Sie befinden sich hier: Home / Blog/ Kredit / Haushaltspauschale für die Kreditvergabe – Wie Banken Ihre Ein- und Ausgaben berechnen

Haushaltspauschale für die Kreditvergabe – Wie Banken Ihre Ein- und Ausgaben berechnen

Haushaltspauschale

Haben Sie überlegt, einen Kredit aufzunehmen, sollten Sie vorher eine Haushaltsrechnung aufstellen. Wie hoch sind z.B. Ihre Lebenshaltungskosten und wie viel Geld bleibt Ihnen nach Abzug dieser Kosten übrig? Sie sollten bei dieser Rechnung natürlich nicht zu knapp kalkulieren. Wussten Sie, dass die meisten Banken nicht von den tatsächlichen Lebenshaltungskosten ausgehen, die Sie angeben? Sie berechnen Ihre Lebenshaltungskosten anhand einer festgelegten Haushaltspauschale. Dabei orientieren sich die Banken an den sogenannten Verbraucherpreisindex. Was das konkret ist und wie diese Haushaltspauschale berechnet wird, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist eine Haushaltspauschale?

Unter einer Haushaltspauschale versteht man eine Geldsumme, die für die Führung eines Haushaltes und die Lebenshaltungskosten notwendig ist. Daraus entsteht eine Mindestsumme, die als Existenzgrundlage für einen Kreditnehmer zählt. Wird nun ein Kredit beantragt, so wird die Haushaltspauschale herangezogen. Mit der Haushaltspauschale ermittelt der Kreditgeber dann, ob der Kreditnehmer in der Lage ist, die monatlichen Raten für einen Kredit zu bezahlen.

Was beinhaltet diese Pauschale?

Die Haushaltspauschale beinhaltet einen Teil der Bonitätsprüfung und ist abhängig von der Personenzahl, die in einem Haushalt leben. Sie wird anhand des Lebenshaltungskostenindex festgelegt. Das Statistische Bundeamt führt diese Erhebungen jährlich durch.¹

Außerdem werden die daraus resultierenden Ausgaben berücksichtigt. Die Haushaltspauschale wird dann zu Rate herangezogen, um sich über die Liquidität des Kreditnehmers zu informieren. Monatliche Raten können durch einen bestimmten Zeitrahmen streng in ein Budget eingreifen. Deshalb kann die Pauschale theoretisch vor einem finanziellen Ruin bewahren.

Bonitätsprüfung neben der Berechnung der Pauschale

Banken sichern sich ab bevor sie Geld verleihen, schließlich möchte jeder Kreditgeber sein verliehenes Geld wieder zurückbekommen. Deshalb wird die Bank die Bonität des Kreditnehmers umfassend prüfen. Bei der Bearbeitung des Kreditantrages, müssen Kreditnehmer Auskunft über ihr Einkommen, monatliche Ausgaben als auch über ihre Arbeitsverhältnisse machen. So sind ein unbefristeter Arbeitsvertrag und ein ausreichendes Einkommen, zwei wichtige Merkmale, um die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers festzustellen. Wenn Sie bereits in Ihrer eigenen Ein-und Ausgaberechnung am Ende des Monats nichts mehr übrig haben, werden Sie wahrscheinlich keinen Kredit erhalten. Kreditnehmer könnten dann mit sogenannten Kreditsicherheiten ihre Bonität erhöhen.

Der Unterschied zwischen Haushaltspauschale und Lebenshaltungskosten

Unter Lebenshaltungskosten werden solche Aufwendungen tituliert, die das tägliche Leben bezeichnen. Dabei handelt es sich meistens um durchschnittliche Kosten, die vom Statistischen Bundesamt ermittelt werden. Zu den Kosten zählen neben Miete, Essen, Bekleidung und Hygieneartikel. Lebenshaltungskosten beinhalten aber auch Aufwendungen im Bereich Bildung, Reisen, Hobbys oder auch das Halten von Fahrzeugen. Orientiert man sich am Statistischen Bundesamt, so haben Bürger im Jahr 2019 im Durchschnitt etwa 2.517 Euro ausgegeben. Ein 2-Personen-Haushalt orientiert sich an dieser Summe. Da die Preise für Konsumgüter und Energie stets weiter steigen, summieren sich die monatlichen Kosten ebenfalls. Die Zahlen des Bundesamtes belegen aber auch, dass jede Person im Durchschnitt etwa 1.240 Euro an Kosten hat. Die Kosten sind ebenfalls ausschlaggebend für die Höhe der Kreditsumme. Da die wenigsten Kreditnehmer ihre monatlichen Kosten oftmals nur ungenügend offenlegen, orientiert sich der Kreditgeber an einer Haushaltspauschale.

Was beinhalten die Lebenshaltungskosten?

Wer einen Kredit aufnehmen möchte, um sich beispielsweise ein neues Auto finanzieren zu lassen oder eine Immobilie zu kaufen, der sollte sich zuerst einen Überblick über seine monatlichen Kosten verschaffen. Denn nur wenn die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben positiv ist, erhöhen sich die Kreditchancen. Auf jeden Fall muss die Differenz so hoch sein, dass anstehende Kreditraten damit problemlos bezahlt werden können.

Kosten für die Lebenshaltung sind:

  • Unterkunft wie Miete
  • Verpflegung, Kosten für Essen und Trinken
  • Hygiene und Körperpflege
  • Bekleidung
  • Bildung und Ausbildung
  • Tierhaltung
  • Unterhalt von Fahrzeugen
  • Ausgaben für Sport oder Unterhaltung

Um die Messung von Lebenshaltungskosten vorzunehmen, wird für den Durchschnitt der Konsumgewohnheiten einer vierköpfigen Familie, ein Warenkorb zusammengestellt. Allerdings gibt es hier Kritik, da in diese Berechnung keine Versicherungen oder auch andere Ausgaben einfließen, die ebenfalls bezahlt werden müssen, wie etwa eine Krankenversicherung.

Damit der Kreditgeber nun keine Pauschale der Kosten ansetzt, sollten die monatlichen Fixkosten aufgelistet werden.

Weitere Ausgaben:

  • Unterhaltszahlungen
  • Versicherungen
  • Bewirtschaftungskosten für eine Immobilie
  • Raten für bereits laufende Kredite

Wie hoch ist die Haushaltspauschale bei der Kreditvergabe?

Bei einer Kreditentscheidung hat die Pauschale eine besondere Rolle. Es sollte ein möglichst höher Differenzbetrag aus Einnahmen und Ausgaben bestehen. Wichtig zu wissen ist, dass die Miete nicht in die Haushaltspauschale eingerechnet wird.

Kosten für einen 2-Personen-Haushalt:

Hier wird ein Mindestsatz von 995 Euro veranschlagt. Dazu kommen pro Kind 154 Euro. Das bedeutet, dass der Vier-Personen-Haushalt wenigstens 1.303 Euro nachweisen muss. Bei einem Single-Haushalt werden zwischen 600 und 800 Euro angesetzt. Für jede weitere Person die im Haushalt mit lebt, werden 200 Euro dazu gerechnet.

Grundsätzlich muss die Kreditrate niedriger ausfallen, als das Einkommen, von dem die Haushaltspauschale bereits abgezogen wurde. Generell berechnen Banken eine sehr hohe Differenz, was das Ausfallrisiko gering halten soll.

Die Richtwerte für die Pauschale wird alle fünf Jahre vom Statistischen Bundesamt aktualisiert.

Banken setzen die Pauschale meist höher an als Ihre tatsächlichen Lebenshaltungskosten

Eine Haushaltspauschale ist ein wichtiges Instrument für die Genehmigung eines Kredites. So kann es durchaus vorkommen, dass der Kredit abgelehnt wird, wenn die Pauschale zu hoch ausfällt. Das Statistische Bundesamt legt den Verbraucherindex offen. In einen fiktiven Warenkorb werden die am meist verkauften Waren der Personen gelegt. Der Warenkorb wird alle fünf Jahre an das veränderte Kaufverhalten angepasst.

Ein kleiner Tipp für die Berechnung der anfallenden Kosten:

Aufstellen eines Einnahmen,- und Ausgaben-Planes. Kreditnehmer können das ganz einfach mit einem kleinen Haushaltsplan erstellen. Das Internet bietet aber auch Haushaltsrechner an, die kostenlos genutzt werden können.

Mein Name ist Bechthold Christiane und schreibe leidenschaftlich Fachartikel. In meiner langen Berufslaufbahn kann ich eine 30-jährige Tätigkeit im Medien-, Kredit und medizinischen Bereich vorweisen. Ich überzeuge mit meiner Zuverlässigkeit und Qualität von jounalistischen Fachberichten.

Kategorien