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Factoring vs Bankkredit – Mit Factoring finanzielle Spielräume erweitern

Factoring und Bankkredit

Wenn wir Factoring mit einem Bankkredit vergleichen wollen, müssen wir zunächst wissen, was Factoring eigentlich bedeutet. Der Begriff Factoring kommt aus dem englischen Factura und bedeutet Rechnung. Factoring ist eine Methode der Absatzfinanzierung. Forderungen aus Waren oder Dienstleistungen werden an ein Factoring-Unternehmen verkauft, die auch das volle Kreditrisiko übernehmen. Vor allem mittelständige Unternehmen nutzen diese Finanzierungsquelle, die eine umsatzkongruente Betriebsmittelfinanzierung darstellt.

Factoring und deren Vorteile

Durch echtes Factoring werden in der Bilanz eines Unternehmens Forderungen und Verbindlichkeiten verkürzt. Das heißt, dass die Liquidität, aber auch die Eigenkapitalquote, verbessert wird. Zudem entfallen im Debitorenmanagement entsprechende administrative Aufgaben. Hier wurde vom echten Factoring gesprochen.

Doch wo liegt der Unterschied zwischen einem echten und einem unechte Factoring?

Beim echten Factoring wird der Ausfallschutz vom Factoring-Anbieter übernommen, beim unechten Factoring verbleibt das Ausfallrisiko beim Unternehmer. Dies wirkt sich natürlicherweise auch auf die Factoring-Kosten aus, die beim echten Factoring höher ausfallen. Um den gesamten Prozess besser verstehen zu können nachstehend ein kleines Beispiel.

Ein Unternehmer besitzt ausstehende Rechnungen im Wert von 30.000 Euro. Wenn der Unternehmer nun Kontakt zu einem Factoring-Unternehmen aufnimmt, prüft dieser, welche Forderungen überhaupt in Frage kommen. Sollte der Schuldner eine schlechte Bonität aufweisen oder wenn bereits ein Inkassobüro eingeschaltet wurde, hat sich die Sache erledigt. Wenn jedoch das Factoring-Unternehmen die ausstehenden Forderungen übernimmt, wird ein entsprechender Vertrag abgeschlossen, der die gesamte Transaktion regelt. Der Unternehmer erhält nun die 30.000 Euro, abzüglich einer Gebühr, die etwa 2 bis 3 % der ausstehenden Forderung beträgt.

Zusammenfassend sind die Vorteile:

  • Liquiditätsgewinn, da der finanzielle Spielraum erweitert wird
  • Risikoabsicherung, falls der Kunde Insolvenz anmelden sollte
  • Ratingverbesserung, da die Forderung aus der Bilanz gebucht werden kann
  • Arbeitsentlastung, da das Debitorenmanagement ausgelagert werden kann
  • keine langfristige Vertragsbindung gegenüber dem Factoring-Unternehmen.

Die Nachteile des Factoring

Sicherlich gibt es beim Factoring nicht nur Vorteile, doch die Nachteile halten sich in Grenzen. Das Factoring-Unternehmen verlangt natürlich ein Entgelt, welches umsatzabhängig ist. Dieses Entgelt liegt zwischen 0,5 und 3 Prozent von der angekauften Forderung. Hinzu kommt dann noch eine Gebühr für die Bonitätsprüfung des eigenen Kunden. Zudem ist Factoring nicht für alle Unternehmen/Betriebe geeignet. Die Industrie und der Großhandel können ihre Außenstände durch Factoring absichern lassen. Für Einzelhändler kommt Factoring nicht infrage. Auch bei Dienstleistungsunternehmen wird es schwierig, ein Factoring-Unternehmen zu finden. Doch es gibt Factoring-Unternehmen, die auch mit Dienstleistern zusammenarbeiten. Es ist also nicht aussichtslos.

Factoring Anbieter finden

Auch beim Factoring gibt es unzählige Anbieter, die um die Gunst des Kunden werben. Bundesweit sind mehr als 250 Unternehmen tätig, die den Ankauf von Forderungen anbieten. Hierbei gibt es bestimmte Zielgruppen, unterschiedliche Voraussetzungen der Forderungsannahme sowie verschiedene Factoring-Varianten. Die nachstehenden Merkmale, zur Auswahl eines guten Factoringanbieters, sollten Beachtung finden:

  • Vertrauen zum Factoring Anbieter
  • Transparenz (Überblick über den Forderungsbestand)
  • Wachstum und die wirtschaftliche Entwicklung des Anbieters
  • Individualität durch individuelle Lösungen
  • die Vertragsbedingungen des Factoring-Vertrages
  • die Gebührenstruktur des Anbieters
  • Service und Support durch einen persönlichen Kundenbetreuer.

Wenn diese Merkmale vorhanden sind, kann davon ausgegangen werden, dass die Auswahl des Anbieters solide ist. Im Netz gibt es mehr als 50 Factoring-Anbieter, sodass sehr schnell der passende Anbieter gefunden werden kann.

Fazit zum Factoring vs Bankkredit

Das Factoring hat somit gegenüber einem Bankkredit einige nennenswerte Vorteile, die nicht zu verleugnen sind. Es findet keine langwierige Bonitätsprüfung statt. Für das Factoring-Unternehmen zählt nämlich nicht die Bonität des Unternehmens, sondern die des Kunden, der vom Unternehmen die Rechnung erhält. Somit kann das Unternehmen seinen Kunden längere Zahlungsziele einräumen, da eventuelle Zahlungsausfälle abgesichert sind. Weiterhin steigert das Factoring die Kreditwürdigkeit und durch die Verkürzung der Bilanz wird auch das Kreditrating verbessert.

Allerdings gibt es beim Online-Kredit auch einige Ausnahmen, einen Kredit ohne Schufa zu beantragen. Wir kooperieren mit deutschen Kreditgebern, die auch bei negativer Schufa einen Bankkredit erhalten können.

Das Factoring ist eine sinnvolle Ergänzung zu Firmenkrediten, zumal das Factoring viel unkomplizierter abläuft. Ganz wichtig ist jedoch zu wissen, dass das Factoring nicht als alleinige Finanzierung in Anspruch genommen werden sollte. Es handelt sich hierbei immer um eine zusätzliche Finanzierung.

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