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Rekordtief: Russischer Rubel stürzt ab – Sanktionen für russische Zentralbank

Rubel stürzt ab

Die russische Wirtschaft ist in den letzten Tagen stark ins Wanken geraten. Der Rubel stürzt ab, die russische Zentralbank wurde von den westlichen Finanzmärkten ausgeschlossen. Alle globalen Transaktionen zur Währungsstabilisierung sind mit den Sanktionen als Reaktion auf den Ukraineangriff ausgesetzt – Russland ist vom Weltfinanzmarkt abgeschnitten.

Warum ist der Kurs des Rubels so stark abgestützt?

Am Montag erreichte die russische Landeswährung ihr Rekordtief. Der Rubel stürzt ab – um mehr als 40 Prozent. Für einen Dollar fallen aktuell 119 Rubel an. Mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine hat Wladimir Putin einen Stein ins Rollen gebracht, der einige Sanktionen nach sich zieht. Die ersten Auswirkungen spürt man in Russland direkt. Vor den Geldautomaten bilden sich lange Schlangen. Russlands Bevölkerung befürchtet ernsthafte Bankschwierigkeiten und die Einschränkung von Bargeldabhebungen.

Auf den Ausschluss vom westlichen Finanzmarkt hat Russland reagiert: Die russische Notenbank hebt den Leitzins von 10,5 auf 20 Prozent an. Mit dieser Maßnahme soll der Kurs stabilisiert werden. Doch im Umkehrschluss bedeutet die Leitzinsanhebung auch, dass Kredite teurer werden. Die Sanktionen, darunter der Ausschluss vom Swift-Finanzsystem, soll die russische Wirtschaft treffen. Die Warenströme und der Geldfluss liegen auf Eis, da Russlands Banken nicht mit internationalen Banken kommunizieren können. Auch Transaktionen zur Stabilisierung des Rubels sind nicht mehr möglich.

Dass der Angriff auf die Ukraine finanzielle und wirtschaftliche Folgen haben würde, zeigte sich bereits nach den ersten Ankündigungen Putins. Die Folgenschwere wurde unterschätzt, denn mit einem Währungseinbruch von 40 Prozent hatte man in Russland wohl nicht gerechnet.

Aktienmärkte in Russland vorübergehend geschlossen

Russland ist vom internationalen Finanzsystem abgeschnitten und die Aktienmärkte wurden vorübergehend geschlossen. Auf dem Aktienmarkt machte sich die geopolitische Krise bereits in der vergangen Woche bemerkbar. Investoren trennten sich von russischen Wertpapieren und die Zentralbank verbot jegliche Veräußerung russischer Aktien, die sich im Besitz von Ausländern befinden. Mit der Anhebung des Leitzins versucht die Zentralbank, den völligen Einbruch der Landeswährung und die inländische Wirtschaft zu stoppen. Doch ohne stabilisierende Transaktionen auf dem Weltmarkt und ohne den Anschluss an das internationale Finanzsystem sind weitere Probleme vorprogrammiert. Der Rubel stürzt ab – doch das ist erst der Anfang, wissen Finanz- und Wirtschaftsexperten.

Zu den Ängsten der russischen Bevölkerung, dass das Bargeld knapp oder staatlich rationiert wird, kommt die Sorge vor weiteren Auswirkungen des Angriffskriegs gegen die Ukraine. Investoren in russische Wertpapiere stehen aktuell vor einem Problem ohne Lösungsansatz. Wie lange die Aktienmärkte geschlossen bleiben und ob der Westen die Sanktionen gegen Russland wieder lockert oder aufhebt, bleibt offen.

Wertpapierhandel mit dem Ausland nicht mehr möglich

Der SWIFT-Ausschluss ist die härteste Sanktion für russische Banken. Der Rubel stürzt ab, der Wertpapierhandel auf dem internationalen Markt ist unmöglich und Russland ist vom globalen Bankennetzwerk getrennt. Das Zusammenspiel dieser beiden Einschränkungen schließt einen Großteil russischer Banken aus dem westlichen Finanzmarkt aus. Bisher sind noch nicht alle Banken betroffen, doch schon jetzt zeigen die Sanktionen Wirkung. Wird weiter eingeschränkt, was erforderlich werden kann, ist Russland vollständig von allen internationalen Finanzströmen abgeklemmt. Neben den Einschränkungen des Staates richtete der Westen auch Sanktionen gegen Einzelpersonen, die den Angriff Russlands auf die Ukraine unterstützen, ein. Auch wenn sich die russische Zentralbank mit alternativen Systemen vorbereitet hat, wird sich der Ausschluss von SWIFT langfristig auf den Rohstoffmärkten bemerkbar machen.

Dass der Wertpapierhandel mit dem Ausland überhaupt nicht mehr möglich ist, sollte russische Investoren und den Staat am härtesten treffen. Bisher wurde der Rubel über Wertpapiergeschäfte auf dem globalen Finanzmarkt gestützt. Diese Option fällt weg, sodass der Rubel stürzt ab, wie sich gezeigt hat. Die russische Notenbank hebt den Leitzins an, doch wird sich diese Maßnahme vor allem nachteilig auf die Bevölkerung auswirken. Durch die Verteuerung von Krediten, den vollständig weggebrochenen Wertpapierhandel an internationalen Börsen und die Abklemmung von SWIFT könnte der Rubel weiter kollabieren.

Was bedeutet der Kursabsturz des Rubels für Deutschland und Europa?

Mit dem Ausschluss Russlands vom SWIFT ergeben sich einige deutschland- und europaweite Probleme. Hauptsächlich werden sich die Sanktionen auf dem Energiemarkt bemerkbar machen. Die Gasversorgung wird drastisch einbrechen und es bleibt zu hoffen, dass die fehlenden Importe aus Russland durch eine gute europäische Infrastruktur kompensierbar sind. Es wird erwartet, dass die Preise für Öl und Gas werden durch den Konflikt von Russland und Ukraine steigen. Auch in der allgemeinen Wirtschaft könnte es zu finanziellen Engpässen kommen. Bereits getätigte Geschäfte mit Russland, die aufgrund der Abklemmung vom Bankennetzwerk nicht bezahlt werden können, sind für deutsche Konzerne und Mittelständler ein hohes Risiko. Die Ansprüche an russische Unternehmen erlöschen nicht. Doch für europäische Firmen wird es deutlich schwieriger, ausstehende Beträge zu betreiben und getätigte Geschäfte abzuschließen. Eine weitere Gefahr stellt der Absturz des Rubels dar. Liquiditätseingeschränkte russische Unternehmen könnten in langfristige finanzielle Probleme geraten, wodurch die Bezahlung der Verbindlichkeiten unmöglich wird. Die ganze westliche Welt blickt aktuell mit großer Sorge und Unsicherheit nach Russland.

Ich heiße Quang Lam und arbeite bei der Hegner & Möller GmbH als Marketing Director. Ich interessiere mich sehr stark für die Themen Finanzen und Sport. In meiner Freizeit gehe ich gerne laufen und betreibe auch einen Laufblog. Ich schreibe für den creditSUN Blog nur über die Themen, die mich auch wirklich interessieren.

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