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GmbH Gründung – Ablauf und Kosten für eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung

GmbH Gründung

Wenn Sie sich beruflich selbstständig machen möchten, kann eine GmbH Gründung unter gewissen Umständen in Frage kommen. Diese bietet Ihnen individuelle Vorteile, die Ihnen den Start ins Unternehmertum eventuell erleichtern. Allerdings ist unter Umständen diese Unternehmensform für Sie nicht geeignet, da diese auch Nachteile haben kann. Zudem müssen Sie bei einer GmbH Gründung mit hohen Gründungskosten rechnen, bevor Sie überhaupt operativ tätig werden können.

Definition einer GmbH

GmbH steht für Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Sie zählt ebenso wie die UG, die AG und die Kommanditgesellschaft auf Aktien zu den Kapitalgesellschaften. Rechtlich gesehen ist sie komplett eigenständig, womit Sie im Namen der GmbH Verträge eigenständig abschließen und Kredite aufnehmen können. Nach der GmbH Gründung sind Sie als Gesellschafter auch deren Eigentümer, wobei Sie durchaus auch als Einzelperson gründen können. Wichtig zu wissen ist, dass Sie als Gründer nicht mit Ihrem Privatvermögen haften. Damit gehört die GmbH zu einer der attraktivsten Rechtsformen für viele Gründer. Alle wichtigen Rechtsgrundlagen für eine GmbH und ihre Gründung finden Sie im GmbH-Gesetz, wobei auch das Handelsgesetz entscheidende Paragraphen und Bestimmungen dazu kennt.

Die Vor- und Nachteile einer GmbH Gründung

Einer der wichtigsten Vorteile, wenn Sie über eine GmbH Gründung nachdenken, ist die bereits erwähnte Tatsache, dass Sie nicht mit Ihrem Privatvermögen haften. Insbesonders bei einer Insolvenz der Firma ist eine GmbH von Vorteil. Diese Rechtsform ist besonders für Start-Ups geeignet, da sich Investoren haftungsbeschränkt beteiligen können. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass Sie bei der Gründung einer GmbH eine Rechtsform wählen, die international durchaus gutes Ansehen genießt. Nicht zuletzt gibt es auch steuerliche Vorteile, denn sämtliche Gehälter für Geschäftsführer sind als individuelle Betriebsausgaben steuerlich absetzbar.

Zu den Nachteilen zählt neben den Gründungskosten, die durchaus hoch ausfallen kann, auch der damit verbundene zeitintensive Aufwand. Es gibt zudem ein gesetzlich geregeltes Mindestkapital (das sogenannte Stammkapital), das bei einer Summe von 25 000 Euro liegt. Die Hälfte davon muss bei der Gründung einbezahlt sein. Die Buchhaltung ist durchaus als aufwändig zu bezeichnen, wobei Sie ohnehin auf einen Steuerberater setzen sollten. Nicht zuletzt sollten Sie auch bedenken, dass eine GmbH Gründung auch die Veröffentlichung des jeweiligen Jahresabschlusses nach sich zieht.

Für wen eine GmbH geeignet ist

Wenn Sie überlegen, eine GmbH zu gründen, sollten Sie einige Aspekte genau überlegen. Grundsätzlich können Sie eine GmbH Gründung entweder als Einzelperson oder als Team machen. Wichtig ist jedoch, dass die GmbH immer als gewerbliches Unternehmen betrachtet wird, womit Sie Gewerbesteuer zahlen müssen. Wenn Sie also einfach als Freiberufler tätig sein möchten, ist das Geschäftsmodell der GmbH nicht geeignet. Arbeiten Sie freiberuflich im Team, ist für Sie die Gründung einer GbR oder einer Partnergesellschaft gut geeignet und eine ideale Wahl.

Wenn Sie eine GmbH Gründung ins Auge fassen, sollten Sie bedenken, dass Sie nicht automatisch als Geschäftsführer tätig sein müssen. Sie müssen nicht einmal selbst im Unternehmen tätig sein. Denn der Gesellschafter ist immer quasi der Investor. Damit wird eine GmbH für Start-Ups sehr attraktiv, vor allem wenn sie auf eine Finanzstrategie mit Beteiligung von Investoren von außen setzen. Grundsätzlich erfolgt eine GmbH Gründung, um Gewinne zu erzielen, Sie können sie aber auch als gemeinnütziges Unternehmen einrichten. In diesem Fall trägt sie die Bezeichnung gGmbH

Die Höhe der Kosten einer GmbH Gründung

Die Kosten einer GmbH Gründung sind teuer und der Zeitaufwand meist hoch. Sie müssen durchaus mit einem zeitlichen Rahmen von bis zu vier Wochen rechnen. Auch wenn die tatsächlichen Kosten einer GmbH Gründung von unterschiedlichen Faktoren abhängig sind, sollten Sie mit einem Betrag zwischen 500 und 1000 Euro rechnen. Die Gründungskosten sind unter anderem

  • Anwaltskosten bei einer individuellen Satzung
  • Kosten des Notars
  • die Gebühr beim Amtsgericht für die Eintragung im Handelsregister
  • die Kosten für die Gewerbeanmeldung

Die Kosten einer GmbH Gründung umfassen neben den kaum beeinflussbaren Posten wie die Notariatskosten oder die Gebühren für das Handelsregister auch variable Beträge. Diese hängen unter anderem von der Höhe des Stammkapitals, das von den Gesellschaftern bei der Gründung eingebracht wird, ab. Dazu kommen potentielle Beratungshonorare, die bei einer GmbH Gründung notwendig sind. Die wichtigsten Faktoren auf die Kosten einer GmbH Gründung sind unter anderem

  • der Gesellschaftsvertrag
  • die Notarkosten
  • die Kosten für die Eröffnungsbilanz

Schritt für Schritt zur GmbH Gründung

  1. Wenn Sie sich für eine GmbH Gründung entschließen, müssen Sie in einem ersten Schritt den Gesellschaftsvertrag aufsetzen. Dabei ist die anwaltliche Beratung durchaus empfehlenswert. Kommt das für Sie nicht in Frage, können Sie auf Musterprotokolle aus dem Internet setzen.
  2. Im nächsten Schritt wird durch den Notar der Eintrag ins Handelsregister vorgenommen. In der Folge errichten Sie ein Geschäftskonto, auf das die Stammeinlage eingezahlt wird. Dieser Beleg über die erfolgte Einzahlung muss dem Notar vorgelegt werden. Sobald die GmbH Gründung im Handelsregister vorgenommen wurde, erhalten Sie einen ersten Handelsregisterauszug.
  3. Sobald dieser Schritt erfolgt ist, müssen Sie die Anmeldung beim Gewerbeamt vornehmen. Dann wird der Fragebogen des für Sie zuständigen Finanzamtes zur steuerlichen Erfassung ausgefüllt. Im Anschluss daran erhalten Sie die Steuernummer für Ihre gegründete GmbH.

Was Sie noch zur Gründung einer GmbH wissen sollten!

Zu den Kosten einer GmbH Gründung sollten Sie auch den Kauf einer guten Buchhaltungssoftware rechnen. Diese leistet Ihnen gerade während der ersten Phase des Unternehmertums wichtige Hilfe bei der Erstellung von Angeboten und Rechnungen. Einen wichtigen Schritt bei der GmbH Gründung müssen Sie ebenfalls erledigen – die Rede ist von der Anmeldung bei der IHK oder der HWK, die für Gewerbetreibende Pflicht ist. Innerhalb einer Woche nach der Gründung müssen Sie sich bei der für Sie zuständigen Berufsgenossenschaft eintragen lassen. Abhängig von der Tätigkeit Ihres Unternehmens kann auch noch der Besuch weiterer Ämter, zum Beispiel Bau- oder Ordnungsamt, notwendig sein. Planen Sie, Mitarbeiter in Ihrer Gesellschaft anstellen zu wollen, müssen Sie bei der Agentur für Arbeit eine Unternehmensnummer beantragen.

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