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Pay-per-Use-Kredit – Höhe der Tilgung hängt von Produktionsauslastung ab

Pay-per-Use-Kredit

Die Auftragslage ist in vielen Unternehmen noch angespannt, zu groß ist die Unsicherheit in der Corona-Krise. Den reduzierten Umsätzen stehen jedoch oft genug laufende Verpflichtungen gegenüber, deren Tragfähigkeit einen normalen Betrieb voraussetzen. Eine probate Lösung für Maschinenfinanzierungen ist der Pay-per-Use-Kredit. Was genau dahinter steckt und wie Unternehmen davon profitieren können, erfahren Sie hier.

Pay-per-Use-Kredit – zeitgemäßes Format auf dem Vormarsch

Kreditverpflichtungen passen sich der realen Geschäftsentwicklung an – so lässt sich der Pay-per-Use-Kredit auf den Punkt bringen. Dieses noch recht junge Kreditmodell soll die Liquidität der Unternehmen schützen, die Maschinen und technische Anlagen finanziert haben. Können diese nicht wie geplant ausgelastet werden, fehlen naturgemäß liquide Einnahmen, um die üblichen Kreditraten zuverlässig bewältigen zu können. Die Lösung: ein flexibler Kredit, bei dem die Tilgungsrate an die effektive Auslastung der Maschinen angepasst wird.

Voraussetzung ist jedoch, dass die Bank Zugriff auf die Nutzungsdaten der relevanten Maschinen erhält. Um den damit verbundenen Aufwand zu minimieren, sind bereits IoT-Lösungen in Entwicklung. Die Übermittlung der relevanten Daten kann also auch automatisch erfolgen, sodass die Bank in Echtzeit die Maschinenauslastung nachvollziehen und die Kreditrate entsprechend gestalten kann.

Die bereits vorliegenden Modelle für den Pay-per-Use-Kredit sehen eine Kreditlaufzeit von drei bis sieben Jahren vor, in denen sich die Tilgungsrate abhängig von der Auslastung der Maschinen in einem Bereich zwischen 50 und über 100 Prozent der vierteljährlichen Regeltilgung bewegen kann. Sollte die Produktion beispielsweise deutlich die Plangrößen überschreiten, erhöht sich die finanzielle Belastung – und umgekehrt. Für den Fall, dass der Pay-per-Use-Kredit auf diese Weise während der Vertragslaufzeit nicht komplett zurückgeführt werden konnte, ist eine Schlussrate vorgesehen. Selbstverständlich lässt sich dafür eine Anschlussvereinbarung treffen, um das Unternehmen nicht über die Maßen zu belasten.

Pay-per-Use-Kreditvertrag – optimale Lösung für produzierende Unternehmen

Der Pay-per-Use-Kredit wendet sich in erster Linie an Unternehmen, die in Maschinen und technische Anlagen investieren, aber angesichts ungewisser Auftragslage ihre Liquidität nicht übermäßig beeinträchtigen wollen und können. Ein solcher Pay-per-Use-Kreditvertrag ist für beide Seiten vorteilhaft: Die Unternehmen können geplante Investitionen auch in schwierigen Zeiten realisieren, um sich für die Zukunft optimal aufzustellen. Die Banken haben wiederum die Möglichkeit, aktuelle Entwicklungen besser einschätzen zu können, adäquat mit der Ratengestaltung zu reagieren und trotzdem ein rentables Geschäft zu machen. Damit wurde ein Kreditprodukt entwickelt, das den Gegebenheiten nicht nur Rechnung trägt, sondern für viele Unternehmen produzierender Branchen, wie zum Beispiel in der Automobilbranche, wichtige Chancen eröffnet.

Commerzbank und Deutsche Bank als Innovationstreiber

Vorreiter in puncto Pay-per-Use-Kredit ist die Commerzbank, die den datenbasierten Investitionskredit sukzessive auch an die Bedarfe anderer Branchen anpassen will.1 Für die Maschinen- und Anlagenfinanzierung vereinbart die Bank individuell den Übermittlungsweg und den Umfang der zur Berechnung der Tilgung benötigten Daten. Die Maschinenproduktivität muss also messbar sein, was sich beispielsweise direkt, aber auch indirekt über das ERP-System des Unternehmens umsetzen lässt. Zur Übertragung eröffnet die Commerzbank verschiedene Wege, wie beispielsweise per Schnittstelle aus dem ERP, per Schnittstelle zur Commerzbank-Cloud oder eine aus dem Maschinen-Management-Server automatisch generierte Mail.

Die Deutsche Bank setzt wiederum auf Technologie, ihr Pay-per-Use-Kredit kann von Unternehmen mit über IoT-Plattformen gemanagten Maschinen genutzt werden. Die relevanten Daten werden dann nämlich bereits zentral verwaltet, sodass die für die Bank notwendigen Daten jederzeit zur Verfügung stehen und in jedem beliebigen Format an die Kreditabteilung übermittelt werden können. Die Deutsche Bank nutzt die Kooperation mit Google, um die erhaltenen Daten per Algorithmus zu übersetzen. Allerdings hat Google keinen Zugriff auf die Unternehmensdaten, wie die Bank ausdrücklich betont.

Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung könnte der Asset-as-a-Service-Ansatz der Deutschen Bank sein: Das Geldinstitut testet zur Kredit- auch eine bilanzielle Strukturierungslösung, bei der die Assets weder in der Hersteller- noch in der Kundenbilanz erscheinen. Werden Maschinen nämlich nutzungsbasiert finanziert, verlängert das naturgemäß die Bilanz.

Flexibler Kredit mit Offenlegung der Auftragslage

Der innovative Pay-per-Use-Kredit eignet sich als Antwort auf große wirtschaftliche Herausforderungen: Er ermöglicht auch in schwierigen Phasen eine tragfähige Finanzierung von notwendigen Maschinen und Anlagen. Die Bestrebungen der Commerzbank, dieses Modell auch für andere Bereiche praktikabel zu machen, sind durchaus vielversprechend. Doch es darf nicht unterschätzt werden, dass die finanzierenden Unternehmen der jeweiligen Bank sensible Informationen offenlegen müssen. Wie wichtig jedoch derart liquiditätsschonende Ansätze sein können, zeigt insbesondere die aktuelle Corona-Krise.

Mein Name ist Bechthold Christiane und schreibe leidenschaftlich Fachartikel. In meiner langen Berufslaufbahn kann ich eine 30-jährige Tätigkeit im Medien-, Kredit und medizinischen Bereich vorweisen. Ich überzeuge mit meiner Zuverlässigkeit und Qualität von journalistischen Fachberichten.

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