84 Monate. Nur wenige Banken bieten längere Laufzeiten, beispielsweise bis 120 Monate oder sogar 180 Monate an. Aus Mangel an Erfahrung entscheiden sich viele Verbraucher für eine lange Laufzeit, weil dadurch die monatliche Rate geringer wird. Ohne es zu wissen, tappen sie dadurch in eine Kostenfalle beim Kredit. Durch eine längere Laufzeit steigen die Kosten des Kredits an, weil Sie über einen längeren Zeitraum hinweg Zinsen bezahlen müssen. In den Angeboten des Kreditvergleichs werden Ihnen ganz unten die Gesamtkosten des Kredits angezeigt. Bei einer hohen Kreditsumme und langen Laufzeit sind das schnell mal ein paar Hundert Euro mehr. Dennoch kann es bei einer hohen Kreditsumme unter Umständen durchaus Sinn machen, eine lange Laufzeit in Kauf zu nehmen, um die monatlichen Raten möglichst. Das ist häufig sehr individuell, je nach Lebenssituation.

Wie können Sie die Laufzeit als versteckte Kosten beim Kredit verhindern?

Wählen Sie die Laufzeit so, dass Sie die Raten ohne Anstrengung bezahlen können. Vermeiden Sie es unbedingt, die Tilgung unnötig zu verzögern. Stattdessen unternehmen Sie alles in Ihrer Kraft stehende, um den Kredit so schnell wie möglich abzuzahlen.

  1. Kostenfalle Dispositionskredit

Fast jeder, der ein Girokonto hat, bekommt von seiner Bank auch einen Dispo eingeräumt. Nicht selten ist die Bank scheinbar großzügig und gewährt einen Dispositionskredit in Höhe von 2 oder 3 Monatsverdiensten. Die Kostenfalle beim Kredit schnappt spätestens dann zu, wenn ein Quartal um ist und die Zinsen fällig werden. In der Regel ist nämlich der Dispositionskredit der teuerste Kredit überhaupt. Selbst jetzt, in den Zeiten niedriger Zinsen, verlangt die Bank nicht selten 11 – 12 Prozent oder noch höhere Zinsen für den Dispositionskredit.

Wie können Sie teure Dispozinsen vermeiden?

Versuchen Sie nach Möglichkeit, ganz ohne einen Dispo auszukommen. Sollten Sie Ihren Dispositionskredit schon stark in Anspruch genommen haben, reden Sie mit der Bank und bitten Sie darum, ihn schrittweise zu reduzieren bis ein Betrag erreicht ist, mit dem Sie leben können. Alternativ können Sie den Dispokredit auch umschulden.

  1. Vorfälligkeitsentschädigung

Das ist eine besonders heimtückische Kostenfalle beim Kredit, weil sie erst lange nach Unterzeichnung des Kreditvertrags in Kraft tritt. Die Vorfälligkeitsentschädigung ist eine Strafgebühr, die Sie zahlen müssen wenn Sie den Kredit vorzeitig ablösen (abzahlen), beispielsweise durch eine Umschuldung. Die Bank begründet das mit entgangenen Gewinn. Als Vorfälligkeitsentschädigung werden je nach Bank 1 – 3 Prozent des noch ausstehenden Kreditbetrags berechnet.

Wie können die Vorfälligkeitsentschädigung umgehen?

Dagegen können Sie im Grunde genommen nichts machen. Wenn eine entsprechende Klausel im Kreditvertrag steht, müssen Sie die Gebühr bei einer Umschuldung bezahlen. Rechnen Sie sich die Kosten aus und addieren Sie diese zu den Kosten der Umschuldung. Beachten Sie also vor Vertragsunterzeichnung, dass Ihr Kreditvertrag keine Vorfälligkeitsentschädigung enthält!

Das sollten Sie bei einer Kreditaufnahme beachten, um nicht in die Kostenfalle zu tappen

Es gibt viele versteckte Kosten beim Kredit. Die meisten davon sind sogar legal. Sie verhindern am besten, in eine Kostenfalle beim Kredit zu tappen, wenn Sie sich so umfassend wie möglich informieren, bevor Sie den Kreditvertrag unterschreiben. Vergleichen Sie daher unbedingt die Kreditangebote. Hierbei sollten Sie sich nicht nur nach den günstigsten Zins richten, sondern auch andere Faktoren berücksichtigen. Beantragen Sie den Kredit online, können Sie den Vertrag innerhalb von einer Frist von 14 Tagen nach Inkrafttreten widerrufen. Sie brauchen dafür keine Gründe anzugeben. Der Widerruf muss schriftlich erfolgen, am besten per Einschreiben mit Rückschein.

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