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Nebenberuflich selbstständig machen – Tipps für die Selbstständigkeit neben dem Beruf

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Viele Arbeitnehmer träumen von der beruflichen Unabhängigkeit, doch nur die Wenigsten wagen den Sprung ins Ungewisse. Einige streben die freie Zeiteinteilung an, andere reizt der finanzielle Aspekt. Im Vordergrund steht jedoch immer der Wunsch zur Selbstverwirklichung. In jedem Fall kann eine nebenberufliche Selbstständigkeit den Grundstein für ein neues Leben setzen. Um Ihnen die ersten Hürden auf dem Weg in die Selbstständigkeit zu nehmen, haben wir die wichtigsten Informationen und Regulierungen in diesem Artikel zusammengefasst, wenn Sie sich nebenberuflich selbstständig machen wollen.

Wann ist es sinnvoll sich nebenberuflich selbstständig zu machen?

Eine Selbstständigkeit bietet natürlich einige Vorteile, doch dürfen Sie potentielle wirtschaftliche Risiken nicht außer Acht lassen. Zwar bietet eine Selbstständigkeit die Möglichkeit eines rasanten finanziellen Aufschwungs, doch kommt der Hochmut nicht selten vor dem Fall. Eine Geschäftsidee ist schnell konzipiert, die Umsetzung jedoch erweist sich oftmals als komplexer als vorerst angenommen. Und genau hier greift die Idee der Selbstständigkeit neben dem Beruf. Der Kompromiss ist simpel: Das Arbeitnehmerverhältnis bleibt bestehen, während Gründer schrittweise an der Selbstständigkeit arbeiten, sodass eine finanzielle Sicherheit gewahrt bleibt.

Nebenberuflich selbstständig zu machen ist dann sinnvoll, wenn Ihre Einnahmen noch nicht die Lebenskosten decken. Existenzgründer stehen häufig einem hohen Arbeitspensum durch Werbung, Akquise, Einarbeitung in die Buchhaltung sowie durch die Suche nach Arbeitsräumen und Büros gegenüber. Zeitgleich werfen Unternehmen in der Anfangsphase nur wenig Gewinn ab. Ein festes Arbeitsverhältnis kann hier die Möglichkeit zur Selbstständigkeit bei zeitgleicher Sicherung des Lebensunterhaltes für Personen mit mangelnden Rücklagen bieten.

Was gilt es zu beachten bei der Selbstständigkeit neben dem Beruf ?

Möchten Sie sich nebenberuflich selbstständig machen, so gibt es einige Regulierungen zu beachten. Im Folgenden sind die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

1) Anmeldung der selbstständigen Tätigkeit: Unabhängig davon, ob nebenberuflich oder hauptberuflich, muss die Selbstständigkeit angemeldet werden. Die Anmeldung erfolgt beim zuständigen Gewerbeamt. Hier müssen Sie die selbstständige Tätigkeit näher erläutern und gegebenenfalls eine Gewerbelizenz beantragen. Die Bearbeitungsgebühr liegt zwischen 15 und 65 Euro. Freiberufler wie Schriftsteller oder Ärzte sind nicht zur Anmeldung eines Gewerbes verpflichtet. Bevor Sie das Nebengewerbe anmelden, prüfen Sie, ob ein Anspruch auf die Kleinunternehmerregelung besteht. Dies ist dann der Fall, wenn der Umsatz der kommenden 12 Monate den Betrag von 22.000 Euro nicht überschreitet.

2) Erlaubnis des Arbeitgebers einholen: In Deutschland herrscht die freie Berufswahl. Möchte sich jemand allerdings nebenberuflich selbstständig machen, so benötigt dieser unter Umständen die Erlaubnis des Arbeitgebers. Ausschlaggebend hierfür sind entsprechende Klauseln im Arbeitsvertrag. Grundsätzlich sind derartige Klauseln unwirksam. Ob ein Arbeitgeber die Nebentätigkeit verbieten darf, hängt letztendlich davon ab, ob sich die Nebentätigkeit negativ auf die Ausübung des Hauptjobs auswirkt.

3) Versicherungen und Steuern: Mit dem Start der nebenberuflichen Selbstständigkeit kommen einige Veränderungen bezüglich der Steuern und Versicherungen auf Sie zu. Eine Umsatzsteuer müssen Sie beispielsweise dann ausweisen, wenn die Kleinunternehmerregelung nicht für Sie greift. Auch eine Gewerbesteuer ist ab einem Gewinn von 24.500 Euro fällig. Freiberufler sind von der Gewerbesteuer befreit. Der wohl größte Teil der Steuern entfällt vermutlich auf die Einkommenssteuer. Ab einem Gewinn von über 410 Euro pro Jahr durch die nebenberufliche Selbstständigkeit ist dieser zu versteuern. Die Krankenversicherung und Rentenversicherung dürfen Sie beibehalten, insofern der Haupterwerb überwiegend durch das Arbeitnehmerverhältnis zustande kommt.

4) Maximale Arbeitszeit: Für den Fiskus ist die aufgewendete Arbeitszeit irrelevant. Interessanter wird der Aspekt für Ihre Krankenkasse, da diese die Grenze von 18 Stunden pro Woche setzt. Überschreiten Sie diese Grenze, ist eine zusätzliche Krankenversicherung für Selbstständige nötig.

5) Zuschuss vom Staat: Auch die Selbstständigkeit neben dem Beruf ist staatlich förderbar. Wichtig ist eine rechtzeitige Beantragung. Ob eine Förderung möglich ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab.1

Nebenberufliche Selbstständigkeit und Arbeitslosigkeit – welche Regulierungen gibt es?

Auch Arbeitslose haben die Möglichkeit, sich nebenberuflich selbstständig zu machen. Hier greifen ebenfalls einige Regulierungen, um das Anrecht auf Leistungen nicht zu verlieren. Die Bundesagentur für Arbeit limitiert die maximale wöchentliche Arbeitszeit auf 15 Stunden. Als Empfänger von ALG 1 sind bis zu 165 Euro pro Monat steuerfrei, bei ALG 2 beträgt der Freibetrag 100 Euro pro Monat. Des Weiteren bietet die Agentur für Arbeit den Existenzgründerzuschuss an, den Sie beim Arbeitsamt beantragen müssen. Arbeitssuchende, welche sich nebenberuflich selbstständig machen, sind weiterhin Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung, insofern die maximal erlaubten Arbeitsstunden nicht überschritten werden.

Vor- und Nachteile der nebenberuflichen Selbstständigkeit

Wer in Betracht zieht, sich nebenberuflich selbstständig zu machen, muss zwischen Vor- und Nachteilen abwägen.

Von Vorteil ist zunächst die finanzielle Freiheit. Auch wenn es nicht zur vollen Selbstständigkeit reicht, lässt sich meist ein nettes Nebeneinkommen dazuverdienen. Sollte die Idee von der Selbstständigkeit platzen, droht keine Gefahr der Privatinsolvenz, da das Haupteinkommen weiterhin alle Lebenskosten deckt. Vor allem Erstgründer können auf diese Weise erste Erfahrungen mit der Selbstständigkeit sammeln, ohne ein größeres Risiko eingehen zu müssen.

Allerdings haben Arbeitnehmer, die sich nebenberuflich selbstständig machen, mit einer Doppelbelastung zu kämpfen. Der Spagat zwischen Arbeitnehmerverhältnis und Selbstständigkeit fällt nicht immer leicht und endet nicht selten im Aus vom Traum der eigenen Selbstständigkeit. Außerdem ist man bei der Selbstständigkeit neben dem Beruf auf maximale Arbeitsstunden in der Woche limitiert, sodass das Wachstum des Unternehmens deutlich langsamer vorangeht. Das kann dazu führen, dass Sie lange Zeit nebenberuflich selbstständig arbeiten müssen.

Quellen:

1 Selbständig im Netz, Artikel zu nebenberuflich selbständig – 8 Tipps, die du unbedingt beachten musst (Stand: 28.09.2015)

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