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Wohnberechtigungsschein – Alles was Sie zum WBS wissen sollten!

Wohnberechtigungsschein

Der Wohnraum ist knapp geworden und gleichzeitig steigen die Mieten immer weiter – wer hierzulande einen günstigen Wohnraum sucht, hat es nicht leicht. Besonders für Arbeitslose oder Geringverdiener ist es schwer möglich, auf dem Wohnungsmarkt eine bezahlbare Wohnung zu finden. Von staatlicher Seite werden finanzschwache Wohnungssuchende mit dem sogenannten Wohnberechtigungsschein unterstützt. Mit einem WBS können Sie eine Sozialwohnung mieten, die bestimmten Mietpreisregelungen unterliegt. Welche Voraussetzungen Sie für einen Wohnberechtigungsschein erfüllen müssen und wie Sie diesen erhalten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was versteht man unter einem Wohnberechtigungsschein?

Mit einem Wohnberechtigungsschein (WBS) können Sie in eine Wohnung („Sozialwohnung“) ziehen, die mit öffentlichen Mitteln gefördert wird. Besonders in pulsierenden Großstädten, wie Hamburg, Berlin und München explodieren die örtlichen Mietpreise in den letzten Jahren enorm. Arbeitslosen, Alleinerziehenden und Menschen mit geringem Einkommen fällt es zunehmend schwerer, ein finanzierbares Zuhause zu finden. Der Staat hat den Notstand erkannt und fördert den Bau von preisgebundenen Wohnungen im Rahmen des Sozialen Wohnungsbau. Für die Sozialwohnungen wird, dank der staatlichen Förderung an den Eigentümer, eine niedrigere Miete als ortsüblich verlangt. Die Vermietung erfolgt ausschließlich an Menschen, die einen geeigneten Nachweis, den WBS, besitzen. Die mietpreisgebundenen Wohnungen dürfen nicht auf dem freien Wohnungsmarkt angeboten werden.1

Voraussetzungen für den Wohnberechtigungsschein

Wohnungssuchende mit geringem Einkommen können bei dem Bundesland bzw. in der Stadt (Gemeindeverwaltung beim Wohnungsamt) einen Wohnberechtigungsschein beantragen, in der eine Sozialwohnung gesucht wird. Zur Beantragung werden Nachweise über das Haushaltseinkommen und Unterlagen zu eventuellen Freistellungsbeiträgen überprüft. Das Einkommen aller im Haushalt lebenden Personen darf eine bestimmte Einkommensgrenze nicht übersteigen. Die jeweiligen Obergrenzen variieren von Bundesland zu Bundesland. In Ihrer zuständigen öffentlichen Behörde finden Sie die aktuellen Einkommensrichtlinien, die für Ihr Bundesland gelten. Empfänger von Transferleistungen wie Arbeitslosengeld, Hartz IV oder Wohngeld müssen entsprechende Nachweise vorlegen und erhalten daraufhin einen Wohnberechtigungsschein ausgestellt.

Das sollten Sie über den WBS wissen

Wichtig ist neben dem Einkommen die Größe der gewünschten Wohnung. Auch hier müssen Sie gewisse Grenzwerte beachten, um eine staatliche geförderte Wohnung mieten zu können. Allgemein gilt, dass einer Person ein Wohnraum zusteht. Somit erhält ein Zwei-Personen Haushalt einen WBS für zwei Zimmer. Küche und Badezimmer werden nicht als Zimmer gezählt.

Die Bearbeitung des Antrags dauert in einigen Bundesländern bis zu mehrere Wochen, daher ist eine rechtzeitige Beantragung sinnvoll.

Ist der Wohnberechtigungsschein erteilt, ist dieser ein Jahr gültig. Sind Sie in dem Zeitraum nicht fündig geworden, kann der WBS bei Bedarf verlängert werden.

Haben Sie Ihren Traumjob gefunden und erzielen Sie ein gutes Einkommen, bedeutet das nicht, dass Sie aus Ihrer Sozialwohnung ausziehen müssen. Das Mietverhältnis bleibt, wie geschlossen bestehen, auch wenn sich Ihre Einkommenssituation verändert.

Mit Dringlichkeit in eine Sozialwohnung

Manchmal kann es schnell gehen – Der Vermieter erhöht die Miete, Nachwuchs kündigt sich an oder Ihre bisherige Wohnung ist plötzlich nicht mehr bewohnbar. Die Gründe für einen Umzug sind vielfältig. Trotz ausgeklügelter Planung bleibt die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung erfolglos. Dabei ist die bisherige Wohnung bereits gekündigt und die Kündigungsfrist rückt immer näher. Falls Sie eine Wohnung finden, müssen Sie schnell reagieren und ggf. auch Doppelmieten in Kauf nehmen. Wenn Sie allerdings keine geeignete Wohnung gefunden und sind von Wohnungslosigkeit bedroht, können Sie den Wohnberechtigungsschein mit Dringlichkeitsvermerk beantragen. Mit einem solchen Vermerk werden Sie vor anderen Bewerbern bevorzugt und erhalten schneller eine neue Wohnung mit Mietpreisbindung.

Sozialwohnungen sind vor explodierenden Mieten geschützt

Für alle Sozialwohnungen gilt die Mietpreisbremse. Diese schützt den Mieter vor unberechtigten Mieterhöhungen und verhindert, dass bei einer Neuvermietung ein satter Anstieg der Miete vom neuen Mieter zu zahlen ist. Durch die gezahlten Fördergelder darf der Staat die Miete in den entsprechenden Wohnungen regulieren. Der Eigentümer darf die Miete nur so hoch ansetzen, dass alle anfallenden Kosten gedeckt sind.

Eine Erhöhung der Miete ist nur unter besonderen Bedingungen zulässig. Steigen die Unterhaltungskosten der Immobilie oder sind Modernisierungen zwingend erforderlich darf der Vermieter auch im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus die Miete anheben. Im Gegenzug ist der Vermieter dazu verpflichtet, bei sinkenden Betriebskosten die Miete entsprechend zu senken.

Alle Seiten profitieren vom sozialen Wohnungsbau

Wohnungseigentümer werden mit staatlichen Mitteln unterstützt und schaffen so dringend benötigten Wohnraum für einkommensschwache Bürger. Transfergeldempfänger und gering Verdiener können mithilfe des Wohnberechtigungsscheins günstigen Wohnraum außerhalb des freien Marktes finden. Wenn Ihre wirtschaftliche Lage sich verbessert, besteht nicht die Gefahr, dass Sie unbedingt aus der Wohnung ausziehen müssen. Der Wohnberechtigungsschein gilt für Ihre aktuelle Situation.

1https://de.wikipedia.org/wiki/Wohnberechtigungsschein

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